Lesung

22.05.2019

Kopf oder Zahl?

Unter dem Motto „Kopf oder Zahl?“ stellten (von links) Richard Reisch, Micha Wolf und Albert Schmid sechs interessante Bücher vor, in denen es um das Thema Geld geht. Musikalische Akzente setzte Karlheinz Hornung mit seiner Stimme und seiner Akustikgitarre.
Bild: Sybille Heidemeyer

Im Mittelpunkt der Stadtbücherei stehen Werke, die sich mit dem Thema Geld befassen

„Kopf oder Zahl?“ – so lautete der Titel der jüngsten Lesung der beliebten Literaturlesereihe der Stadtbücherei Schwabmünchen. In den Mittelpunkt stellten Richard Reisch, Albert Schmid und Micha Wolf diesmal Bücher, die sich in vielerlei Facetten um das Thema Geld drehen. Die drei Schwabmünchner geben ihre Freude an guten Büchern gerne auf diese unterhaltsame Weise weiter. Vor acht Jahren rief der pensionierte Deutschlehrer Richard Reisch gemeinsam mit dem ehemaligen Buchhändler Albert Schmid die Veranstaltung ins Leben. „Der Ursprung war es, neue Bücher der Stadtbücherei vorzustellen. Später stellten wir die Lesungen unter ein Motto“, sagte Richard Reisch. Seit vier Jahren bereichert Micha Wolf, die Germanistik und Geschichte studiert hat, das Team der Rezitatoren. Karlheinz Hornung setzte wieder mit seiner Stimme und der Akustikgitarre musikalische Akzente.

Sechs interessante Bücher aus verschiedenen Epochen standen auf dem Programm. In „Die Wette“ von Anton Tschechow (1860 –1904) ging es um die Wette eines reichen Bankiers mit einem jungen Rechtsanwalt um zwei Millionen, dass dieser 15 Jahre Einzelhaft nicht aushalten würde. Der Tag, an dem der Anwalt sein Gefängnis nach 15 Jahren verlassen sollte, verläuft allerdings anders als erwartet.

Im stark autobiografischen Roman „Der Geldkomplex“ von Franziska von Reventlow (1871 – 1918) verarbeitet die Autorin selbstironisch in 25 Briefen, die die Protagonistin aus der Nervenheilanstalt schreibt, ihre lebenslangen Geldsorgen. „Schäfchen im Trockenen“ heißt der dritte Roman der 1971 geborenen Anke Stelling. Hier stellt die Protagonistin mit einer gehörigen Portion Sozialkritik für sich fest, dass bei Geld die Freundschaft aufhört. Der Roman wurde in diesem Jahr mit dem Belletristikpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Am Tag der Lesung wurde bekannt, dass die Autorin den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg erhält.

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In die Frankfurter Immobilienmaklerszene entführt Lilian Loke (Jahrgang 1985) die Leser ihres Debütromans „Gold in den Straßen“. Wie verändert jemanden die Gier nach Erfolg und welche Macht hat Geld?

Der 1967 in Moskau geborene Wladimir Kaminer gehört seit fast 20 Jahren zu den beliebtesten deutschsprachigen Autoren. Albert Schmid las die Kurzgeschichte „Goldfieber“ aus dem Buch „Liebesgrüße aus Deutschland“, sicher der amüsante Höhepunkt des literarischen Abends.

In dem Roman „Hochdeutschland“ beschreibt Alexander Schimmelbusch (Jahrgang 1975) einen Investmentbanker, der sein Leben und die Gesellschaft hinterfragt und sein eigenes „radikales Projekt“ ersinnt.

Mit Grimms Märchen „Die Sterntaler“ als „Betthupferl“ und neuen Leseideen verließen die rund 45 Besucher begeistert die Stadtbücherei.

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