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Kleinaitingen

22.03.2017

Königlicher Besuch beim Starkbierfest

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2 Bilder
Über den königlichen Besuch von Prinz Luitpold von Bayern (links) freuten sich der Redenschreiber Dietmar Meitinger, Franz Schäfer und Edi Heiß als Bruder Barnabas.
Bild: Hieronymus Schneider

Seit 20 Jahren ist der „Kleinaitinger Nockherberg“ eine Domäne der CSU. Ausgerechnet ein „Roter“ gab dazu den Anlass.

Bevor Edi Heiß als Bruder Barnabas in die mit etwa 300 Besuchern ausverkaufte Lechfeldhalle einzog, um den Politikern von der Kommunal- bis zur Weltpolitik in seiner ureigenen Art den Spiegel vorzuhalten, wurde an die Anfänge des Starkbierfestes erinnert. Gerhard Mößner holte als Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Kleinaitingen-Oberottmarshausen den Gründungsvater, Altbürgermeister Franz Schäfer, ans Rednerpult. Und der erzählte, dass die Idee 1997 aus einer Neckerei zwischen ihm und dem durch und durch rot gefärbten Egon Wengenroth begann.

Der war nicht nur Vorsitzender des FC Kleinaitingen mit roter Vereinsfarbe, sondern auch SPD-Anhänger und wollte die „Schwarzen“ mal ordentlich tadeln. Deshalb wurde das dunkle Kaltenberger Ritterbockbier ausgewählt, weil das Schwarze ja vernichtet werden sollte.

Launige Rede von Prinz Luitpold von Bayern

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Franz Schäfer freute sich, zum 20-jährigen Bestehen Prinz Luitpold von Bayern vom Schloss Kaltenberg begrüßen zu können. Dieser hielt eine sehr launige Rede über die Bedeutung des Bieres für die Menschheit als Gesundheitselixier und stellte fest, dass sich Bayern durch erhöhten Bierkonsum prächtig entwickelt habe. „Also was kann daran falsch sein?“, fragte er in den Saal und ließ die Kleinaitinger Musikkapelle mit Dirigent Jürgen Heider die Bayernhymne als Dankgebet anstimmen.

Bruder Barnabas beschwerte sich darüber, dass ihm in all den Jahren niemand etwas gesagt habe, dass es einen Paragrafen gibt, der die Beleidigung ausländischer Repräsentanten unter Strafe stellt. „Da habe ich ja Glück gehabt, dass Abbetshausen doch noch kein Ausland ist“, sagte der Fastenprediger und schoss sich auf sein Lieblingsopfer, Oberottmarshausens Bürgermeister Gerhard Mößner, ein.

Gerhard Mößner muss den Bieranstich proben

Die wahren Geschichten über ihn seien schon Satire genug. So berichtete Edi Heiß unter anderem darüber, dass er statt Wahlzetteln einen Bedienungsblock verwendete, auf denen schon der Wahlvorschlag „König Ludwig Weißbier“ stand. Weil ihm der Bieranstich bei der 50-Jahr-Feier des FC Kleinaitingen misslungen war, musste Mößner nochmals an einem Holzfass üben. Vorsichtshalber wurde ein Spritzschutz vor die ersten Reihen gestellt und zur Gaudi des Publikums ein kaputter Zapfhahn verwendet.

Den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz und Carolina Trautner aus dem Bayerischen Landtag beglückwünschte Barnabas dazu, zum illustren Kreis der Bundesversammlung zu gehören, die den Bundespräsidenten wählen durften. „Carolina Trautner ist zwar in der Schwabmünchner Zeitung ständig präsent, aber der Marktwert ihrer Autogrammkarte von 2,59 Euro im Ebay ist noch steigerungsfähig“, sagte Barnabas.

SMÜ-Kennzeichen wird von Bruder Barnabas thematisiert

Markus Ferber bot er an, Vorsitzender aller Kleinaitinger Vereine zu werden, falls er das sinkende Europaschiff verlassen sollte. „Denn Ehrenamtliche sind ja kaum noch zu finden.“ Obwohl Landrat Martin Sailer nicht da war, ging Barnabas auch auf das Thema SMÜ-Kennzeichen ein. Das wurde wohl genehmigt, weil die Wähler im Süden im Wahljahr kurzfristig wichtig wären. Da aber nur historische Kennzeichen wieder eingeführt werden, könne es kein GRA für Großaitingen, KLA für Kleinaitingen oder ABH für Abbetshausen geben. Historisch wäre allenfalls das RAE für römische Streitwägen der Region Raetia.

Benjamin Früchtl vom Begegnungsland Lech-Wertach empfahl der Bußprediger, bloß keinen Flugschein machen zu wollen, nachdem er beim Elektroauto die Zündkerzen suche und mit einem Hausboot auf der „Merkelschen Seenplatte“ ein anderes Boot schrammte. Barnabas beschäftigte sich auch mit der Frage, was man mit dem Kleinaitinger Wasserturm machen könne. Er empfahl, leere Bierflaschen nach dem Hundertwasser-Vorbild einzubauen, dann hätten die Kleinaitinger wenigstens ein Motiv zum „Saufen für den Wasserturm“.

In Anspielung auf US-Präsident Donald Trump verließ Bruder Barnabas mit dem Spruch „Bavaria first, Pfia Gott“ den Saal.

Kleinaitingens Bürgermeister Rupert Fiehl und Organisator Franz Schäfer bedankten sich bei Edi Heiß und seinem Redenschreiber Dietmar Meitinger für 20 beziehungsweise 16 Jahre Treue zum Starkbierfest mit leeren Bilderrahmen, in denen das Erinnerungsfoto mit Prinz Luitpold von Bayern Aufnahme finden soll.

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