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Königsbrunn

15.06.2019

Königsbrunn sucht Plätze für neue Kindertagesstätten

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2 Bilder
Der Kiosk am Pfarrzentrum Zur Göttlichen Vorsehung könnte einem Anbau für den Kindergarten weichen.
Bild: Adrian Bauer

Mit dem Umbau des Martin-Luther-Hauses zur Kita sind die Platznöte vorerst beseitigt, aber das Problem nicht gelöst. Wo in Königsbrunn noch Potenziale stecken.  

Die Bildungslandschaft in Königsbrunn verändert sich derzeit stark. Zwei Grundschulen werden parallel runderneuert und auch für die jüngeren Kinder muss mehr getan werden. Den Anfang macht die Umwidmung des Martin-Luther-Hauses zur Kindertagesstätte (siehe eigener Bericht). Doch schon jetzt ist klar: Das wird nicht reichen. Der Königsbrunner Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am 2. Juli mit der Frage befassen, wie die vorschulische Betreuung in naher Zukunft ausgebaut werden kann. Ideen und Konzepte gibt es schon einige.

Dass ein Ausbau notwendig wird, daran lassen die Zahlen keinen Zweifel. Ohne die schnelle Lösung mit dem Martin-Luther-Haus hätte die Stadtverwaltung vor dem Problem gestanden, einigen Eltern im Herbst keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder anbieten zu können. Die Gründe sind vielfältig, sagt Bürgermeister Franz Feigl: Die Entscheidung der Staatsregierung, den Eltern freizustellen, ob ihr Kind in die Schule gehen soll oder noch ein Jahr in den Kindergarten, spiele dabei eine Rolle. Hinzu komme Königsbrunns Status als Anlaufstelle für Flüchtlingsfamilien: „Wenn man zwei Familien zugewiesen bekommt, die drei und fünf Kinder haben, braucht man schnell Betreuungsplätze“, sagt Feigl. Ein weiterer Grund für den gesteigerten Bedarf sei, dass aus der einheimischen Bevölkerung einige geburtenstarke Jahrgänge in das Alter kämen, wo die Familienplanung ansteht.

Die Stadt Königsbrunn will im Osten eine Kita bauen und betreiben

Hinzu kommt der Zuzug von Familien. Im neuen Baugebiet am Ostrand der Stadt plant die Verwaltung von Anfang an eine Kita mit, die nach momentanem Stand unter Trägerschaft der Stadt stehen wird. Der Bedarf für ganz Königsbrunn lässt sich damit nicht decken. Weitere Bauten wären nötig, Konzepte gibt es bereits.

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Ein mögliches Erweiterungsobjekt ist der Kindergarten am Pfarrzentrum Zur Göttlichen Vorsehung. Nachdem zuletzt die Kitas St. Ulrich und St. Michael saniert wurden, stünde nun dieser für eine Frischzellenkur an. Im Zuge dessen könnte der Bau am bisherigen Standort erweitert und um einen Neubau bis zum Kiosk am Fußweg Richtung Parkplatz verlängert werden. Dadurch könnte das Haus, das bislang zwei Kindergartengruppen beherbergt, auf die Standardgröße mit drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen erweitert werden, sagt Feigl: „Diese Größe hat sich bewährt, weil es damit möglich ist, dass alle Kinder von der Krippe bis zur Einschulung in der selben Einrichtung bleiben können.“ Eine Begehung mit dem Schweizer Architekten, der das Ensemble aus Kirche, Kita und Altenheim entworfen hat, habe bereits stattgefunden, sagte Feigl. Der Mann habe weiterhin das Urheber- und bei baulicher Veränderung ein Mitspracherecht.

Neubau auf einem heute zugewucherten Grundstück möglich?

Auch der evangelischen Kirchengemeinde schwebt eine Erweiterung ihrer Kapazitäten vor. Auf der Wiese zwischen Friedhof und Kindergarten Arche Noah könnte sich Pfarrer Ernst Sperber ein Familienzentrum vorstellen mit Räumen für Krippe, Kindergarten und Hort: „Für eine Erweiterung des Friedhofs werden wir die Fläche wohl nie mehr brauchen und mit dem Bau könnten wir die Nachbarschaft noch besser verzahnen.“

Eine dritte Möglichkeit wäre ein Neubau an der Karwendelstraße. Die Stadt könnte ihr Vorkaufsrecht auf ein verwildertes Grundstück samt Hausruine ausüben und dort ebenfalls eine Kita mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen errichten. Als Träger kommt beispielsweise die Awo infrage, die auf der anderen Seite der Lechstraße den Waldkindergarten betreibt. All diese Pläne klängen zusammen zwar nach einer enormen Ausweitung, sagte Feigl. Doch man dürfe nicht vergessen, dass das Martin-Luther-Haus nur eine Interimslösung sei und man schnell Ersatz brauche.

Ob und wann diese Möglichkeiten umgesetzt werden, liegt nun in den Händen des Stadtrates. Denn die Stadt müsste bei den Neubauten entweder als Bauherr auftreten oder die Kosten erstatten. Für die Sitzung am 2. Juli spielen daher die Prognosen für den Bedarf an Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren eine gewichtige Rolle. Sie bilden die Entscheidungsgrundlage, wie vielen der Ideen man nähertritt und mit welcher Dringlichkeit einzelne Bauprojekte vorangetrieben werden. In jedem Fall entsteht der Stadt eine neue Herausforderung.

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