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Untermeitingen

09.04.2019

Kleines Theater veranstaltet amüsanten Wirbel

Bernie (Harald Zehentbauer) und Callgirl Angie (Martina Dempf) versuchen, die Leiche von Freier Bill (Markus Schmid) loszuwerden.
Bild: Daniel Weber

Das Schicksal gönnt dem Protagonisten im Stück des Theatervereins Untermeitingen keine Verschnaufpause. Von einem Problem rutscht er ins nächste.

Ein einfallsloser Möchtegernautor und -maler hat sich ein Jahr freigenommen, um sein künstlerisches Selbst zu entfalten. Nach zehn Monaten hat er noch immer nichts vorzuweisen außer ein wenig beeindruckendes Selbstporträt und ein angefangenes erstes Buchkapitel. Dann überschlagen sich die Ereignisse und sein langweiliges Leben wird zur emotionalen Achterbahnfahrt.

„Kein Mord, kein Sex, aber eine Leiche?“ von Joan Shirley heißt das Stück, das das Kleine Theater des Theatervereins Laetitia Untermeitingen derzeit in der Imhofhalle aufführt. Auf der Bühne stolperte Bernie Anderson, gespielt von Harald Zehentbauer, von einem Problem ins nächste. Seine Frau Nicole (Birgit Zeitz) musste ihre Frauenarztpraxis behelfsmäßig zu Hause im Wohnzimmer betreiben, weil das Ärztehaus renoviert wird. Damit behinderte sie Bernies Selbstfindungsprozess, es kriselte lautstark in den heimischen vier Wänden.

Callgirl Angie will sich mit ihrem Freier in Bernies Garten vergnügen

Dann tauchte plötzlich das Callgirl Angie (Martina Dempf) auf, mit dem Bernie auf einem Autorenworkshop ins Bett gestiegen war. Die leichte Dame brachte einen reichen Freier mit und hatte sich in den Kopf gesetzt, den uneinsichtigen Garten am Haus als Liebesnest in Beschlag zu nehmen.

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Bernies Versuche, das vor seiner Frau geheimzuhalten, wurden ohne böse Absicht torpediert von Bianca Graalheer als schusselig-verwirrte Tante Dot. Graalheer überzeugte mit ihrer unbekümmerten und unschuldigen Art und sorgte beim Publikum für so manchen Lacher, wenn sie arglos zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt auf die Dinge aufmerksam machte, die im Haus ihrer Meinung nach geschahen.

Das Theaterstück kam bei den Zuschauern in der Imhofhalle gut an

Überhaupt amüsierten sich die Zuschauer in der Imhofhalle prächtig, dafür sorgte auch die skurrile Handlung. Die hochschwangere Val (Jasmin Gmelch) zum Beispiel, eine Patientin von Nicole, bestand eisern auf eine Unterwassergeburt in der Badewanne der Andersons. Dass Bernies Tochter Polly (Verena Riedl) mit dem Assistenzarzt Sebastian (Michael Bader) anbandelte, brachte den Vater zur Weißglut, doch sein größtes Problem war ein anderes: Beim Liebesspiel im Garten hatte Freier Bill (Markus Schmid) inzwischen das Zeitliche gesegnet. Wohin nur mit der Leiche?

Auf jede gerettete Situation folgt noch ein Problem

Im Theaterstück reihte sich ein Problem an das nächste, hektisch und gereizt eilten alle durcheinander – nur Tante Dot war die Ruhe in Person. Einige zusätzliche entspannte Momente hätten dem Stück nicht geschadet und das immerwährende Chaos noch besser in Szene gesetzt.

Obwohl die schauspielerischen Anforderungen für eine Rolle als toter Freier nicht gerade hoch sind, war doch bewundernswert, dass Schmid bei all dem Chaos um sich herum kein einziges Mal eine Miene verzog. Besonders gut spielte Zehentbauer seine Rolle, der nicht nur textsicher, sondern auch ausdrucksstark den Verzweifelten mimte. In Sachen Authentizität konnten sich mit seinem gestressten Auftreten nur die markerschütternden Schreie der in den Wehen liegenden Val messen.

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