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Königsbrunn

28.11.2019

Königsbrunner Firma gibt Spenden statt Kundengeschenke

Mit zwei Spenden haben Andrea und Jörg Baader der Kartei der Not und dem Ellinor-Holland-Haus großzügige Weihnachtsgeschenke zukommen lassen. Für den Fototermin haben Mitarbeiter des Unternehmens in eine ausrangierte Schaltschranktür weihnachtliche Motive gefräst.
Foto: Hermann Schmid

Die Firma Baader Schaltanlagen aus Königsbrunn hat eine vorweihnachtliche Firmentradition geändert und bedenkt nun die „Kartei der Not“. Was die Gründe sind.

Dass Firmen an wohltätige Organisationen spenden, kommt gerade vor Weihnachten häufiger vor. Die Firma Baader Schaltanlagen aus Königsbrunn hat nun 5000 Euro für zwei wohltätige Projekte unserer Zeitung gegeben und dafür eine lang gepflegte Tradition geändert.

In vergangenen Jahren gab es im Industriegebiet Nord unbemerkt von der Öffentlichkeit alljährlich einen kleinen, feinen Adventsmarkt. Die Firma Baader lud dann ihre Ansprechpartner in den Kundenunternehmen ein. Es gab Glühwein, Bratwürste, gute Gespräche – und jeder Gast durfte einen schönen Christbaum aus dem Bayerischen Wald mit nach Hause nehmen. Das vorweihnachtliche Event kam gut an, berichtet Geschäftsführer Jörg Baader, auch bei den Mitarbeitern, die ebenfalls eingeladen und beschenkt wurden.

Je 2500 Euro für Kartei der Not und Ellinor-Holland-Haus

Doch seit 2018 hat Baader das Treffen gestrichen und spendet den eingesparten Betrag – großzügig aufgestockt, wie er sagt – jetzt alljährlich für wohltätige Organisationen in der Region. Heuer profitieren die Kartei der Not, der Leserhilfswerk der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen, sowie das mit ihr verbundene Ellinor-Holland-Haus in Augsburg davon. Jeweils 2500 Euro haben sie vor kurzem von der Firma Baader erhalten. Während die Kartei der Not unbürokratische Hilfen für unverschuldet in Not geratene Menschen gewährt, bietet das Ellinor-Holland-Haus vorübergehende Unterkünfte, in denen Menschen in unverschuldeter Not neue Kraft schöpfen können, um ihr Leben wieder eigenständig zu meistern.

Ein Grund für den Wandel sei, so erläutert Jörg Baader, dass mehr und mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern bei der Annahme von Firmengeschenken enge Grenzen setzen. „Glühwein und Würstchen hätten sie noch nehmen dürfen, aber einen Christbaum schon nicht mehr.“ Da war es schließlich nicht mehr sinnvoll, das Event für immer weniger Gäste zu organisieren. „Und irgendwelchen Plastik-Krimskrams wollten wir auch nicht verschicken als Ersatz“, ergänzt Andrea Baader. Da war es für beide naheliegend, in der Vorweihnachtszeit stattdessen Menschen in der Region etwas Gutes zu tun. „Wir sind sicher, so ist das Geld sinnvoll eingesetzt“, sagt Jörg Baader. Bei den Geschäftspartnern sei sie die Idee gut angekommen, berichtet er.

Produkte aus Königsbrunn sind weltweit im Einsatz

Zum Kundenstamm von Baader Schaltanlagen gehören bekannte Industrie-Unternehmen: Linde, Hosokawa Alpine, Tetrapak (die übrigens nicht die Getränkekartons, sondern die dazugehörigen Abfüllanlagen herstellen), zahlreiche Automobil-Zulieferer und auch Pero in Königsbrunn. Für ganz verschiedene Fertigungstechnik werden bei Baader die nötigen elektronischen Schaltanlagen entworfen und gebaut sowie die dazugehörigen digitalen Steuerungen programmiert. Zum Einsatz kommen sie in Werken weltweit.

Automatisierung sei ein Dauerthema in der Industrie, sagt Jörg Baader, sein Unternehmen ist damit stetig solide gewachsen. Als er die Firma - die sein Vater 1973 gegründet und nach dessen frühem Tod seine Mutter über 30 Jahre geführt hatte – im Jahr 2002 übernahm, zählte sie 28 Mitarbeiter. Heute sind es 45 – darunter sieben Azubis der Fachrichtung Systemelektroniker. Etwa ein Viertel der Mitarbeiter sind schon seit über 25 Jahren dabei, betont der Chef, und betont auf Nachfragen, auch in Zeiten von „Industrie 4.0“ und wachsender Einbindung des Internets sei die Erfahrung bewährter Mitarbeiter ein wichtiger Pluspunkt. „Die Gesetzmäßigkeiten des Stroms haben sich ja nicht geändert.“ Andrea Baader ergänzt: „Die Kombination von jüngeren und älteren Mitarbeitern führt zu einer Win-Win-Situation.“

Auch nach dem Aus für den firmeninternen Adventsmarkt müssen die Mitarbeiter auf ihr Advents-Präsent nicht verzichten. Jetzt gibt es Glühwein, Bratwürste und den Christbaum halt nicht mehr rund um das Werk, dafür machen Chefs und Belegschaft im Dezember einen Ausflug zum Christbaum-Verkauf der Forstverwaltung Augsburg in Haunstetten.

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