Theater

23.04.2013

Krimi mit viel Komik

Während Toilettenfrau Bärbel (Markus Leichtle) von einer Reise nach Mallorca träumt, schwärmt Lony Loo (Lisa-Maria Jaschek) von einer Krokodillederhandtasche.
Bild: Andrea Strahl

Die Mittelneufnacher Bühnenjugend löst mysteriösen Fall

Mittelneufnach Zahlreiche „Schaulustige“ hatten sich zur Aufklärung eines Kriminalfalls der Mittelneufnacher Theaterjugend im örtlichen Gemeindezentrum versammelt. Dabei fand das bereits vierte Bühnenstück des Mimen-Nachwuchses „Hände hoch oder ich niese“ großen Anklang im gut gefüllten Saal.

Unter der Regie von Heidi Happacher und Kurt Reiser hatten fünfzehn Jugendliche der Theaterfreunde Mittelneufnach seit Januar an der Kriminalkomödie von Alexa Thiesmeyer geprobt.

Darin bringt die laufende Nase des Landstreichers Paul auf dem Mittelneufnacher Dorfplatz so einiges durcheinander: Vermutet er doch in der Krokodillederhandtasche der betuchten Frau Wortreich weiche Papiertaschentücher – an den ebenfalls darin befindlichen 5000 Euro ist er gar nicht interessiert.

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Zu Beginn des Stücks wird das Publikum am eigentlichen Tatort von Kavalier Herrn Schmitz ausdrücklich auf die lauernden Gefahren hingewiesen: „Achten Sie auf Ihre Taschen. Der Theaterverein übernimmt keine Haftung für verschwundene Handtaschen. Folgen Sie der Handlung aufmerksam und genießen Sie das Stück!“

Das von Jürgen Baur professionell gestaltete Flugblatt zu dieser Krimikomödie stellte gar eine Belohnung für sachdienliche Hinweise in Aussicht. Dort ist auch zu lesen, dass in der Spurensicherung für die Maske Andrea und Elisabeth Wenger mit Lena Winkler zuständig sind, Alexandra Zwerger als Souffleuse.

Zurück zur Handlung: Die Krokodillederhandtasche geht durch alle möglichen Hände und zeigt die geheimen Wünsche der Protagonisten: Toilettenfrau Bärbel beispielsweise wünscht sich eine Reise nach Mallorca, Gärtner Gisbert Unterstützung für seinen Artenschutzverein, Bodo von Pöppler sammelt für die Wiederbelebung ausgestorbener Sprachen und die Besitzerin des gestohlenen Objekts, Frau Wortreich, ist eigentlich auf der Suche nach einem schnittigen Mann.

Vor der Paulchen-Panter-Melodie und der Polizeisirene von den Bühnentechnikern Stefan Happacher und Tim Dietmayer entwickelte sich so manche Situationskomik und verursachte allgemeines Gelächter.

Es wäre keine Komödie, wenn nicht alle am Ende ihr Glück finden würden, bis auf zwei: Das Gaunerpärchen Tanja und Eddi geht leer aus und der Landstreicher Paul hat schon alles, was ihn glücklich macht: einen Platz an der Sonne in seiner Tonne hinter der BayWa ganz nach dem Philosophen Diogenes und, ach ja, zwei supersofte Päckchen Papiertaschentücher gegen seine Erkältung.

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