Newsticker

Merkel betont Notwendigkeit weiterer Corona-Beschränkungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Jugendbeirat grübelt über den Standort für ein Jugendzentrum

Schwabmünchen

07.02.2018

Jugendbeirat grübelt über den Standort für ein Jugendzentrum

Lange hat der Kreisjugendring zusammen mit dem Jugendbeirat am Konzept für ein neues Jugendzentrum die Köpfe zusammengesteckt.
Bild: Christian Kruppe

Für ein neues Jugendzentrum in Schwabmünchen kommen mehrere Plätze in Frage und es gibt zwei Möglichkeiten: sanieren oder neu bauen. Eine Neuigkeit überrascht.

Nun ist es da. Das Konzept zum Jugendzentrum, das auf der vergangenen Sitzung des Jugendbeirates noch schmerzlich vermisst wurde. Denn nach Aussagen von Jugendbeirat und Kreisjugendring sollte der Stadt schon seit dem Sommer ein Konzept vorliegen. Doch weder Bürgermeister Lorenz Müller noch Gabriele Knoll, in der Verwaltung für den Jugendbeirat zuständig, wussten von diesem Papier. Zur jüngsten Sitzung des Jugendbeirats lag das 15-seitige, vom Kreisjugendring gemeinsam mit den Beiräten erstellte Papier, nun vor. Neben einer Übersicht über die Aufgaben und Tätigkeiten der Jugendarbeit in Schwabmünchen war vor allem ein Teil des Schriftstücks wichtig: eine Zustandsbeschreibung des aktuellen Jugendzentrums samt einer Darstellung der aktuell herrschenden Probleme sowie ein Wunschkonzept, wie ein neues Jugendzentrum aussehen könnte.

Doch noch bevor das Konzept vorgestellt wurde, sorgte Bürgermeister Müller mit einer aktuellen Neuigkeit für überraschte Gesichter. „Vorige Woche ist es uns gelungen, das nördlich ans Jugendzentrum angrenzende Anwesen zu kaufen“, berichtet Müller. Somit hat die Stadt bei einer möglichen Sanierung des bestehenden Objekts wesentlich mehr Möglichkeiten.

Und die wird sie brauchen. Denn allein die Mängelliste im Gebäude ist lang. Der energetische Zustand des Anfang des 20. Jahrhundert gebauten Anwesens hinkt der Zeit hinterher. Undichte Fester und Türen, fehlende Dämmung und eine ineffiziente Heizung machen Sorgen, auch der Brandschutz ist nicht optimal. Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Barrierefreiheit. „Wir arbeiten viel mit der Kobea zusammen, doch das ist nicht immer einfach“, weiß Leiter Harry Grießer. Nur das Erdgeschoss ist halbwegs barrierefrei erreichbar, ein behindertengerechtes WC gibt es nicht, die Toiletten haben ihre besten Jahre sowieso schon lange hinter sich gelassen. Auch die mögliche Raumaufteilung bereitet Probleme. Das opulente Treppenhaus nimmt sinnvollen Raum, der anderweitig dringend gebraucht wird. Als weiteres großes Manko wird der Außenbereich angesehen. Dieser ist kaum nutzbar, für sportliche Aktivitäten vollkommen ungeeignet.

„Bei dem Konzept für ein neues Jugendzentrum haben wir uns an die Vorgaben des Landesjugendringes gehalten“, erklärt Melanie Zacher vom Kreisjugendring. So besteht die Chance, dass dieser das Projekt mit 30 Prozent fördert. Kernpunkte des Konzepts ist die Verbesserung in den Bereichen Barrierefreiheit, sanitäre Anlagen, energetischer Zustand und Raumkonzept. Vor allem Letzteres enthält viele Neuerungen. Allein die Aufzählung der fehlenden, aber wichtigen Räume zeigt die Defizite auf. „Es fehlt ein Beratungszimmer, ein Raum für die Mädchenarbeit, und auch die Büros sind zu wenig“, erläutert Harry Grießer. Dazu kommt eine nicht vorhandene Werkstatt und ein Mangel an Lagerräumen. Proberäume für Bands sind ebenso wenig vorhanden wie ein eigener Veranstaltungsraum. Dabei betonte Grießer, dass durch das Konzept auch Synergien mit anderen Vereinen und Organisationen entstehen können. „Wir wollen die Zusammenarbeit hier noch weiter vertiefen“, stellt er klar.

