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Königsbrunn
09.08.2019

Die Bienenweide hilft auch Imkern und der Tafel

Angelika (links) und Walter Schuler (rechts) übergaben an Marianne Kowarschick von der Königsbrunner Tafel und Walter Steinbach vom Imkerverein je einen (symbolischen) Scheck in Höhe von 1500 Euro. Das Geld spendete die Landwirtsfamilie aus ihrem Projekt der Blühwiese an der Gartenstraße.
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Angelika (links) und Walter Schuler (rechts) übergaben an Marianne Kowarschick von der Königsbrunner Tafel und Walter Steinbach vom Imkerverein je einen (symbolischen) Scheck in Höhe von 1500 Euro. Das Geld spendete die Landwirtsfamilie aus ihrem Projekt der Blühwiese an der Gartenstraße.
Foto: Marion Kehlenbach

Die Paten, die sich an der Blühwiese von Walter Schuler in Königsbrunn beteiligt haben, unterstützen auch Vereine vor Ort. Wofür die Spenden gebraucht werden.

Landwirt Walter Schuler hat auf seinem Feld an der Gartenstraße eine insektenfreundliche Blumenwiese angesät und die Bürger konnten sich mit einer Patenschaft von 50 Cent pro Quadratmeter an dem Projekt beteiligen. Ein Teil des Geldes wurde jetzt als Spende an Königsbrunner Vereine überreicht.

Die Wiese bietet Bienen und anderen Insekten Nahrung und Möglichkeiten zur Eiablage. Um zu zeigen, dass es dem Königsbrunner Landwirt hier nicht um ein neues Geschäftsmodell geht, wollte er nur ein Drittel des Geldes zur Deckung seiner Kosten nehmen und den Rest zu gleichen Teilen an die Königsbrunner Tafel und den örtlichen Imkerverein spenden (wir berichteten). Nun blüht im Westen der Stadt eine wunderschöne Wiese und Walter Schuler und seine Frau Angelika haben die Geldspende an Vertreter der beiden Organisationen übergeben. Rund 4500 Euro kamen bei dem Blühwieseprojekt zusammen, also ein unerwarteter Geldregen von 1500 Euro pro Verein.

Imker verwenden die Spende für die Nachwuchs-Ausbildung

Der Vorsitzende des Imkervereins, Thomas Tabbert, erläutert, wofür die Imker das Geld verwenden wollen: „Das Geld dient dazu, die praktische Probeimkerausbildung weiter auszubauen und Mitgliedern ohne eigene Honigschleuder die Möglichkeit zu geben, auf eine Vereinsausrüstung zurückzugreifen. Und leider ist alles, was mit Lebensmitteln zu tun hat, etwas teurer.“ 3000 Euro kosten alleine die Gerätschaften, hat Tabbert aufgelistet, und der Verein hat gerade einmal ein Jahresbudget von 600 Euro. Davon fließt ein Teil in die Öffentlichkeitsarbeit, die sich die Vereinsführung auf die Fahnen geschrieben hat und mit der sie auf das Hobby der Bienenzucht und die dazugehörigen Umweltbelange aufmerksam machen will. Im Probeimkerkurs lernen Interessierte den Umgang mit den Bienenvölkern, zudem wurden Flyer gedruckt, eine neue Internetseite erstellt und im Ferienprogramm lernen Kinder, wo der Honig herkommt. Und Tabbert nennt auch einen sozialen Aspekt: Es sollen nicht nur Menschen mit Haus und Garten imkern können, sondern auch Bürger, die in Mehrfamilienhäusern leben. Diese können ihre Bienenvölker auf dem Bienengrundstück abstellen, das die Stadt dem Verein überlassen hat. Aber auch hier gebe es noch viel zu tun, was nicht nur mit Mannes- (und Frauen-)Kraft erledigt werden kann, sondern auch Geld erfordert. „Unser Imkerverein leistet einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz“, ist sich Tabbert sicher.

Den Scheck für seinen Verein nahm sein Stellvertreter, Walter Steinbach, entgegen und der hatte für alle Beteiligten ein Glas Königsbrunner Honig mitgebracht. Das wäre ein schöner Gedanke, für die Kunden der Tafel von dem Spendengeld Honig zu kaufen, bestätigt Marianne Kowarschick. Sie ist die Organisatorin der Einrichtung, die zum Dachverband der Caritas gehört. „Aber das ist leider nicht möglich“, sagt Kowarschick. „Wir dürfen keine Lebensmittel kaufen, sondern nur gespendete Waren weitergeben. Allgemeine Spendengelder benötigen wir zur Deckung der Unkosten wie Strom, Wasser, Verpackungsmaterial und Benzin.“ Sie gibt zu bedenken, dass es notwendig sei, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Das Projekt von Landwirt Schuler findet sie richtig schön, deshalb habe sie sich auch privat an der Aktion beteiligt. Und auch Walter Schuler ist zufrieden. Rund 80 Einzelpersonen und Familien hätten eine Patenschaft übernommen, dazu kommen noch Gruppen wie beispielsweise der FC Königsbrunn. Insgesamt kam dabei eine Fläche von 9000 Quadratmetern zustande, plus weitere 2000 Quadratmeter, die der Landwirt zusätzlich ansäte. Und Schuler verweist auf Königsbrunner Kollegen, die auch Blühwiesen angepflanzt haben. Wie viel die bayerische Landwirtschaft für die Umwelt beiträgt, ist im Internet ersichtlich.

Hoffnung auf mehr Unterstützung der Landwirte durch die Bürger

Schuler wünscht sich aber noch mehr Unterstützung von den Bürgern, indem sie regional einkaufen und so die Landwirtschaft vor Ort unterstützen. Was sauer aufstößt, sei das Bild der Bauern in Medien und sozialen Netzwerken, wenn von Giftspritzern, Umweltverpestern, Tierquälern und Grundwasserverschmutzern die Rede ist und die Ernährungssicherung von 80 Millionen Bürgern in Deutschland in den Hintergrund gerät. Doch das trübt seinen Elan für die Blühwiese nicht. Nach anfänglichen Auflaufschwierigkeiten wegen der großen Trockenheit, in der der Landwirt noch einmal nachsäte, hat sich eine farbenreiche Bienenweide entwickelt und Schuler will die Aktion im kommenden Jahr wiederholen: „Der Umwelt ist nicht mit einmaligen Aktionen geholfen, Umweltschutz geht über Jahrzehnte.“ Und er hofft dabei auch, dass es der Bevölkerung ernst ist mit dem Artenschutz und Artenvielfalt und er wieder Unterstützung erhält. Insgesamt bekomme er sehr viele positive Reaktionen auf seine Aktion und er beobachtet, dass viele Leute vor den Plakaten haltmachen und sich informieren.

Informationen zur Aktion auch im Internet unter www.bayerischerbauernverband.de/bayern-blueht-auf

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