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Ultratour 2

31.05.2011

Kreuze mit Plastikblumen machen ihnen Angst

Nach 3605 Kilometern und 36 Radltagen treffen Christian Rottenegger und Annette Kniffler in Wolgograd ein. Die Hinterräder müssen neu eingespeicht werden.
Bild: Foto: privat

Christian Rottenegger und Annette Kniffler radeln an der Wolga entlang. Ein Drittel der Strecke ist geschafft

Wolgograd/Bobingen Rund 4000 Kilometer und 40 Radltage sind Annette Kniffler und der Bobinger Christian Rottenegger inzwischen auf der Ultratour 2 unterwegs. Auch wenn sie voll im Plan sind – ihre Ziele China und die gigantischen 8000er des Himalaja sind noch Monate entfernt. In unregelmäßigen Abständen erhält unsere Zeitung Nachricht von der unglaublichen Tour der beiden.

Nur eine Viertelstunde an der russischen Grenze

Derzeit radeln sie durch Russland. Annette Kniffler schrieb vor wenigen Tagen: „Nur eine Viertelstunde dauert es, bis wir die Formulare an der russischen Grenze ausgefüllt, die schwer bewachten Schranken passiert, die wichtige Migration-Card im Pass und den Zollbereich hinter uns gelassen hatten. Eine echte Überraschung, hatten wir doch mit einer mehrstündigen Odyssee am Grenzübergang zwischen der ukrainischen Hafenstadt Mariupol und dem russischen Taganrog gerechnet.

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Von einem Kilometer auf den anderen ändert sich nicht nur die Währung, sondern auch das allgemein übliche Verhalten der Verkehrsteilnehmer: Russen fahren grundsätzlich nicht über durchgezogene Linien, von denen es auf einmal reichlich gibt. Für Radler, die über weite Strecken ohne brauchbaren Seitenstreifen zurechtkommen müssen, bedeutet dies vor allem eins: Stress. Die unzähligen mit bunten Plastikblumen geschmückten Kreuze und Gedenksteine, die an Verkehrstote erinnern, machen die Lage nicht gerade besser. Ebenso das Gewitter mit Gegensturm und strömendem Regen, das wir in der südrussischen Steppe nach Überqueren des Don erleben.

Jedes Auto, jeder Laster taucht uns in eine Wolke aus trübem, braunem Spritzwasser. Trotzdem treffen wir vollkommen unversehrt, wenn auch schmutziger denn je und mit der vierten gebrochenen Speiche nach 3605 Kilometern und 36 Radltagen in Wolgograd ein – dem ehemaligen Stalingrad, in dem das Trauma des Zweiten Weltkriegs noch heute überall präsent ist.

Wir lassen hier beide Hinterräder neu einspeichen und kommen in einer gemütlichen Privatunterkunft unter, die uns der hiesige Fahrradclub Orion organisiert.“

Am Ufer der Wolga Richtung Kasachstan

Inzwischen haben die beiden Abenteurer wohl die Wolga, einen der größten Flüsse der Welt, auf einer riesigen Brücke überquert. Sie gerät angeblich bei Sturm heftig in Schwingung und scheint zu tanzen. Kniffler und Rottenegger müssten jetzt am Ufer des mächtigen Stroms auf seiner östlichen Seite Richtung Astrahan kurz vor der kasachischen Grenze unterwegs sein. (rr)

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