1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Königsbrunn plant 32 Millionen für Investitionen ein

Königsbrunn

01.12.2019

Königsbrunn plant 32 Millionen für Investitionen ein

Der Wohnbau boomt. Entsprechend investiert die Stadt Königsbrunn viel Geld in Grunderwerb und die Ausweisung von Baugebieten.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

In Königsbrunn beginnen kommende Woche die Debatten über das Budget für 2020. Welche Projekte auf der Liste oben stehen und wo sich Jahr eher nichts bewegt.

In der kommenden Woche berät der Hauptausschuss des Königsbrunner Stadtrats erstmals in öffentlicher Sitzung über das Budget fürs kommende Jahr und die Finanzplanung. Bürgermeister Franz Feigl und Kämmerer Tobias Müller haben unserer Zeitung vorab die wichtigsten Punkte erläutert, über die der Stadtrat diskutieren wird.

Baugrund Jedes Jahr stellt die Stadt eine größere Summe für Grunderwerb in den Haushalt. In den vergangenen Jahren ging es um Geld für Flächen im Zentrum oder entlang der Straßenbahn-Trasse. In diesem Jahr sind 10,3 Millionen Euro eingeplant. Der Löwenanteil dieser Summe soll für Investitionen im neuen Baugebiet am östlichen Stadtrand verwendet werden. Dort sollen etwa 150000 Quadratmeter Bauland entstehen, die Stadt möchte etwa 40000 Quadratmeter Flächen erwerben. Der Grund soll fürs Einheimischenmodell und für GWG-Bauprojekte zur Verfügung stehen und als Tauschflächen dienen. Im kommenden Jahr soll der Bebauungsplan beschlossen werden, sodass 2021 die ersten Bauarbeiten beginnen können. Ein aktueller Verfahrensstand soll in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 12. Dezember vorgestellt werden.

Schulsanierungen Die Runderneuerung der Königsbrunner Grundschulen bleibt in den kommenden Jahren einer der großen Kostenfaktoren. „Ich zeichne zurzeit quasi jeden Monat halbmillionenweise die Abschlagszahlungen ab“, sagte Bürgermeister Feigl. Hier werden noch einige Unterschriften zu leisten sein. Für 2020 und 2021 sind noch mehr als 20 Millionen Euro für die Grundschulen Nord und Süd veranschlagt. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, steht mit der Sanierung der Grundschule West der nächste Brocken an. Stand jetzt soll dort 2022 die große Bauphase beginnen.

Königsbrunn plant 32 Millionen für Investitionen ein

Königsbrunn baut neue Kindertagesstätten

Mit dem Martin-Luther-Haus hat die Stadt kurzfristig zusätzliche Kapazitäten in der Kinderbetreuung hinzugewonnen. Kürzlich hat der Stadtrat beschlossen, diese durch einen Ausbau des Kellergeschoßes noch einmal zu erweitern. Dazu kommen noch einmal 3,2 Millionen in den nächsten beiden Jahren als Zuschuss für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Zur Göttlichen Vorsehung. Zudem steigt man in die Planungen für einen Neubau an der Karwendelstraße ein.

Wertstoffhof Der geplante neue Wertstoffhof ist derzeit noch eine ziemliche Wundertüte. Denn während die Stadtverwaltung gerade die Planungen zur Verabschiedung für den Stadtrat fertigmachte, kam aus dem Umweltministerium in München eine Aufforderung an die Bezirke, alle Bauschutt-Deponien zu kontrollieren. Und auf so einer ehemaligen Grube ist das neue Projekt geplant. Bevor also die Baumaschinen anrollen können, laufen erst einmal die Prüfungen. „Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, was herauskommt“, sagt der Bürgermeister. Im Idealfall stelle sich heraus, dass darin nichts abgelagert wurde, was potenziell eine Gefahr fürs Grundwasser darstellt. Falls doch problematische Stoffe gefunden würden, könnte vor dem Baubeginn aber auch eine Sanierung anstehen.

Großer Brocken bei der Straßensanierung kommt erst 2021

Die Umgestaltung der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße soll im kommenden Jahr beginnen. Der größte finanzielle Brocken ist aber erst für 2021 eingeplant mit 9,3 Millionen Euro für den Straßenbau. 2020 sind derzeit 2,6 Millionen vorgesehen, mit denen unter anderem auch die Guldenstraße saniert und teilweise neu mit einem Kanal ausgestattet werden soll.

Sport- und Freizeitpark West Alle Jahre wieder steht ein sechsstelliger Betrag für Einrichtungen wie Seniorensportgeräte oder Adventure Golf im Budget. Getan hat sich bislang eher wenig in der Parkanlage. Das Problem ist weniger der Wille der Stadträte als das Veto des Landratsamtes. Denn der Bebauungsplan für das gesamte Areal ist völlig veraltet. „Man hat uns klar signalisiert, dass wir ohne eine Erneuerung des Plans nichts mehr bauen dürfen“, sagte Feigl. Ein neuer Bebauungsplan muss dann auch den aktuellen Vorschriften entsprechen, was in Sachen Schallschutz kompliziert werden könnte. Denn bereits jetzt gibt es bei manchen Sportveranstaltung Beschwerden der Anwohner über Lärmbelästigung.

So könnte ein neuer Bebauungsplan auch deutlich mehr Aufwand für Lärmschutzmaßnahmen mit sich bringen. Eventuell könnte sich aber zumindest beim Gymnasium-Weiher etwas tun, wo die Räte kürzlich beschlossen haben, dass das Gebüsch rund um das Gewässer ausgelichtet werden soll.

Keine großen Spielräume im Königsbrunner Haushaltsentwurf

Insgesamt 32 Millionen Euro sind für 2020 an Investitionen eingeplant. Für Tobias Müller war das Zahlenwerk zum Einstand als alleine verantwortlicher Kämmerer gleich ein dicker Brocken. Zudem steht der Kämmerei selbst ein Großprojekt ins Haus, weil die Produktkonten, aus denen sich der Haushalt zusammensetzt, an die aktuelle Gesetzeslage angepasst werden müssen.

Beim Personal würde die Stadt gerne zwei bis drei Stellen mehr schaffen. Benötigt wird Personal beim Bauhof und bei den Protokollanten. „Wir haben jetzt mehr Sitzungen, was auch mehr Schreibarbeit bedeutet. Die Damen kommen derzeit bei allem Einsatz einfach nicht hinterher“, sagt Feigl. Wie viel Spielraum bleibt und wofür der eingesetzt wird, müssen die Beratungen zeigen. Tobias Müllers Haushaltsentwurf weist derzeit einen Überschuss von 30000 Euro aus. „Wer noch Wünsche für Ausgaben hat, müsste also dazu sagen, wo er sparen möchte“, sagte Feigl.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren