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Bobingen

27.02.2018

Kunst mit Grafit und Papier

Burga Endhardt stellt ihre Werke derzeit in der Galerie im Unteren Schlösschen aus: Nur Papier.
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Burga Endhardt stellt ihre Werke derzeit in der Galerie im Unteren Schlösschen aus: Nur Papier.
Bild: Anja Fischer

Die Galerie im Unteren Schlösschen in Bobingen zeigt eine Ausstellung von Burga Endhardt mit ungewöhnlichen Effekten.

Mal leicht und anmutig schimmernd, mal anscheinend schwer gerüstet – so wirkt Papier bei der Künstlerin Burga Endhardt. „Nur Papier“ lautet der Titel ihrer aktuellen Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins Bobingen im Unteren Schlösschen. Sie verweist auf Papier als Material, sorgt aber gleichzeitig bei den Besuchern oft für Erstaunen. Ist es wirklich „nur Papier“, welches dort in künstlerisch-kreativer Art gestaltet wurde oder selbst für Gestaltung sorgt?

Einfach Transparentpapier

„Doch“, bestätigt die Kunstpreisträgerin des Jahres 2013 bei der Vernissage in einem Gespräch mit Kunstvereinsvorsitzender Christina Weber. „Es ist vorwiegend Transparentpapier, mit dem ich für diese Ausstellung gearbeitet habe.“ Gerade dieses Papier habe aber ein lebendiges Eigenleben, reagiere auf Wasser und lasse sich durchaus auch Formen. „Wenn ich mit Leinwand als „hartem“ Hintergrund arbeite, kostet mich das mehr Kraft, als hier bei dem Transparentpapier“, meint Endhardt.

Ihre Leidenschaft, wenn es nicht um die Kunst geht, ist ihr Garten. Dort findet sie viel Inspiration, ebenso wie aus den Dingen, die sie ständig umgeben. „Wenn man viel draußen ist, nimmt man einiges auch anders wahr“, meint Burga Endhardt.

Schimmer von Grafit

Sie fängt ihre Eindrücke oft mit Grafit ein. Der charakteristische grau-schwarze Schimmer des Grafitstiftes zieht sich durch die Ausstellungsarbeiten und verlockt dazu, sanft über die Oberflächen der Werke zu streichen. Ob es dann auch schwarze Finger gibt, wie früher bei Bleistiftbildern in der Schule? „Ja“, lacht Burga Endhardt. „Ich verwende Grafitstifte. Das Pulver bekommt nicht so einen schönen Glanz.“

Dieser Glanz lockt an, verlockt das Auge und den Betrachter, sich die Arbeiten von allen Seiten anzusehen, den Lichteinfall zu genießen, mit Licht, Schatten und Spiegelung zu experimentieren. „In der Natur gibt es bei hartem Licht oft strenge schwarz-weiß Eindrücke“, erzählt Burga Endhardt. „Diese setze ich bei mir auch um.“

Farbe kommt vor allem bei ihren Tagebucheinträgen mit ins Spiel. Sie sind eine Pflichtübung im Atelier, ein täglicher Einstieg in die Arbeit, aber auch eine Spielwiese für Gedanken und Stimmungen. „Oft sitze ich vor einem weißen Blatt, fange an und erhalte am Ende eine Serie von Arbeiten“, verrät die Künstlerin. So werde beispielsweise die Form einer Blüte erst akribisch abgezeichnet, später freier umgesetzt. „Und manchmal merke ich über diese Zeichnungen erst, was mich persönlich als Mensch beschäftigt“, sagt Burga Endhardt.

Kleider in Skizzen

Ein Teil dieser künstlerischen Tagebucheinträge ist nun zu sehen; das Projekt insgesamt gibt es demnach seit über zwanzig Jahren. „Das macht es für mich auch sehr spannend“, erzählt die Kunstpreisträgerin. Ihre Kleiderskizzen, die sie als „etwas Offenes, das auf jeden anders wirken kann“, beschreibt, fangen das Auge schnell ein. Ornamentale Muster, welche die Natur spiegeln, metallische Schutzpanzer, die manchmal wie ein Scherenschnitt scheinen.

Wichtig ist es, sich bei dem Gang durch ihre Ausstellung Zeit zu nehmen, sich mit Mustern, Licht und Schatten vertraut zu machen und am Ende vielleicht eine Frage für sich zu beantworten: „Ist es wirklich nur Papier?“.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. März zu den Öffnungszeiten des Kunstvereins zu sehen: Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr.

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