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Schwabmünchen

18.01.2019

Jugendrotkreuz: Den Patienten zurück ins Leben holen

Sandra Schmerold und Sandra Müller beim Reanimationstraining.
Bild: BRK

Jungsanitäter lernen in Schwabmünchen, wie man einen Bewusstlosen reanimiert. Im Frühjahr müssen die acht jungen Menschen eine Prüfung ablegen.

„Hallo! Können Sie mich hören? Hallo!“ – Sandra Schmerold rüttelt an den Schultern des Patienten. Er rührt sich nicht. „Der Patient ist bewusstlos. Ruf den Rettungsdienst“, beauftragt sie ihre Teampartnerin Sandra Müller. Während diese den Notruf absetzt, kontrolliert Schmerold den Mund-Rachen-Raum. „Gut, der Mundraum ist frei“, sagt sie. Aber atmet der Patient noch? Also: Kopf überstrecken und Atmung kontrollieren. „Keine Atmung, wir müssen reanimieren“, stellt die 16-Jährige fest.

Und schon geht es los: Sandra Müller beginnt sofort mit der Herzdruckmassage. Teamführerin Schmerold kümmert sich indes mithilfe des Beatmungsbeutels und Sauerstoff um die manuelle Beatmung des Patienten. Müller zählt laut bis 30. Das Zeichen für Schmerold, die zwischenzeitlich ihre Position am Kopf des Patienten eingenommen hat, zwei Beatmungshübe durchzuführen. „Beatmung kommt an“, quittiert Müller ihrer Teampartnerin. Dann geht sofort die Herzdruckmassage weiter. Jetzt legt Sandra Schmerold den Defibrillator an. Wieder ist Sandra Müller bei 30 angekommen, wieder drückt Schmerold zweimal den Beatmungsbeutel. Jetzt meldet sich der Defibrillator: „Analyse, Patienten nicht berühren.“

Der Patient ist ein Dummy

Die beiden angehenden Sanitäterinnen nutzen diese Zeit für einen Positionswechsel. Jetzt übernimmt Müller den Platz am Kopf des Patienten, und Schmerold positioniert sich seitlich. Der Defi gibt den Schock frei: „Alle weg vom Patienten – Vorsicht, Schock“, warnt Sandra Müller und löst den Stromstoß aus. Und wieder beginnt der Zyklus 30:2 von vorne. Der Patient ist in diesem Fall ein Dummy, der Defibrillator ein Übungsgerät. Alles nur zu Ausbildungszwecken.

Acht Jungsanitäter des Jugendrotkreuzes Schwabmünchen befinden sich derzeit in der Ausbildung zum Sanitäter. In diesem Rahmen ging es kürzlich sehr sportlich zu: Reanimation stand auf dem Ausbildungsplan. Und alle mussten mehrmals ran – stets unter den wachsamen Augen von Ausbildungsleiter Fabian Wamser und seinem Team um Notfallsanitäter Samuel Müller und der angehenden Kranken- und Gesundheitspflegerin Christina Windisch.

Passt die Drucktiefe und -geschwindigkeit? Worauf ist zu achten, wenn der Sauerstoff angeschlossen wird, und wo positioniert man Rucksack, Sauerstoff, Defibrillator und Absaugpumpe? Die wertvollen Tipps aus der Praxis zeigten ihre Wirkung. Von Durchgang zu Durchgang wurden die 15- bis 17-jährigen Jungsanitäter immer sicherer.

Reanimation als Königsdisziplin des Sanitäters

„Die Reanimation ist die Königsdisziplin des Sanitäters, und die muss sitzen“, gab Fabian Wamser als Tagesziel vor. Und tatsächlich: Die Mitglieder des Jugendrotkreuzes (JRK) wurden über den Tag hinweg so gut, dass sich die Ausbilder speziellere Szenarien und Situationen ausdenken konnten. Reanimieren auf engstem Raum oder ein versperrter Zugang zum Patienten forderten die Jugendlichen nochmals besonders heraus. Wamser, selbst Rettungssanitäter beim BRK in Schwabmünchen, zeigte sich nach dem Tag hochzufrieden mit seinen Schützlingen. „Am wichtigsten ist bei der Reanimation die Teamarbeit, und unsere Jungsanitäter haben heute gezeigt, dass sie das können.“

Die Ausbildung zum Sanitäter beim Jugendrotkreuz Schwabmünchen kann im Alter von 14 Jahren begonnen werden. Der derzeitige Ausbildungsjahrgang wird voraussichtlich im Frühling die Prüfung ablegen. (SZ)

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