Die Wunschliste ist lang, aber durchdacht. So findet sie auch bei Bürgermeister Müller und den zum Jugendbeirat gehörenden Stadträten durchaus Anklang. „Die aufgezählten Wünsche sind sinnvoll“, bekräftigt Melanie Zacher nochmals und lobt den Jugendbeirat: „Das, was hier von den Jugendlichen kommt, ist wohl einzigartig im Landkreis.“

Der Vorstellung des Konzepts folgte eine rege Diskussion. Der Jugendbeirat bevorzugte klar einen Neubau, am wahrscheinlichsten in der Nähe des Schulzentrums. Hauptgrund für diesen Wunsch ist der Jugendplatz, ein Thema, das schon seit Jahren vor sich hin dümpelt. Für viele der Jugendbeiräte ist dieser Platz ein wichtiges Anliegen. Der Freiraum wird hoch bewertet, vor allem auch als alternative Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen, „ohne in einem Verein sein zu müssen“, wie Jugendbeirat Ali Yaser erklärt.

In diesem Zuge stellte Bürgermeister Lorenz Müller klar, dass im Falle einer Sanierung und – durch den Erwerb des Nachbaranwesens möglichen – Erweiterung die Raumwünsche erfüllt werden könnten, aber für einen Jugendplatz am Jugendzentrum keine Fläche mehr übrig sei. Das wiederum kommt beim Jugendbeirat nicht gut an. „Jugendplatz und -zentrum müssen zusammen sein“, stellt Jugendbeirat Enzo Hirsch dar.

Die beiden momentan im Raum stehenden Optionen für das Jugendzentrum gilt es nun abzuwägen. Bei einer Sanierung mit Erweiterung wirft Bürgermeister Müller auch die Option Chorregentenhaus in den Ring. „Hier soll auch etwas geschehen, da sind Synergien möglich“, stellt er fest. Zudem könne es bei dieser Variante wohl weitere Gelder aus der Städtebauförderung geben, ergänzt Bürgermeister Müller. Gegen einen Verbleib am bisherigen Standort spricht neben dem dann fehlenden Jugendplatz auch die Lärmproblematik. Zudem befürchtet der Jugendbeirat, dass bei einer Sanierung das Zentrum vorübergehend geschlossen werden muss und so die Jugendarbeit zum Erliegen kommt.

Für einen Neubau an anderer Stelle spricht vor allem die Chance, den seit Jahren zugesagten Jugendplatz mit dem Zentrum zu verwirklichen. Das hat viele Vorteile, wie Harry Grießer darstellt: „Wir können die Jugendarbeit bündeln, außerdem fällt die Aufsicht an diesem Platz so leichter.“

Stadtrat Patrick Jung mahnte vor allem ein schnelles Handeln an. „Das darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, vor allem, wenn gebaut werden soll. Ich rate dem Jugendbeirat, eine klare Empfehlung an den Stadtrat zu geben, sodass schon jetzt die ersten Gelder in den Haushalt 2018 gestellt werden können“, so Jung.

Genau diese Empfehlung gab der Jugendbeirat dann auch, mit dem mehrheitlichen Wunsch nach einem Neubau. Zudem kamen die Beiräte in Absprache mit Bürgermeister Müller überein, dass die Bauverwaltung die beiden Varianten gegenüberstellt und dies dem Stadtrat vorstellt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren