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Vandalismus in der Grundschule Königsbru

29.06.2009

Kinder wüten "aus Langeweile" in ihrer eigenen Schule

Eingeschlagene Glasscheiben an Fenstern und Türen, herabgerissene Bilder, verstopfte Toiletten, Verwüstungen in der Aula - bei den Beweisfotos, die seine Beamte am Sonntag vom Vandalismus in der Königsbrunner Grundschule West erstellt hatten, dachte Maximilian Wellner, der Chef der Polizeiinspektion Bobingen, zuerst an alkoholisierte Jugendliche. Gestern konnte eine Streife die Tatverdächtigen ermitteln - drei Grundschüler im Alter von acht und neun Jahren.

Königsbrunn (hsd, pm). Eingeschlagene Glasscheiben an Fenstern und Türen, herabgerissene Bilder, verstopfte Toiletten, Verwüstungen in der Aula - bei den Beweisfotos, die seine Beamten am Sonntag vom Vandalismus in der Königsbrunner Grundschule West erstellt hatten, dachte Maximilian Wellner, der Chef der Polizeiinspektion Bobingen, zuerst an alkoholisierte Jugendliche. Gestern konnte eine Streife die Tatverdächtigen ermitteln - drei Grundschüler im Alter von acht und neun Jahren.

Neben dem jungen Alter der Täter überraschte den Polizeichef auch deren Kaltschnäuzigkeit. Denn am Sonntag Nachmittag ertappte ein 71 Jahre alter Rentner die Buben auf frischer Tat beim Einstieg, nahm ihnen die Eisenstange ab und wollte sich ihre Namen und Adressen notieren. Da gaben die drei einfach falsche Personalien an.

Bereits am Samstag, 27. Juni, war das Trio gewaltsam in die Grundschule West eingedrungen und hatte dort erheblichen Schaden angerichtet. Die Polizei untersuchte und sicherte den Tatort (wir berichteten). Erst am Montagmorgen wurde dann festgestellt, dass am Sonntag erneut in der gleichen Schule gewütet worden war. Noch als die Beamten vor Ort waren, erschien ein 71-jähriger Rentner und schilderte, dass er am Sonntagnachmittag zwei Kinder an dieser Schule beim Einschlagen einer Scheibe gestellt habe.

Kinder wüten "aus Langeweile" in ihrer eigenen Schule

Klare Personenbeschreibung

Er habe ihnen auch eine Eisenstange abgenommen und sich ihre Personalien geben lassen. Die erwiesen sich letztlich als falsch. Doch durch eine sehr eindeutige Personenbeschreibung konnte einer der jungen Täter ermittelt werden. Er nannte den Beamten schließlich auch Mittäter.

Wie sich nun herausstellte, waren die Kinder erstmals am Samstagnachmittag über den Zaun des Schulgeländes stiegen und hatten versucht, mit Steinen eine Fensterscheibe einzuwerfen.

Als dies nicht gelang, nahmen sie zwei Eisenstangen und zertrümmerten die Doppelverglasung. Dann stiegen sie in die Turnhalle. Schließlich schlugen sie eine Türscheibe im Inneren der Schule ein. In Bastelräumen wollten sie die Glasvitrinen kaputt schlagen - ohne Erfolg.

Eisenstangen deponiert

Dann verwüsteten sie die Aula, rissen dort eine Uhr, Namenschilder und Bilder von der Wand und warfen alles auf den Boden. Sie verließen das Schulgelände und deponierten die Eisenstangen in einem Gebüsch. Am Sonntagnachmittag stiegen sie dann mit den Stangen erneut in die Schule ein und stellten fest, dass die tags zuvor eingeschlagene Fensterscheibe mit Holzbrettern vernagelt war. Sie schlugen die daneben befindliche Scheibe ein und drangen alle drei in die Schule vor. Doch auch die bereits eingeschlagene Innentür war mit Bretter versehen.

Jetzt versuchten sie es an der Lehrereingangstür. Dabei sah sie der 71-Jährige und sprach sie an. Einer der Buben konnte zwar fliehen, aber für zwei gab es keinen Ausweg mehr. "Obwohl sie ertappt worden sind und der ältere Mann ihnen sogar eine Eisenstange abnahm, waren zwei so dreist und stiegen nochmals über den Zaun auf das Schulgelände", so der Polizeibericht. Nun wollten sie in den Ethikraum. Die dortige Scheibe ging aber nicht zu Bruch. Entmutigt verließen sie über den Sportplatz das Schulgelände.

Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf mehrere Tausend Euro. Als Motiv gaben die Buben der Polizei "Langweile" an.

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