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Landkreis Augsburg

15.08.2018

Keime in Trinkwasser: Wen erwischt es als Nächstes?

Immer öfter wurden in letzter Zeit Keime im Trinkwasser gefunden. Das Wasser musste in solchen Fällen abgekocht werden.
Bild: Archivfoto: Marcus Merk

 Dass sich die Fälle häufen, sei kein Zufall, sagt das Gesundheitsamt – und liefert eine Begründung

Bobingen, Dinkelscherben, Diedorf – und wer kommt noch? Das Landratsamt, an dem auch das staatliche Gesundheitsamt sitzt, schloss am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung nicht aus, dass „in der Zukunft vermehrt Störfälle in den Wasserversorgungslagen auftreten“. Laut Behörde liegt das vor allem am Alter der Anlagen. Ein Großteil der Wasserversorgungen sei in den 70er-Jahren eingerichtet worden. Das Versorgungsnetz habe seine „Lebenszeit erreicht oder bereits überschritten“.

Probleme könne es vor allem dann geben, „wenn seitdem die Bereiche Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung nicht stets fachkundig instand gehalten wurden“. In Abhängigkeit vom Schadensausmaß seien dann auch Schritte wie eine Abkochanordnung oder Sicherheitschlorung notwendig. Der Einsatz von Chlor war in diesem Jahr schon in Bobingen und Dinkelscherben notwendig. Diedorf muss das Leitungswasser aktuell abkochen.

Dass immer öfter Keime im Trinkwasser gefunden werden, kann laut Gesundheitsamt auch daran liegen, dass genauer geprüft wird. Die Untersuchungsmethoden wurden in den letzten Jahren weiterentwickelt. „Damit ist ein breiteres Keimspektrum nachweisbar“, erklären die Verantwortlichen.

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In diesem Jahr wollte das Gesundheitsamt in einem Pilotprojekt eigentlich alle 33 öffentlichen Wassernetze im Landkreis unter die Lupe nehmen, von denen etliche als problematisch gelten. Das Projekt kann aufgrund der „Häufung der Störfälle“ im Moment aber nicht weitergeführt werden, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Sie legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass die jüngsten Störfälle nicht erst durch die zusätzliche Überprüfung bekannt wurden, sondern durch die routinemäßige Meldung des Wasserversorgers. Denn passieren kann immer einmal etwas – auch in der modernsten Anlage

In Bobingen wird wohl noch bis Mitte September das Wasser gechlort werden. Mitte Juni wurden hier Keime entdeckt. Die Ursache der Verunreinigung steht schon länger fest: Nach einem Starkregen trat höchstwahrscheinlich Oberflächenwasser in Brunnen III der Stadtwerke.

Dieser Brunnen liegt im Stadtwald bei Straßberg. Nun wurde er begast, um eventuelle Undichtigkeiten durch Gasaustritt lokalisieren zu können. Und tatsächlich wurden solche undichten Stellen gefunden.

Der Brunnen ist zwar schon lange vom Netz genommen, aber trotzdem verlangt das Gesundheitsamt nun aufwendige Analysen und Überprüfungen des gesamten Leitungsnetzes. Und dies, so Langert, brauche einfach Zeit. Alleine die jeweils durchzuführenden Laboranalysen seien jedes Mal relativ zeitintensiv. Und so würde sich das ganze einfach in die Länge ziehen.

Im Fall der Marktgemeinde Dinkelscherben wartet das Gesundheitsamt auf die Vorlage der „Gefährdungs- und Risikoanalyse durch das Wasserversorgungsunternehmen“. Im aktuellen Störfall in Diedorf läuft im Moment die Ursachenforschung „in enger Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde und dem staatlichen Gesundheitsamt“.

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