1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Klaus Phillips feines Gespür für Holz

Bobingen

22.09.2016

Klaus Phillips feines Gespür für Holz

a2(1).jpg
2 Bilder
Den Vernissagebesuchern gefielen die Materialmix-Objekte ausgesprochen gut.
Bild: Ingeborg Anderson

Der Künstler aus Bobingen sieht in Fundstücken optische Reize und arbeitet diese heraus. Das ist bei Sammlern gefragt.

Schon bevor die Ausstellung eröffnet wurde, waren die ersten Exponate mit roten Punkten versehen, das hat Seltenheitswert in der Region. In der Arztpraxis am Kleiberweg wurde es ziemlich eng, so zahlreich waren die Vernissagegäste, die gekommen waren, um Klaus Phillips Kunstwerke aus den vergangenen vier Jahrzehnten zu sehen. Und Andrea Schmid und Barbara Heider stimmten sie mit der Querflöte auf diese Retrospektive ein.

Materialmix mit Metall, Glas, Mineralien und Ton 

Dr. Alois Schäffler freute sich: „Schon seit etwa zehn Jahren möchte ich, dass Klaus Phillip hier in der Praxis ausstellt. Jetzt hat es endlich geklappt.“ Phillip ist durch zahlreiche Ausstellungen im Kunstverein und im Umkreis bekannt, zumal seine Werke eine unverkennbare Handschrift haben. Sie besteht in der besonderen Verwendung von Holz, das er in einem fantasievollen Materialmix mit Metall, Glas, Mineralien oder Ton kombiniert. Etwa, indem er Strukturen und unterschiedliche Oberflächen wie Raues und Glattes in Kontrast setzt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Damit bringt er nicht nur den Reiz der Materialen zur Geltung, sondern lässt sie eine eigene Geschichte erzählen. Indem er die natürlichen Strukturen des Holzes als Gestaltungsmittel einsetzt, macht er die Zeit sichtbar, in der das Holz gewachsen ist und das, was sich im Laufe dieses Wachstums ereignete. Etwa, wenn der Baum eine Verwundung mit einer Rindenschrunde heilte oder Hindernisse wie einen Maschendrahtzaun umwuchs.

Der Künstler drückt es so aus: „Ich sehe das Stück Holz an und habe dann eine Vorstellung davon, was ich machen will und bin dabei bemüht, die Natürlichkeit des Holzes zu erhalten.“ Seine künstlerische Laufbahn begann zunächst als Keramiker. Aber kurz darauf kam das Holz ins Spiel. Es ist das Ausgangsmaterial und Initiator seiner Objekte und Assemblagen, also Collagen mit plastischen Objekten. Einschlüsse, Verwachsungen, Verwindungen und Verwundungen, Verwitterungen, Astlöcher ziehen ihn magisch an.

„75 Holzarten habe ich bis jetzt verarbeitet“

Phillip fühlt, wenn ein Stück Holz sich mit seinen Ideen trifft. Dann lässt er das Holz sprechen – Rinden oder Äste entfernt er nicht einfach, sie tragen zum Charakter einer Arbeit bei, werden als Ausdrucksmittel eingesetzt. Und Klaus Phillip hat mitgezählt. „75 Holzarten habe ich bis jetzt verarbeitet. Neben heimischen Bäumen beispielsweise Elsbeere aus Frankreich, Affenbrotbaum, Sequia aus Kalifornien, tropisches Mangrovenholz, Teakholz aus Indonesien oder Schiffsplanken aus der Nordsee.“

Bei seinem Werken versteht er es, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden, denn viele seiner Objekte sind nicht nur Dekoration, sondern haben einen Gebrauchswert. Wie etwa ein Tisch aus Palettenfüssen oder die Spiegel und Lampen, die in dieser Ausstellung zu sehen sind.

Zurück zu den roten Punkten an den Kunstwerken – ein Teil des Erlöses kommt einem guten Zweck zugute, denn Klaus Phillip wird 20 Prozent des Verkaufserlöses für die Orgel der evangelischen Dreifaltigkeitskirche spenden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
DSC_8475(1).jpg
Lechfeld

Plus Warum Wasser trotz weniger Service nicht billiger wird

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen