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Langenneufnach

14.05.2018

Jury prüft Hochwasserschutz in den Stauden

Der Staudamm mit Wehr in Langenneufnach ist eine der Hochwassermaßnahmen, die für den Staatspreis 2018 vorgeschlagen wurde.
Bild: Karin Marz

Das Projekt an Schmutter und Neufnach ist für den bayerischen Staatspreis nominiert.

Als schwäbischer Sieger im Wettbewerb „Land- und Dorfentwicklung“ ging der Hochwasserschutz an der Neufnach und Schmutter bereits hervor. Nun hoffen die daran als Projektträger beteiligten Gemeinden Langenneufnach, Fischach sowie Mickhausen, dass sie auch im bayernweiten Wettbewerb bestehen können.

Ins Rollen brachte dies das Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach, welches vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gebeten wurde, geeignete Projekte zu melden. Ausgewählt wurde daraufhin die in ihrer Kombination als vorbildlich bezeichnete Wasserrückhaltung der drei Staudenorte Langenneufnach, Fischach und Mickhausen.

Daher trafen sich die Verantwortlichen, um einer Fachjury im Langenneufnacher Rathaus alle Fakten und Daten zu präsentieren. Auch direkt vor Ort machte sich die Jury ein Bild von der Technik am Hochwasserdamm in Langenneufnach und informierte sich über etliche Details.

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Empfehlung vom Amts-Chef

Für Johann Huber, Präsident des Amtes für ländliche Entwicklung Schwaben, sind die Stauden durchaus preiswürdig: „Flurneuordnung und Hochwasserschutz im Tal von Schmutter und Neufnach haben in dieser Kombination zentral und dezentral gegriffen. Die Hochwasserrückhaltungen in der Fläche wie auch das Hochwasserbecken bestanden bereits ihre erste Bewährungsprobe nach starken Regenfällen. Vor allem die Flurneuordnungsverfahren in den Dörfern legten den Grundstein für diesen Erfolg.“ Das Hochwasser im Jahr 2002, das starke Überschwemmungen und massive Schäden verursachte, gab den Anstoß für das Projekt. Noch während eine Machbarkeitsstudie von den betroffenen Staudengemeinden in Auftrag gegeben wurde, wüteten bereits im August 2005 erneut starke Regenfälle in der Region. Wie prekär die Lage damals war, erläuterte Franz Wenninger stellvertretend für alle damals vom Hochwasser Betroffenen.

Mit der dann vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth geförderten Machbarkeitsstudie war die Grundlage für einen zentralen Hochwasserschutz gelegt worden. Ergänzend dazu wurde in einem weiteren Schritt eine vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben geförderte Studie zum dezentralen Hochwasserschutz erarbeitet. Als Glücksfall für die Gemeinden erwiesen sich außerdem die parallel in den Dörfern laufenden Flurneuordnungsverfahren, die die Umsetzung des Hochwasserschutzprojektes erheblich erleichterten, hieß es während der Präsentation.

Millionenprojekte

Die Gemeinde Langenneufnach errichtete einen Hochwasserdamm an der Neufnach mit einem Stauvolumen von circa 272000 Kubikmeter, der 2013 fertiggestellt wurde und Baukosten von 3,36 Millionen Euro verursachte. Parallel setzte der Markt Fischach im Ortsteil Willmatshofen den Bau von zwei Hochwasserrückhaltebecken mit einem Stauvolumen von 4320 Kubikmetern als dezentrale Maßnahme um. Daneben wurden in Mittelneufnach, Scherstetten, Münster, Walkertshofen, Langenneufnach, Tronetshofen und Siegertshofen dezentrale Rückhaltebecken unter Beteiligung der Teilnehmergemeinschaften geschaffen. Auch weitere Maßnahmen wie Pufferstreifen entlang von Gewässern, Neuanlage von Hecken und Feldrainen sowie der Bau eines erosionshemmenden Wegenetzes und eine veränderte Ackerbewirtschaftung zur Wasserrückhaltung wurden ergriffen.

Derzeit sucht die Marktgemeinde Fischach aufgrund der hohen Kosten für die ursprünglich fünf geplanten Hochwasserrückhaltebecken gemeinsam mit der Gemeinde Mickhausen nach einer kostengünstigeren Lösung für den Hochwasserschutz an der Schmutter. Aktuell sind zwei Hochwasserrückhaltebecken in Willmatshofen und Münster beabsichtigt, so Peter Ziegelmeier.

Ob der Hochwasserschutz in den Stauden als Gewinner des Staatspreises 2018 hervorgeht, wird sich in den nächsten zwei bis drei Wochen entscheiden, erläuterte Maximilian Geierhos, Vorsitzender der Bewertungskommission. Aufgrund der Auswertung der Jury wird Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, schließlich entscheiden, welches Projekt den Staatspreis 2018 erhält. Im November findet dann die Siegerehrung im Staatsministerium in München statt.

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