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Schwabmühlhausen

20.11.2018

Kaninchen auf dem Laufsteg

Ludwig Frey nennt dieses Kaninchen mit knapp 10 Kilogramm der Rasse Deutscher Riese sein eigen.
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Ludwig Frey nennt dieses Kaninchen mit knapp 10 Kilogramm der Rasse Deutscher Riese sein eigen.
Bild: Uwe Bolten

Federvieh und Fellknäuel zeigen sich bei der Kreisschau der Kleintierzüchter von ihrer besten Seite und erhalten zahlreiche Auszeichnungen.

Das Gesicht von Mathäus Bauernfeind ist deutlich aufgehellt, auch wenn er etwas müde wirkt. Der Vorsitzende der Kleintierfreunde Schwabmünchen sitzt auf der Bank hinter dem Stand des Vereins mit Publikationen und der Zusammenstellung von Eiern aller Größe und schaut dem Treiben zu. Während der Streichelzoo mit Kaninchen durch zehn Kinder nahezu an seine Grenzen stößt, zieht Bauernfeind ein erstes Resümee über die Kreissaustellung von Geflügel und Kaninchen, die sich in der Halle der Zimmerei Rogg in Schwabmühlhausen dem Ende zuneigt. Die Veranstaltung wird vom Schwabmünchner Verein ausgerichtet (wir berichteten) und findet auf- grund der Organisation, der Hallenhöhe sowie der daraus resultierenden guten Luft großen Anklang bei den Züchtern und Besuchern.

23 Tiere erzielen Bestnoten

„Wir konnten bisher über 700 Besucher begrüßen. Während am Sonntag der deutliche Familientag ist, konnten wir am Samstag mehr Fachpublikum verzeichnen“, sagte er erfreut über die Resonanz. Und diesem Fachpublikum präsentierten die Aussteller eine hochwertige Zuchtschau. „Bei den Kaninchen erzielten 23 Tiere die Höchstnote von 97 Punkten, beim Geflügel waren es 19 Tiere. Das ist schon rekordverdächtig“, fasst er die Bewertungen der mehr als 20 Preisrichter zusammen. Hundert Punkte würde es nicht geben, erläutert Bauerfeind, da es das perfekte Tier aus Züchtersicht nicht gibt.

Kleintiere müssen verschiedene Kriterien erfüllen

Am Tag der Bewertung herrschte schon früh reges Treiben in der Halle, Wertungstische für Kaninchen waren dort aufgebaut, wo an den Besuchertagen der Streichelzoo zu finden ist. In europaeinheitlichen Katalogen der Preisrichtervereinigungen sei festgelegt, wonach zu bewerten sei, war von den Juroren zu hören. Dabei seien bei den Kaninchen beispielsweise Gewicht, Körperbau, Pflegezustand, Fell und Rassemerkmale Bewertungskriterien, beim Geflügel spielten Gefieder, Farbe oder Kammzustand eine entscheidende Rolle. Die Bewertungskarte bei Geflügel ist in nicht in Bewertungskategorien eingeteilt, hier unterscheidet man nach Vorzügen, Wünschen und Mängeln. „Gerade bei den Wünschen haben wir die Möglichkeit, dem Züchter Hinweise zu geben, wie er durch Zucht dem Standard näherkommen kann“, erläuterte einer der Preisrichter und fügte hinzu: „Zur Zucht gehört eine Menge Wissen und Geduld. Einfach vermehren kann jeder!“ Immerhin befände man sich hier bei einem Schönheitswettbewerb, sagte er und nahm das nächste Augsburger Huhn zur Bewertung aus dem Käfig.

Der Deutsche Riese zählt zu den schwersten Kaninchen

Beim Rundgang durch die langen Reihen mit über 680 Käfigen wird das Gegacker der Hühner und das Schreien der Gänse immer wieder vom Kinderlachen aus dem Streichelzoo übertönt. Ludwig holt gerade eine seiner Deutschen Riesen wildfarben aus dem Käfig, der mit über neun Kilogramm zu den schwersten Kaninchen zählt. „Insgesamt habe ich 50 davon“, sagt er und berichtet weiter, dass ein Tier pro Tag gut zwei Semmeln, Futterrüben und Grasfutter benötigt. Für die Besucher formt Mathäus Bauernfeind ein eindrucksvolles Bild, in dem er mit einem Deutschen Lachshuhn und einem Holländischen Zwerghuhn den größten und kleinsten Vertreter bei den Hähnen in einem Käfig zusammenführt. Monika Rieblinger und Gertraud Wankner sind für die Verkaufsausstellung der Handarbeits- und Kreativgruppen der Kaninchenzüchter im Bezirk Schwaben zuständig. Dort sind überwiegend Züchterfrauen zusammengefasst, die aus den Fellen verstorbener Tiere weitere Gegenstände fertigen. „Wir freuen uns über den sehr guten Zuspruch an unseren Arbeiten“, sagt Rieblinger und weist auf die Lücken in der Auslage mit Kissen und Tierfiguren aus Kaninchenfell hin. Für einen Kunden, der ein kuschelweiches Kissen mitnimmt, hat Wankner noch einen wichtigen Tipp: „Zum Säubern das Kissen immer in Fellrichtung leicht bürsten. „Bei Verschmutzungen nur leicht mit einem feuchten Tuch abwischen“, sagt sie und ergänzt: „Man kann die Produkte auch leicht mit Talkum einpudern, über Nacht einwirken lassen und dann gut ausklopfen“, rät sie dem Kunden für sein Weihnachtgeschenk für seine Enkelin.

Noch mehr Bilder von der Kreisschau der Kleintierzüchter finden Sie in unserer Bildergalerie.


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