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Landkreis Augsburg
21.01.2020

Känguru gesehen: Lebt Knicksy noch?

Lebt Stauden-Känguru Knicksy noch? Ein Leser will es vergangene Woche gesehen haben.
Foto: Stefanie Dodel (Symbolfoto)

Ein Leser berichtet, dass er ein Känguru bei Langenneufnach (Landkreis Augsburg) gesehen hat. Ist es das im Mai ausgebüxte Stauden-Känguru Knicksy?

Lange ist es still gewesen um das Stauden-Känguru Knicksy, das Ende April vom Kaindlhof in Erkhausen (Gemeinde Scherstetten im Landkreis Augsburg) ausgebüxt war. Nun hat sich bei uns ein Leser gemeldet, der in der vergangenen Woche ein Känguru gesehen haben will.

„Gegen 22.15 Uhr ist das Känguru am Mittwoch vor einer Woche zwischen Fischach und Langenneufnach kurz vor Langenneufnach über die Straße gehüpft. Dafür hat es nur zwei Sätze gebraucht. Ich bin mir ganz sicher, dass es ein Känguru war“, sagt Robert Stölzle, der in Krumbach lebt und in Fischach arbeitet. Alles ging so schnell und er sei so perplex gewesen, dass er kein Handyfoto gemacht hat: „Das war nur wenige Sekunden bei mir im Scheinwerferkegel.“

Er habe gar nicht gewusst, dass in den Stauden ein Känguru entlaufen ist, weil er in Krumbach lebt. Erst seine Frau habe ihn darauf aufmerksam gemacht, und deshalb hat er sich jetzt in der Redaktion unserer Zeitung gemeldet. Das Tier sei über die Straße gesprungen und in Richtung Westen unterwegs gewesen.

Polizei: Keine Meldungen zum Stauden-Känguru

Bei der Polizei sind keine Nachrichten zum Känguru eingegangen. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten keinerlei Meldungen zu Känguru-Sichtungen bekommen“, sagte ein Polizei-Sprecher. Zum letzten mal „aktenkundig“, war Känguru Knicksy am 9. Mai, als ein Passant es zwischen Münster und Walkertshofen gesehen und dies der Polizei gemeldet hatte.

Die Forstarbeiter staunten im Mai nicht schlecht, als plötzlich Känguru Knicksy vor ihnen auf der Forststraße saß. Seither fehlt jede Spur von dem Tier. 
Foto: Rieger 

Auch die Jäger haben das Känguru seit Mai nicht mehr entdeckt. Jagdpächter Georg Wiedemann aus Bobingen, der das Tier mehrfach gesichtet hatte, muss ebenso passen wie sein Kollege Peter Aubele aus Fischach: „Wir haben mit anderen Jägern immer wieder mal über das Thema gesprochen, aber niemand aus unserer Gegend hat das Tier gesehen“, so Aubele. Auch Langenneufnachs Bürgermeister Josef Böck weiß nichts von einem Känguru: „Mit ist nichts bekannt, aber ausgeschlossen ist es natürlich nicht.“

Besitzer Thomas Kaindl hatte im Sommer die Vermutung geäußert, dass sich Knicksy tief in den Wald zurückgezogen hat, um Ruhe vor Spaziergängern, Joggern oder Radlern zu haben. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er damals: “Im Winter, wenn der Wald nicht mehr so dicht und begrünt ist, können wir Knicksy vielleicht eher sehen.“ Die bessere Sicht und die Tatsache, dass Kängurus nicht standorttreu sind, lassen es also durchaus möglich erscheinen, dass Knicksy jetzt etwa zehn Kilometer nördlich vom Kaindlhof in Langenneufnach unterwegs ist.

Besitzer fürchtet, dass Känguru Knicksy tot ist

Allerdings ist Thomas Kaindl nicht besonders optimistisch: „Ich fürchte, dass Knicksy nicht mehr lebt, weil wir jetzt monatelang nichts mehr von ihm gehört haben. Und es sind ja doch einige Leute im Wald unterwegs und fast jeder hat ein Handy dabei.“ Möglicherweise ist das Känguru angefahren worden, ohne dass der Fahrer es gemeldet hat, und hat sich dann noch in den Wald geschleppt, wo es gestorben ist, so Kaindl. „Aber das sind natürlich nur Mutmaßungen – wir wissen es auch nicht.“ Natürliche Feinde im Wald habe ein Känguru eigentlich nicht, so der Tierpfleger. Inzwischen gibt es auf dem Kaindlhof aber wieder Kängurus – im Oktober und November wurden vier Exemplare angeschafft.

Das Bennett-Wallaby war durch einen defekten Zaun vom Kaindlhof, auf dem neben Lamas und Eseln auch die Kängurus zu den Attraktionen zählen, ausgebüxt. Anfang Mai war die Region dann im Känguru-Fieber: Zahlreiche Videos und Bilder machten die Runde, und auch in unserer Redaktion meldeten sich mehrfach Menschen, die das Känguru in den Stauden gesehen hatten. Doch ab Mitte Mai herrschte Funkstille – bis jetzt.

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