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Königsbrunn

16.10.2020

Königsbrunner Gymnasiasten gärtnern für Insekten und gute Noten

Bernhard Frey erklärt den Schülern, wie sie die Blumenzwiebeln einpflanzen müssen.
Bild: Justin Lautenbach

Plus Die Q12 des Gymnasiums Königsbrunn legt an der Schule eine Blühwiese an. Die Aussicht auf eine gute Note ist dabei nicht der einzige Antrieb der Schüler.

Mit Gummistiefeln bekleidet steht Bernhard Frey vor der Q12 des Gymnasiums Königsbrunn. In der einen Hand einen Spaten und in der anderen Hand eine Tulpenzwiebel, demonstriert der Fachberater für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Augsburg, wie die Schüler die Blumen richtig anpflanzen müssen. Diese legen im Rahmen ihrem P-Seminar am Gymnasium eine kleine Frühblüherwiese für Insekten an.

Die Königsbrunner Schüler setzen sich mit der Umwelt auseinander

Initiiert wurde das Projekt von den Schülern der Q12 zusammen mit ihrer Lehrerin Heidi Patel und Sunyela Roider von "Königsbrunn - Mein Garten". Das Oberthema des P-Seminars ist "Green and Clean", zu deutsch "Grün und Sauber". Im Rahmen des Projekts setzen sich die Schüler mit ihrer Umwelt auseinander. Die Jugendlichen haben schon die Permakulturgärten in Königsbrunn besucht und den Gymnasiumsweiher gereinigt. Im 14-tägigen Rhythmus treffen sie sich drei Stunden lang und arbeiten mit Roider zusammen.

Frey leitet die Schüler an. Er ist von der Idee einer Frühblüherwiese am Gymnasium begeistert: "Was wir hier machen, ist einzigartig. Sonst bin ich für Gemeinden und Vereine beratend tätig. Ich arbeite aber gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Die sind weltoffen und interessieren sich für ihre Umwelt." Ihm sei es dabei ein Anliegen, an das bestehende Interesse der Schüler anzuknüpfen und ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, sagt er.

Schüler der Q12 legen am Gymnasium Königsbrunn eine Blühwiese für Insekten an.
Bild: Justin Lautenbach

Dass die Schüler jetzt an ihrer Schule aktiv werden, gefällt auch Roider: "Hier wurden Grünflächen angelegt, die man gut nutzen kann." 1200 Blumenzwiebeln - von Hyazinthen, über Tulpen zu verschiedensten Alliumarten und Krokussen wurden in zwei Stunden in die Rasenfläche gepflanzt. . Die ausgesuchten Zwiebelpflanzen spiegeln die Hauptfarben des Gymnasiums wieder: rot und gelb, dazwischen ein paar weiße und ganz wenige blaue Blumen als gesetzte Kontrapunkte.

Auch Sabine Schwarzmann von der Umweltstation Augsburg unterstützt die Aktion: "Mich freut es, dass die Jugendlichen hier aktiv werden und etwas machen. Das ist aktiver Naturschutz." Die Pflanzaktion sei ein erster Schritt hin zu mehr Naturgarten am Gymnasium, sagte Sunyela Roider. Ein Sommerflieder soll im kommenden Jahr Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung bieten, zudem sammelten die jungen Gartler einiges an Müll und Scherben ein.

Schüler tun auch außerhalb des Unterrichts etwas für die Umwelt

Frey fragt bei den Schülern nach, warum sie sich an der Aktion beteiligen: "Seid ihr nur wegen der Note hier oder habt ihr auch eine andere Motivation, heute die Blumen zu pflanzen?" Eine Schülerin antwortet schnell: "Im Frühjahr wird es immer schneller warm. Die Insekten und Bienen finden aber nur wenig Pflanzen, weil die noch wachsen müssen. Wir schaffen ihnen eine erste Anlaufstelle." Zu Hause hat die Schülerin schon Erfahrungen im Gärtnern gesammelt: "Ich helfe meiner Tante im Garten. Außerdem achte ich auf mein Konsumverhalten. Ich versuche, Plastik zu vermeiden und nur regionale Lebensmittel zu kaufen."

Auch eine andere Schülerin berichtet von ihren Erfahrungen: "Manchmal helfe ich meiner Mutter beim Gärtnern. Ansonsten versuche ich, bewusst einkaufen zu gehen." Ein dritter Schüler führt an, warum er sich für das Projekt entschieden hat: "Zu Hause arbeite ich mit meinen Eltern im Garten. Außerdem habe ich mich in meiner Seminararbeit auch mit Natur und Umwelt beschäftigt. Ich finde das Thema sehr interessant."

Oberstudienrätin Patel hat den Eindruck, dass das Projekt den Jugendlichen Spaß macht: "Die Schüler bringen von Haus aus Interesse mit." Ursprünglich hätten sie ein anderes Umweltprojekt geplant, sagt sie. Das musste wegen Corona aber abgesagt werden. Nun läuft die praktische Phase erst richtig an. "Die Schüler sind auf jeden Fall froh, dass sie etwas Praktisches machen und die Ergebnisse sehen können", sagt Heidi Patel.


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