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Bobingen

10.11.2017

Krokodile in Bayern und eine Riesenmaus

Einen Blick in die Zeit vor rund 30000 Jahren  warfen Teilnehmer der Kinderkulturtage, als der Geologe Dr. Hans-Joachim Gregor Funde aus Bobingens Boden zeigte.
Bild: Ingeborg Anderson

Ein Geologe macht anschaulich, wie es während der Würmeiszeit auf heutigem Boden Bobingens ausgesehen hat.

In Bayern gab es tatsächlich einmal Krokodile. Das war zu einer Warmzeit vor etwa 30000 Jahren, als der heutige bayerische Boden eine sehr fremdartige Landschaft war. Die Vorzeit und Funde aus jener Epoche aus der heimischen Kiesgrube Lauter waren ebenso Thema der Kinderkulturtage wie Musik und jüngere Heimatgeschichte.

Im Haus der Firma Lauter überraschte und fesselte Hans-Joachim Gregor seine Zuhörer gleich zu Anfang seines Vortrags. Der Geologe und Paläobotaniker war gekommen, um interessierten Kindern „Ein Fenster in die Vorzeit“ Bobingens zu öffnen. In eine Zeit, in der es hier Wollnashörner und Mammuts gab. Belege dafür fand man beim Kiesabbau. Spannend und lebendig machte Gregor anschaulich, wie es während der Würmeiszeit auf heutigem Boden Bobingens aussah: Die Landschaft war ziemlich karg mit spärlichen Bäumen – Fichten und Kiefern. Auf den Ebenen wuchsen Hahnenfuß und Zichorie. Und darauf die großen Tiere, wie das Wollnashorn und das Mammut, was Knochen- und Zahnfunde beweisen.

Augen auf in einer Kiesgrube

Doch nicht nur die großen Tiere sind interessant, sondern auch winzige Lebewesen, wie etwa die Löss-Schnecke sowie die Samen der Pflanzen, die damals wuchsen. Wie man sie findet? Dazu werden Profile angelegt – das ist eine freigelegte Wand des Bodens, in der die einzelnen Schichten sichtbar werden, erklärte Gregor. Ein solches Profil konnten die jungen Zuhörer vor Ort im Ausstellungsraum sehen. „Bobingen ist inzwischen in ganz Bayern berühmt, weil die Profile hier einmalig sind“, fügte er hinzu. Im Original waren sie haushoch. Den Kindern gab Gregor den Tipp: „Wenn ihr in einer Kiesgrube seid – Augen auf! Man findet eigentlich immer was.“

Er selbst kennt jedes Stück ganz genau. Denn wie Benjamin Lauter sagte: „Dr. Gregor begleitet uns schon seit vielen Jahren bei allem, was wir gefunden haben.“ Und deshalb konnte Gregor die Fragen der jungen Zuhörer, die sich um die Vitrinen drängten, auch sehr sachkundig beantworten. Die waren durchweg ebenso fasziniert wie Sophia: „Ich konnte sehr viel entdecken, es war toll“, fand sie.

Eine Schächtelchen mit Löss-Schnecken als Erinnerung

Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard ist von dem großen Andrang zu dieser Veranstaltung nicht überrascht. „Schon vor zwei Jahren, zu den ersten Kinderkulturtagen war das Interesse an dem Vortrag sehr groß“, erinnert sie sich.

Für seine Zuhörer hatte Hans-Joachim Gregor auch – vielleicht als Anreiz, selbst auf Entdeckungstour zu gehen – etwas mitgebracht. Jedes Kind bekam ein Schächtelchen mit winzigen Löss-Schnecken, die in Bobingen gefunden wurden, zur Erinnerung an den spannenden Nachmittag.

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