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Verkehr in Königsbrunn

15.05.2015

Königsbrunn will was bewegen für die Radler

Auf der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße kann es für Radler und Autos manchmal ganz schön eng werden. Ein Vorschlag im Radverkehrskonzept lautet, zwischen den Kreisverkehren die Fahrbahnen auch für Radler zu öffnen.
Bild: Hermann Schmid

Wo die Königsbrunner nicht zufrieden sind und was die Stadt tun will.

„Fehlende Radwege“ erwähnen Königsbrunner Bürger am häufigsten, wenn sie nach Problemen im Fuß- und Radwegenetz gefragt werden. Gleich dahinter kommt „Disziplinlose Radfahrer“. Das sind zwei der zum Teil recht überraschenden Ergebnisse, die Andreas Bergmann von der Planungsgesellschaft Stadt – Land – Verkehr kürzlich im Stadtrat präsentierte. Sie basieren auf einer Haushaltsbefragung, die im Frühsommer 2014 im Auftrag der Stadt durchgeführt wurde. Die Fragebögen wurden damals mit dem Mitteilungsblatt verteilt. Auch die Verkehrszahlen der Stadt aus den vergangenen drei Jahren seien darin eingeflossen, erläuterte Josef Marko, Sachbearbeiter Verkehr im Rathaus. „Disziplinlose Radler“ seien in seinen bisherigen Untersuchungen nur selten als Problemthema genannt worden, bemerkte Bergmann, „das hat uns etwas gewundert“. Eventuell liege das daran, dass im Zentrum und auch entlang anderer Straßen Fußgänger und Radler die Streifen beiderseits der Fahrbahnen nutzen, so der Verkehrsexperte, dadurch entstehe möglicherweise „ein Gefühl der Belästigung“.

Das Stadtgebiet wurde in 40 Verkehrszellen aufgeteilt

Dabei steht für den Verkehrsplaner fest: „Es geht nur miteinander.“ So ist einer seiner Vorschläge für den künftigen Radverkehr in Königsbrunn, in den Geschäftsstraßen im Zentrum – also in der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße zwischen den Kreisverkehren sowie in Markt-, Schul- und südlicher Schwabenstraße – Autos und Fahrräder gleichberechtigt zu behandeln.

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Eine Liste mit 15 Vorschlägen für Maßnahmen hatte Bergmann seiner Zwischenpräsentation beigefügt. Laut Marko sei nicht vorgesehen, sie formell zu beschließen, vielmehr werde die Stadtverwaltung daraus eine Prioritätenliste erstellen, die man dann nach und nach abarbeite. Für das Konzept hatte das Planungsbüro die Ergebnisse der Haushaltsbefragung zu umfangreichen Datensätzen ausgewertet.

So wurde das weitläufige Stadtgebiet in 40 sogenannte „Verkehrszellen“ eingeteilt und die Verkehrsflüsse zwischen ihnen – vor allem mit Rad und Pkw – erfasst. Weil der Rücklauf der Fragebögen nicht repräsentativ für die Bevölkerung in Königsbrunn war, wurden die Angaben gewichtet, um nahe an ein aussagekräftiges Ergebnis zu kommen, so Bergmann. So konnte er errechnen, dass weniger als zehn Prozent der Haushalte in der Stadt kein Fahrrad haben.

Knapp ein Viertel aller Bürger radeln täglich, mehr als ein Drittel ist auch im Winter mit dem Rad unterwegs. Beim Einkaufen, für private Erledigungen und für Freizeitaktivitäten wird das Rad mindestens so häufig genutzt wie das Auto. 38,5 Prozent der Wege und Fahrten am Stichtag seien mit dem Rad zurückgelegt worden, ergab die Befragung. „Ein relativ hoher Anteil“, so Bergmann, das spreche für eine gute Radwege-Situation in der Stadt. Die soll nach den Vorstellungen der Bürger aber noch besser werden. Die Erhebung habe deutlich mehr Verbesserungsvorschläge als Kritikpunkte ergeben, „das zeigt: Die Bevölkerung ist motiviert“.

Und noch eine Erkenntnis können Bürgermeister und Stadträte der Analyse entnehmen: Viele Bürger vermissen die Tram nach Augsburg. Denn beim Punkt „Problemthemen ÖPNV“ liegt die „Fehlende Straßenbahnanbindung“ ganz vorne, sie hat fast doppelt so viele Nennungen wie der zweitplatzierte Punkt „Zu wenige Verbindungen“. Aber das wird eine andere Baustelle für die Verantwortlichen im Rathaus sein.

Hier soll was passieren:

Bürgermeister-Wohlfarth-Straße „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ zwischen den Kreisverkehren, Radwegbenutzungspflicht aufheben

Augsburger Straße In Fahrtrichtung Haunstetter Straße ein 1,5 Meter breiter Schutzstreifen für Radler

Blumenallee Statt Rad-/Fußweg beidseitig Schutzstreifen für Radler zwischen Enzianstraße und Edelweißring

Garten-/Weizenstraße Geh- und Radweg an der Nordseite verbreitern, bessere Sichtverhältnisse an der Einmündung schaffen

Gartenstraße/Alter Postweg (Zufahrt zum Gymnasium) Kreuzung komplett mit Ampel und Tempo 30 ausstatten, zum Gymnasium eine „Fahrradstraße“ ausschildern

Hunnen-/Guldenstraße Kreuzung mit einem Mini-Kreisverkehr gestalten, mit überfahrbarer Mittelinsel (wegen Schwerlastverkehr)

Lechstraße Querungshilfe aus der Amselstraße (Wohngebiet) Richtung Ilsesee

Grundschule Nord Die angrenzenden Teile von Heide- und Lerchenstraße für Autoverkehr sperren

Via-Claudia-Radweg Südlich der Bobinger Straße nicht am Rand der Landsberger Straße, sondern neu anlegen weiter westlich auf der historischen Römerstraße.

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