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Königsbrunn/Kaufbeuren

31.01.2020

Königsbrunn: Echte Polizei nimmt falschen Polizisten fest

Über das Telefon stellen Trickbetrüger oft Kontakt zu ihren Opfern her.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Ein Trickbetrüger wollte eine 49-Jährige aus Königsbrunn hinters Licht führen. Sie ging zum Schein auf die Anweisungen ein und lockte den Betrüger in die Falle.

Diesmal war die echte Polizei am Zug: Sie nahm einen 44-jährigen Trickbetrüger fest, der sich als Polizist ausgegeben hatte. Er wollte eine Frau aus Königsbrunn um mehr als 20.000 Euro erleichtern. Die 49-Jährige wurde allerdings misstrauisch.

Bei der Königsbrunnerin meldete sich zunächst ein Michael Steinbeck von der Kriminalpolizei Augsburg. Der falsche Polizeibeamte berichtete von Einbrechern, die es angeblich auf das Vermögen der Frau abgesehen hatten. Die 49-Jährige war verunsichert und bestätigte, Vermögensgegenstände zu besitzen. Der falsche Polizist versprach ihr daraufhin, diese für sie in Sicherheit bringen zu können. Der Betrüger forderte die Frau auf, ihr Vermögen bei der Bank abzuholen und dann weitere Anweisungen abzuwarten.

Falscher Polizist navigierte die Königsbrunnerin am Telefon zum Übergabeort

Kurzzeitige Zweifel der Frau an der Echtheit des angeblichen Polizisten konnten die Betrüger ausräumen, indem sie die 49-Jährige aufforderten, nach einem Signalton die 110 zu wählen. Dabei wurde das Telefonat lediglich zu einem weiteren Betrüger umgeleitet, welcher sich ebenfalls als Polizist ausgab und der Frau bestätigte, dass ihr Vermögen in Gefahr sei.

Königsbrunn: Echte Polizei nimmt falschen Polizisten fest

Daraufhin begab sich die 49-Jährige zur Bank und holte einen Bargeldbetrag im unteren fünfstelligen Euro-Bereich ab. Dann bekam die Frau weitere Instruktionen: Telefonisch wurde sie aufgefordert, an einen entfernten Übergabeort zu fahren – denn angeblich sei ihre Wohnung unsicher. Als die 49-Jährige von den Betrügern telefonisch in Richtung Kleinaitingen navigiert wurde, kamen ihr erneut Zweifel. Daraufhin rief die 49-Jährige bei der echten Polizei an. Gleichzeitig erhielt die Frau weitere Anweisungen von den Betrügern.

Übergabe auf einem Parkplatz

Sie sollte zu einem öffentlichen Parkplatz in Kaufbeuren fahren und dort das Geld in einer Tüte ablegen. Die Königsbrunnerin steuerte tatsächlich den Parkplatz an und deponierte die Tüte mit dem Geld wie vereinbart. Doch das war eine Falle: Echte Beamte des Polizeipräsidiums Schwaben Nord nahmen den 44-jährigen falschen Polizisten noch vor Ort fest.

In Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West wurde anschließend die Wohnung des 44-Jährigen in Kaufbeuren durchsucht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg erließ der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Augsburg gegen den 44-Jährigen einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachtes des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs – jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Trickbetrug wird geschickt eingefädelt

Die Polizei warnt auch weiterhin vor falschen Polizeibeamten. Aktuell würden die Betrüger ihre Masche dahingehend anpassen, dass sie zuerst mit dem so genannten Enkeltrick ihre potenziellen Opfer kontaktieren. Danach kommt ein Anruf eines falschen Polizeibeamten, der auf den vorangegangen Enkeltrickbetrug hinweist und sich so das Vertrauen der Angerufenen erschleicht.

Die Polizei stellt klar: Kein Beamter wird nach Wertgegenständen fragen noch anbieten, Vermögen sicher in Verwahrung zu nehmen.

Mögliche weitere Geschädigte, welche einen Anruf des angeblichen Michael Steinbeck von der Kriminalpolizei Augsburg erhielten, werden gebeten, sich bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle zu melden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de.

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