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Puppenspiel

13.11.2019

Krach im Dach

Gelingt es Witwe Grantel, die freche Maus zu fangen? Die Kinder im Publikum helfen mit. Foto: Ingeborg Anderson

Unterhaltung für Kinder und ihre Eltern mit Mäusen und einer Ziege. Am Ende gibt es ein Versprechen

Allerlei spannende Erlebnisse brachten die Puppentheatertage dem jungen Publikum unter dem Dach der Mittleren Mühle in Bobingen. Den Abschluss bildeten zwei Vorführungen mit einer Maus und einer Ziege in den Hauptrollen.

Und darum ging es dabei: Bei Witwe Grantel muss alles sauber und ordentlich sein – auch auf dem Dachboden. Und dass sich dort in einem alten Koffer eine Maus eingenistet hat, geht gar nicht. Zumal der freche kleine Nager auch noch ihre Essensvorräte plündert. Frau Grantel beschließt, etwas dagegen zu tun.

Puppenspielerin Linde Scheringer als Witwe Grantel erzählte zum Abschluss der 8. Puppentheatertage die Geschichte der Maus Pippilotti Naseweis und ihres Freundes, des dichtenden Mäuserichs Max Mucks.

Von Anfang verstand sie es, die jungen Zuschauer in das Geschehen auf dem heimeligen Dachboden einzubeziehen. Etwa wenn sie Papierkugeln ins junge Publikum hüpfen ließ oder die Kinder fragte, was sie tun soll. Und die hatten gute Ratschläge und auch – zum Vergnügen der erwachsenen Zuschauer – sprachliche Korrekturen am Münchner Dialekt der Witwe Grantel. Beispielsweise wenn sie „Kaas“ sagt. „Das heißt Käse“, kommt es aus dem Publikum. Mithilfe der Kinder findet die Geschichte ein glückliches Ende. Ebenso wie die zweite Geschichte des Nachmittags, die eine Fortsetzung der Mäusegeschichte ist und von Teilen, Helfen und Tolerieren erzählt.

Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard ist zufrieden: „Wir bekommen sehr viel positive Resonanz, die Puppentheatertage werden sehr gut angenommen.“ Es freut sie, dass viele junge Eltern mit ihren Kindern kommen, weil es ihr wichtig ist, die Kinder früh an Kultur heranzuführen. Natürlich wird es diese Veranstaltung weiterhin geben“, lautet ihr Versprechen.

Geheimnisvoll und auch ein wenig spannend wurde es zuvor mit dem Figurentheaterstück „Schneewittchen strickt ein Monster“. Das Figurentheater Unterwegs aus Bad Waldsee von Angelika Jedelhauser hatte die anwesenden Kinder und Erwachsenen schon nach wenigen Minuten in seinen Bann gezogen. Jedelhausers Stück nach dem Bilderbuch von Annemarie van Haeringen nahm die Kinder mit auf eine Fantasiereise. Einzige Hilfsmittel: die Figur der Ziege Schneewittchen, ein alter Lehnsessel, jede Menge Wolle und natürlich Angelika Jedelhauser selbst.

Mit viel Hingabe erweckte die Puppenspielerin mit wenigen Maschen erst zwei kleine Zicklein, später einen Wolf, einen Tiger und am Ende sogar ein Monster zum Leben. Das muss sie tun, denn der Wolf, den Schneewittchen in einem Anflug von Zorn gestrickt hat, hat Frau Schaf gefressen. Und die muss doch am Ende gerettet werden. Deshalb wird am Ende der Faden nicht abgeschnitten, sondern bleibt in Schneewittchens Händen und in den Händen ihrer kleinen Besucher. Denn diese dürfen selbstverständlich immer wieder hautnah am Wollfaden mit dabei sein. (inge/anja)

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