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Wirtschaft

29.11.2014

Kleinaitingen macht für BMW Hausaufgaben

Noch ein großes Logistikzentrum am Lechfeld?

Noch ist nicht sicher, ob hier ein Auslieferungslager für Ersatzteile entsteht. Doch es lockt mehr als nur Gewerbesteuer.

Kleinaitingen Bürgermeister Rupert Fiehl aus Kleinaitingen spricht gerne ruhig und sachlich und er handelt mit Bedacht. Dass sich BMW schon im Spätsommer für bis zu 20 Hektar Grund am ehemaligen Gutshof interessierte, um dort ein Auslieferungslager für Ersatzteile errichten zu lassen, behielt er lange für sich. Nur am Landratsamt in Augsburg war ein kleines Team um Landrat Martin Sailer und Wirtschaftsreferent Ulrich Gerhardt eingebunden. Bislang galt für Fiehl: „Es gibt nichts zu sagen, es steht gar nichts fest.“ Dabei könnte der neue Logistikbetrieb fast doppelt so groß wie Amazon werden, bis zu 250 Arbeitsplätze bringen sowie entsprechende Einnahmen an Einkommens- und Gewerbesteuer. Und BMW könnte Magnet für Zulieferer sein.

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Seit gestern spricht Fiehl offen über diese Möglichkeiten. Am Vorabend hatte er dem Gemeinderat das Projekt erläutert. Fiehl erwähnte den Besuch einer BMW-Delegation bei ihm, eine Ortsbesichtigung am Gut Lechfeld und die Äußerungen der Münchner Gäste, die Fiehl trotz einiger Standortalternativen so einschätzt, als wäre seine Gemeinde der ideale Wunschkandidat für das Vorhaben.

Noch, so betont Fiehl auch gestern, seien „einige Hausaufgaben zu machen.“ Er weiß, dass die Zeit drängt. BMW will sein neues Logistikzentrum für Süddeutschland in einem Jahr in Betrieb nehmen. In Leichtbauweise soll es schnell hochgezogen werden. Zuvor muss eine Baugenehmigung auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Gelände erteilt werden und der Kauf abgeschlossen sein.

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Dass sich hier Gewerbe ansiedeln soll, wurde längst in der Planung der Gemeinde festgeschrieben. Dass gleich ein namhafter Betrieb hier den Anfang macht, hatte da noch keiner gedacht. Andererseits hat die Gemeinde auch keine große Not.

Interesse von Investoren an Grundstücken seiner Gemeinde waren für den Bürgermeister schon in seiner kurzen Amtszeit seit Mai kein Einzelfall. Kleinaitingen hat viel Platz für Gewerbeansiedlungen und die verkehrsgünstige Lage ist seit dem Bau des Logistikzentrums von Aldi allseits bekannt. Weitere Gewerbeflächen stehen laut Fiehl im Norden zur Verfügung.

Doch auch aus einem anderen Grund spart die Gemeinde das Gut Lechfeld bislang aus offensiver Vermarktung aus. Noch zehn Jahre lang ist sie an einen Vertrag gebunden, wonach der Freistaat an Wertsteigerungen zu beteiligen sei. Das war eine Klausel, als Fiehls Vorgänger, Bürgermeister Franz Schäfer, 2004 dem Land das ehemals staatliche Gut für einen günstigen Preis abkaufte. Wie dieser Klausel nun gerecht zu werden ist, gehört zu den wesentlichen Hausaufgaben, von denen Bürgermeister Fiehl nun spricht. Dabei, so weiß er, hat er Landrat Martin Sailer und den früheren Landtagsabgeordneten Max Strehle an seiner Seite.

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