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Königsbrunn

09.11.2018

Königsbrunn bekommt gutes Zeugnis für Hilfestellungen

Viele Problemfelder, aber gute Hilfsangebote: Im sozialen Bereich liegt die Stadt Königsbrunn mit ihren Hilfsangeboten richtig, befindet ein Experte.
Bild: Adrian Bauer

Das Landratsamt analysiert soziale  Problemfelder der Gemeinden. Königsbrunn weist in vielen Bereichen hohe Zahlen auf. Warum der Experte trotzdem zufrieden ist

 „Wie geht es Ihnen? – das ist eigentlich eine ganz einfache Frage. Die Antwort ist meist eine gefühlte Wahrheit – manchmal gibt es auch versteckte Probleme, von denen man selbst nichts weiß. Um diese Schwierigkeiten aufzudecken gibt es bei Menschen regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt, für Städte und Gemeinden übernimmt diese Funktion die Sozialraumanalyse. Jetzt wurden dem Hauptausschuss die Ergebnisse der aktuellen Analyse vorgestellt. Ergebnis: Königsbrunn hat ein paar Probleme, tut aber viel dafür, sie im Griff zu behalten.

Erfasst werden bei der Sozialraumanalyse Problemfelder im sozialen Miteinander. Wie viele Familien brauchen Hilfe bei der Kindererziehung, wie viele Alleinerziehende gibt es, wie viele Menschen beziehen Sozialleistungen – diese und weitere Faktoren werden untersucht. Für die Kommunen sind die Daten eine Entscheidungshilfe, wie sie ihr Geld investieren sollten. Braucht man mehr Kitas oder doch eher Sozialarbeiter? Welche Hilfsangebote sind am effektivsten?

Experte sieht keine Steigerungsmöglichkeiten

Günter Katheder-Göllner vom Landratsamt stellte der Stadt ein gutes Zeugnis aus: „Sie haben hier sehr viel getan. Ich könnte kein Feld nennen, wo ich Steigerungsmöglichkeiten sehe.“ Bei den untersuchten Feldern weist die Stadt im Landkreisvergleich allerdings überall viele Problemfelder auf. Bei Städten sei dies allerdings ganz normal, sagte Katheder-Göllner. Für das Gesamtbild der Bemessung spielen auch Standortfaktoren eine Rolle. In Städten ist der Anteil der (günstigen) Mietwohnungen höher, was dazu führt, dass mehr Menschen dort wohnen, die Sozialleitungen beziehen.

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Diese Gegebenheiten ziehen weitere Effekte nach sich: „Beispielsweise ziehen Menschen nach einer Trennung eher vom Dorf in eine Stadt, wo es Mietwohnungen gibt und die Infrastruktur den Alltag erleichtert. Das bedeutet aber für den Index mehr Alleinerziehende, die in der Stadt leben.“ Die Kommune kann hier zum Beispiel mit Betreuungsangeboten in Hort oder Kita helfen. In Königsbrunn werden 1200 Kinder von einem Elternteil erzogen, das ist gut ein Viertel der Kinder.

Bei manchen Zahlen haben hohe Werte auch durchaus ihr Gutes. 3,3 Prozent der jungen Menschen bekommen beispielsweise Hilfe bei der Erziehung. „Es gibt viel mehr Einrichtungen, die erkennen können, wenn es Probleme gibt. Zudem gibt es viel mehr niederschwellige Hilfsangebote als früher“, sagt Katheder-Göllner. Dadurch könne mehr Menschen geholfen werden, bevor aus kleinen Problemen große werden. Auf der anderen Seite steigen so natürlich wieder die Fallzahlen in der Statistik.

Jugendkriminalität ist vergleichsweise hoch, aber insgesamt rückläufig

Einen hohen Wert weist Königsbrunn im Kreisvergleich bei der Jugendkriminalität auf. 5,9 Prozent der Jugendlichen (128) wurden im Untersuchungszeitraum einer Straftat verdächtigt. Häufigste Delikte waren Gewalt untereinander, Eigentumsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittgesetz. Doch auch hier kann Katheder-Göllner eine gute Nachricht vermelden: „Im Vergleich zu anderen Städten sind die Zahlen hoch, insgesamt gibt es aber weniger Fälle als in früheren Jahren.“

Katheder-Göllner empfahl den Ausschuss-Mitgliedern, an den Problemen dranzubleiben und die bestehenden Baustellen weiter zu bearbeiten. Für die vorliegende Studie wurden Daten aus den Jahren 2014 bis 2016 ausgewertet. Die Analyse läuft immer in einem Drei-Jahres-Turnus. Beim Landkreis fühlt man sich für die Herausforderungen gut gerüstet. Man könne in der Jugendhilfe jede Hilfsanfrage qualifiziert bearbeiten und habe in den vergangenen Jahren ein Top-Netzwerk an Hilfsangeboten aufgebaut. „Das habe ich in anderen Landkreisen ganz anders erlebt. In dieser Hinsicht werden wir oft als Vorbild gesehen“, sagte Katheder-Göllner.

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