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Königsbrunn

25.09.2019

Jäger erschießt Hunde: Fall bald vor Gericht

Der Fall eines Jägers, der in Königsbrunn zwei Hunde erschossen hat, landet demnächst vor Gericht.
Bild: Leonhardt, dpa (Symbol)

Der Fall eines Jägers, der im Süden von Königsbrunn zwei angeblich wildernde Hunde erschossen hat, landet jetzt vor Gericht.

Das Ereignis hatte im vergangenen Sommer hohe Wellen geschlagen. Jetzt zeichnet sich ab, dass es zu einem Prozess kommt. Der Jäger hatte die Tiere im Juli erlegt – das ist unstreitig. Die Halterin behauptet, die Hunde seien zwar häufiger unbeaufsichtigt auf dem Areal unterwegs gewesen, hätten sich aber nie weiter als wenige Meter vom Haus entfernt. Der Jäger habe die Tiere daher grundlos getötet.

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Der Jäger wiederum erklärt die Schüsse damit, dass die Hunde ständig in einem weiten Umkreis unterwegs gewesen seien und mit der Zeit ihren Jagdtrieb wiederentdeckt hätten. Er habe über Wochen immer wieder mehrere von Hunden gerissene Tierkadaver gefunden, sagte der Jäger in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Auch an dem bewussten Tag hätten die Tiere wieder Wild nachgestellt. Daher habe er sich zum Abschuss entschieden. Ein Hund sei sofort tot gewesen, dem zweiten habe er den Gnadenschuss gegeben – allerdings erst, als die Besitzerin danebenstand.

Jäger wehrt sich gegen Strafbefehl

Die Polizei ermittelte über mehrere Wochen in dem Fall, da sich zahlreiche Zeugen gemeldet hatten, denen die Hunde schon begegnet waren. Im Frühjahr hatte die Polizei Bobingen den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben. Diese wiederum habe einen Strafbefehl gegen den Jäger erwirkt wegen Sachbeschädigung – Tiere gelten juristisch als Sache –, Tiertötung und fahrlässiger Körperverletzung, teilte Matthias Nickolai, Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft, mit. Gegen die im Strafbefehl vorgesehene Geldstrafe hat der Jäger Einspruch eingelegt. Zur Höhe der veranschlagten Summe wollte Nickolai keine Angaben machen.

Jäger erschießt Hunde: Fall bald vor Gericht

Ein Strafbefehl ist ein Angebot der Staatsanwaltschaft auf ein Ende eines Verfahrens ohne Prozess. Die Geldstrafe wird so bemessen, als hätte der Angeklagte die Tat gestanden. Bezahlt er die Summe, ist das Verfahren abgeschlossen. Doch in diesem Fall sieht der Angeklagte sich als unschuldig, daher der Einspruch. Somit ist der Strafbefehl vom Tisch, und ein Amtsrichter beurteilt in einer Beweisaufnahme, ob sich der Jäger schuldig gemacht hat.

Unter Umständen wären Schüsse auf Hunde gerechtfertigt, aber nur, wenn diese im Jagdrevier erkennbar Wild nachsetzen und auch physisch in der Lage sind, es reißen zu können. Der Richter muss beurteilen, ob der Jäger den rechtlichen Rahmen verletzt hat oder nicht.

Herauskommen kann am Ende ein Freispruch, aber auch eine höhere Strafe als im Strafbefehl. Der Angeklagte hat zudem die Möglichkeit, seinen Einspruch zurückzuziehen und den Strafbefehl anzunehmen.

Die Verhandlung soll im Oktober stattfinden und könnte umfangreich werden. Die Staatsanwaltschaft habe 17 Zeugen benannt, sagte Sprecher Nickolai. Dazu sollen vier Dokumente und Fotos als Beweismittel vorgelegt werden. Für den Jäger steht im Falle einer Verurteilung auch der Jagdschein auf dem Spiel: Dieser würde entzogen, falls der Richter eine Strafe von mehr als 60 Tagessätzen verhängt.

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