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Bobingen

28.01.2021

Kein persönlicher Abschied für Feuerwehrkommandant Walter Mayr

18 Jahre lang war Walter Mayr Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bobingen.
Foto: Anja Fischer

Plus 18 Jahre lang war Walter Mayr Kommandant der Feuerwehr Bobingen. Doch persönlich konnte er sich von seinen Kameraden nicht verabschieden.

Walter Mayr stand so lange an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Bobingen wie kein anderer Kommandant vor ihm. Zu gerne hätte er sich jetzt persönlich von seinen Kameraden verabschiedet, die ihn so lange unterstützt haben. "Aber das geht leider nicht", bedauert Walter Mayr. Auch hier hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Er kann sich noch gut daran erinnern, wie es war, als er 1980 bei der Feuerwehr anfing. Der damals 17-Jährige führte eine Familientradition fort: Schon der Vater war bei der Bobinger Wehr gewesen, der Onkel Alois Jaser war zu dieser Zeit sogar Kommandant. "Als junger Feuerwehrler war es einfacher", lacht Walter Mayr. Da habe man sich noch nicht mit so viel Bürokratie herumschlagen müssen. Gerade im Bereich Atemschutz habe man früher vieles lockerer, manchmal sogar zu locker gesehen. Das habe sich heute ins Gegenteil verkehrt, hier fehle der goldene Mittelweg. Immerhin: Die Kameradschaft sei, so beteuert Walter Mayr, damals schon so hoch gehalten worden wie heute.

Feuerwehr hat immer mehr Einsätze in Bobingen

Den jungen Feuerwehrler faszinierte ebenso wie den späteren Kommandanten der Gedanke der Freiwilligen Feuerwehr, dem anderen zu helfen, für den Bürger in Not da zu sein. Deshalb versuchte er auch stets, bei so vielen Einsätzen wie möglich persönlich dabei zu sein. Auch wenn die Einsätze mit den Jahren immer mehr wurden. "Früher wurde die Feuerwehr bewusster gerufen", berichtet der ehemalige Kommandant. "Heute tippt man im Handy schneller die Nummer ein – auch wenn gar nichts Wichtiges passiert ist", meint Mayr und verweist auf Einsätze wegen einer defekten Toilettenspülung oder eines toten Igels im Garten. Einiges in dieser Richtung könne er aus seiner langen Laufbahn berichten und da müsse nicht immer die Feuerwehr gerufen werden. Trotzdem sei jeder falsche Notruf besser als ein nicht erfolgter Notruf, wenn wirklich etwas passiert sei.

Glücklicherweise haben die wirklich schweren Einsätze, zu denen die Feuerwehr gerufen wird, über die Jahre immer mehr abgenommen. "Dramatische Einsätze sind es immer, wenn Kinder dabei sind oder es Tote gibt", meint Walter Mayr und nennt als Beispiel, wenn junge Menschen bei einem Verkehrsunfall sterben. Solche Einsätze verfolgten einen lange.

Bobingen: Scheidender Feuerwehr-Kommandant lobt Kameradschaft

Was den ehemaligen Kommandanten immer noch begeistert, ist die gute Kameradschaft, die es bei der Freiwilligen Feuerwehr Bobingen gibt. "2003 war ein sehr turbulentes Jahr mit vielen großen Einsätzen und wir hatten unser LF 16 neu bekommen. Am Tag der Einweihung waren alle Fahrzeuge schon geputzt und dekoriert, da ging der Funkwecker", erzählt Mayr. "Als wir mit den verdreckten Fahrzeugen zurückkamen, haben alle mit angepackt, damit alle Fahrzeuge zur Feier wieder blitzen."

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger sei kein Problem gewesen, so Mayr. Er wünsche sich jetzt, dass die Mannschaft der über 150 Aktiven Martin Bühler genauso gut unterstütze und ihm kameradschaftlich zur Seite stehe, wie es bei ihm selbst gewesen sei. Sein größter Wunsch aber sei, dass "immer alle gut und gesund von den Einsätzen zurückkommen".

Auf den neuen Kommandanten kommt eine Menge Arbeit zu. "Es wird sich zeigen, wie lange eine solche Aufgabe noch im Ehrenamt ausgeübt werden kann", meint Mayr und verweist auf seinen äußerst verständnisvollen Arbeitgeber. In den nächsten Jahren werde man wohl nicht daran vorbeikommen, auch in Bobingen über die Einstellung von hauptamtlichen Kräften nachzudenken.

Walter Mayr wünscht seinem Nachfolger auch viel Kraft. "Die Kritiker, die eine Entscheidung auf den Plan ruft, werden immer mehr", stellt er fest. "Und das sind nicht die, die vorne stehen und Verantwortung übernehmen, sondern die anderen."

Seiner Freiwilligen Feuerwehr wird der ehemalige Kommandant jedenfalls treu bleiben und weiter mit in den Einsatz für den Nächsten gehen – auch wenn die Situation derzeit für ihn noch ungewohnt ist.

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