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Bobingen

30.04.2016

Kinder verbannen in Bobingen Elterntaxis von der Schule

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Wer wollte da widersprechen? Mit solchen Plakaten wollen Kinder in Bobingen Autos von der Laurentius-Grundschule fernhalten.
Bild: Ranz/Schurian

Buben und Mädchen machen mit einer Aktionswoche auf die neue Verkehrsregelung aufmerksam. Was die Polizei dazu sagt.

Die neuen Halteverbotschilder an der Laurentius-Grundschule in Bobingen stehen schon. Ab Montag folgt eine Aktionswoche von Kindern, Eltern und Lehrern. Alles zusammen soll für mehr Sicherheit auf den Straßen in Schulnähe sorgen. Denn sogenannte Mamataxis, mit denen so manche Eltern ihren Sohn oder ihre Tochter am liebsten direkt an der Schultüre abliefern, haben für zu viel Verkehrschaos und vor allem für Gefahren gesorgt.

Das Problem ist vielen Schulen bekannt. Dass ihm in Bobingen entschieden entgegengetreten wird, liegt an der Initiative einer Mutter, die mit konkreten Vorschlägen schnell Unterstützung bei der Schulleitung und im örtlichen Ordnungsamt fand.

Autos von Eltern rangieren auf engstem Raum

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Petra Harenbrock schickt ihr Kind mit einem Tretroller zur Schule. Das ist in Bobingen kein Problem, findet sie, wären nicht die letzten Meter zur Schultüre. Da rangieren Autos von Eltern auf engstem Raum. Dabei müsste das nicht sein, findet sie. Sie zeichnete einen Plan der Straßen zwischen dem südlichen Rathausplatz, neuem Stadtplatz und Schule, kennzeichnete die verschiedenen Parkmöglichkeiten und die sicheren Fußwege von dort zur Schultüre.

Der Rest war mit einiger Unterstützung durch Schule und Stadtverwaltung schnell geregelt. Halte- beziehungsweise Parkverbote wurden angeordnet, vor allem im Einmündungsbereich der Mozart- in die Pestalozzistraße (wir berichteten), dort wo sich morgens und mittags die Autos besonders stauen und zugleich Kinder die Fahrbahn queren.

Kreative Aktion für die ganze Klasse 

Die zweite Stufe der Lösung wurde zu einer kreativen Aktion für die ganze Klasse 4c. Mit Schere, Kleber, Pappe und Stiften bereiteten Buben und Mädchen der Laurentius-Grundschule in diesen Tagen die Aktionswoche „Autofreier Schulweg“ vor, die sie ab Montag rund um das Schulgebäude durchführen werden. „Stopp, hier darfst du nicht halten!“ steht in großen Buchstaben auf signalroten Schildern, „Prima, hier darfst du aussteigen!“ prangt es samt lachenden Smileys hingegen auf grünen Pappen.

Damit werden die Kinder ab Montag Eltern auf die neue Verkehrsregelung hinweisen. Schulleiter Theodor Doerfler bekräftigt: „Wir haben genug vom morgendlichen Verkehrschaos. In der Nähe der Schule gibt es genügend Parkplätze, wo die Kinder sicher aussteigen können. Und das bewahrt letztlich alle unsere Schülerinnen und Schüler vor Rangiermanövern und unübersichtlichen Situationen auf ihren Schulweg.“

Den Autos zeigen, wo es lang geht

Besonders diejenigen Autofahrer, die in der Kurve Mozart-/Pestalozzistraße anhalten, gefährden seiner Ansicht nach den Schulweg. Und auch das Einbiegen von Elterntaxis in den Bereich der Lehrerparkplätze bringe die Schulgänger in Gefahr. „Hier kam es immer wieder zu gefährlichen Wendemanövern“, erzählt Doerfler. Mehrere Vormittage lang werden ab dem kommenden Montag Schülerinnern und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und einigen Eltern mit Warnwesten und selbstgemalten Schildern den Autos zeigen, wo es lang geht.

Den Weg zu geeigneten Haltepunkten für Elterntaxis weist parallel das Faltblatt „Zur Schule, aber sicher!“, das Petra Harenbrock eigens für diesen Zweck erstellt hat. „Vielleicht hilft der Flyer ja, dass zukünftig weniger Autos um die Schule herumkurven und dass der Schulweg weniger riskant wird“, meint sie.

Einhaltung der neuen Verkehrsvorschriften gezielt überwachen

Das Bobinger Ordnungsamt hat mit einer schnellen Umsetzung der neuen Verkehrsregelung den Weg für einen sichereren Schulweg freigemacht. Eltern, die ihre Kinder weiterhin direkt in der Kurve vor der Schule aussteigen lassen, müssen demnächst also rechtliche Konsequenzen fürchten. Bobingens Polizei-Chef Maximilien Wellner hat bereits angekündigt, die Einhaltung der neuen Verkehrsvorschriften gezielt zu überwachen. „Wir werden Streifenfahrten darauf einteilen und auch gezielte Überwachungen morgens oder mittags einrichten.“

Schulleiter Theodor Doerfler rechnet mit viel Einsicht bei den Eltern. Schließlich geht es ja allen nur um die Sicherheit der Kinder: „Das Beste ist sowieso, wenn möglichst viele Kinder zu Fuß oder mit dem Roller kommen. Kinder, die sich schon morgens bewegen, verfolgen den Unterricht viel konzentrierter. Und der gemeinsame Schulweg macht allen meistens viel Spaß.“

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