Newsticker
EU-Staaten erwägen neue Reiseauflagen in der Corona-Krise
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Kehrtwende: Jetzt erhält der Mickhauser Kindergarten eine eigene Heizung

Mickhausen

11.12.2020

Kehrtwende: Jetzt erhält der Mickhauser Kindergarten eine eigene Heizung

Die Alte Schule in Mickhausen ist als Standort einer Wärmeversorgung für die Kindertagesstätte nun wieder aus dem Rennen. Im Vordergrund die Fahrzeughalle der örtlichen Feuerwehr.
Bild: Rupprecht

Plus Jetzt ist auch der Heizverbund an der Alten Schule in Mickhausen vom Tisch. Planer und Architekt haben eine neue Variante.

Der Wärmeversorgungsanlage für die Kindertagesstätte hat sich zu einer Art unendlichen Geschichte entwickelt. Nun wird es auch aus der vom Gemeinderat beschlossenen Installation in der Alten Schule nichts.

Mehrheitlich wurde in der jüngsten Sitzung der Beschluss von Mitte November, die Heizung dort einzubauen, aufgehoben. Jetzt erhält die Kindertagesstätte eine separate Pelletheizung. Bürgermeister Mirko Kujath betonte, dass es zu dem Themenkomplex neue Erkenntnisse gäbe. Er erläuterte, dass das viereinhalb Tonnen Pelletlager in der Alten Schule nach Auskunft von Experten maximal für drei Wochen Heizung der Schule und der Kindertagesstätte ausreiche. Außerdem sei bestätigt worden, dass die Ölheizung in der Alten Schule bei entsprechender Wartung noch mindestens drei bis vier Jahre betrieben werden könne. Danach müsste lediglich der Brenner erneuert werden.

Wärmeversorgung: Kleine statt großer Lösung in Mickhausen

Sowohl Kujath als auch Planer Hans Metz und Architekt Kurt Hartmann forderten die Gemeinderatsmitglieder auf, sich zu überlegen, die Pelletheizung in die Kindertagesstätte einzubauen und auf den ursprünglich angedachten Wärmeverbund zu verzichten. „Wir streben mittlerweile nämlich keine große, sondern nur mehr eine kleine Lösung an“, verdeutlichte Metz. Er verwies darauf, dass bei der Wärmeversorgung inzwischen weder Pfarrhaus und Pfarrheim, noch umliegende Nachbarn mitmachen würden. Deshalb nur für die Betreuungseinrichtung eine Wärmeleitung von der Alten Schule aus zu bauen, bezeichnete er als „nicht wirtschaftlich“.

Architekt Hartmann schlug dem Gremium vor, das Ziel Wärmeverbund aufzulösen, die Heizung bei der Alten Schule zu belassen und die Pelletheizung bei der Kindertagesstätte anzusiedeln. Für Letzteres empfahl er eine Unterbringung am neu geplanten Eingang auf der Nordseite des Erweiterungsbaus. Dies würde sich auch positiv auf die Kosten auswirken, meinten Metz und Hartmann. Die Wärmeverbundleitung würde ebenfalls wegfallen wie die provisorische Entwässerung der Kita. Somit entfielen auch die Kosten für den Umbau der Kellerräume in der Alten Schule für die neue Heizung. Der neue Vorschlag löste im Gremium eine hitzige Atmosphäre aus.

Dazu ein kleiner Rückblick: Ursprünglich sollte die zentrale Wärmeversorgungsanlage in der Alten Schule installiert werden. Dann wurde ein externes Heizhaus zur Einbindung von Schule und Kita beschlossen. Dagegen liefen schließlich Teile des Gemeinderats Sturm. In einem weiteren Beschluss wurde erneut die Alte Schule aufs Schild gehoben. Jetzt ging die Debatte in die vierte Runde.

Verbaler Schlagabtausch in Mickhausen: Kritik am Bürgermeister

Dabei kam es zuweilen zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Bürgermeister und Architekt auf der einen Seite, und Gemeinderat Roland Rieger auf der anderen. „Warum kamen diese Informationen nicht schon früher?“, fragte das Gremiumsmitglied verärgert. Ins gleiche Horn stieß Andreas Zimmermann. Rieger schlug schließlich vor, einen Kellerraum der Kindertagesstätte mit einer Trennwand zu verkleinern, dort die Heizung zu installieren und die Pellets in einem Erdtank zu lagern. Dies sei die wirtschaftlichste Lösung und sofort umsetzbar. Diese Variante missfiel wiederum dem Bürgermeister. „Wir wollen der Kita nicht schon wieder dringend benötigten Platz wegnehmen“, sagte er. Andere Ratsmitglieder sprachen sich wiederum dafür aus, der Tagesstätte die Lagerräume zu belassen und plädierten für den Planer- und Architektenvorschlag.

Bei der Abstimmung setzten sich diesmal mit knapper Mehrheit die Befürworter für die Aufhebung des Heizungseinbaus in der Alten Schule durch. Einstimmig votierte das Gremium anschließend für den Verzicht auf die Wärmeverbundleitung. Stattdessen wird eine eigene Pelletheizung für die Kindertagesstätte eingebaut. Die genaue dortige Positionierung muss noch eruiert werden.

Ist eine Lüftungsanlage in Mickhausens Kita nötig?

Breiten Diskussionsbedarf entfachte auch die Vorstellung der Lüftungsanlage im Bestandsgebäude der Kindertagesstätte. Aufgrund des Leitfadens für Innenraumhygiene für Schulen und Tagesstätten des Umweltbundesamtes und nicht zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie empfahl Planer Hans Metz einen derartigen Einbau. Zwei können zu einem späteren Zeitpunkt installiert, für die im Erdgeschoss müsse allerdings aus Baufortschrittsgründen bereits jetzt grünes Licht gegeben werden, betonte er. Der Preis betrage für jede Anlage circa 30.000 Euro.

Die Investition sei kein Luxus, sie komme dem Kita-Personal und den Kindern zugute, wertete Mirko Kujath. Georg Reiter erinnerte an die angespannte Finanzlage der Gemeinde. Das Gremium beschloss letztlich einstimmig den Einbau einer Lüftungsanlage im Erdgeschoss mit Option einer eventuellen Nachrüstung.

Lesen Sie auch den Kommentar: Richtige, aber überfällige Entscheidung zur Heizungsanlage in Mickhausen

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren