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Großaitingen

07.02.2019

Landwirt bietet zwei Quadratmeter Blühwiese für einen Euro an

Initiator Johannes Mayr und seine Mutter Andrea begutachten für die Aktion „Gemeinsam für Bienen“ eine Saatprobe
Bild: Uwe Bolten

Plus Ein Großaitinger Landwirt will mit einer besonderen Aktion nicht nur Bienen retten. Jeder kann ganz einfach mitmachen. Weitere Landwirte machen es ihm nach.

Ein Großaitinger Landwirt will die Bienen retten und ruft eine pfiffige Aktion ins Leben rufen: Für einen Euro legt er einen Quadratmeter Blühwiese an, die mögen die Bienen nämlich besonders gerne. „Gemeinsam für Bienen“ nennt sich die Aktion. Er selbst gibt für jeden Ein-Euro-Blütenteppich einen weiteren dazu. Das Angebot von Johannes Mayr findet Nachahmer. Dr. Markus Brem, prominenter Freier Wähler in Schwaben und Landwirt in Hirblingen, plant gleiches. Bei ihm kostet der Quadratameter 50 Cent. Mindestmenge sind allerdings 20 Quadratmeter für zehn Euro. Unter dem Strich läuft es auf dasselbe hinaus. Brehm wirbt zudem mit dem Augsburger Bienenzertifikat und verspricht Mengenrabatt ab 100 Quadratmeter.

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Doch im Grunde geht es um eine ganz einfache Sache, die Johannes Mayr propagiert. Auf dem großen Tisch seiner Familie in Großaitingen liegt eine Karte, auf der mit roter Farbe Bereiche schraffiert sind. „Hier könnten wir anfangen“, sagt Johannes Mayr vom gleichnamigen Geflügelhof zu Vater Fridolin. Auch Mutter Andrea, bekannt als Kreisbäuerin im Bauernverband, findet das Angebot vielversprechend. Die Der 25-jährige Landbautechniker hatte schon vor einigen Wochen eine Idee, die seine Eltern nun voll unterstützen.

Jeder kann zum Artenschutz beitragen

Mayr will jedermann einen Beitrag zum Artenschutz ermöglichen, ohne Landwirtschaft mit weiterem Regelwerk zu erschweren. Er sagt: „Bei dem Volksbegehren zum Artenschutz ist manches sehr einseitig. Vieles, was bereits freiwillig geschieht, wird dabei nicht berücksichtigt. Nicht durch Gesetzte und Verordnungen schafft man Artenvielfalt, sondern nur durch gemeinsames Handeln.“

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Für die Spende von einem Euro baut er einen Quadratmeter blühende Fläche für Insekten an. „Und wir setzen dazu jeweils die gleiche Fläche von unserer Seite zusätzlich drauf“, ergänzt Vater Fridolin Mayr.

Laut Sohn Johannes würde das Verpacken des Artenschutzes in Gesetze und Verordnungen in Bürokratie versinken. „Da werden die Grünstreifen genau reguliert und vermessen. Wir ersticken jetzt schon in Papier“, sagt er. Dies beträfe alle Bauernhöfe und belaste besonders die kleinen Betriebe.

Mayrs Plan ist einfach: So lange es die verfügbaren Flächen des Betriebes hergeben, würde im Juni die Saat für die Blühwiesen ausgebracht. „Die Aktion richtet sich an die Bürger, die nicht nur mit ihrer Unterschrift aktiv werden wollen. Wir haben die Fläche, der Bürger den Willen“, stellt er plakativ fest.

Ein Jahr wird getestet

Zunächst soll die Aktion als Test-Jahr laufen, werde bei Erfolg jedoch weitergeführt. Bei anderen Landwirten käme „Gemeinsam für Bienen“ gut an. Sie erwägen, sich anzuschließen.

Markus Brem aus Hirblingen ist einer von ihnen. Er erläutert: „Jeder gebuchte Quadratmeter wird in der Vegetationsphase 2019 als Blüh- und Ackerrandstreifen tatsächlich angebaut und ohne weitere landwirtschaftliche Nutzung den Pflanzen und Insekten überlassen. Diese Fläche wird für 2019 nicht mehr für die landwirtschaftliche Produktion eingesetzt.“ Das fördere Artenvielfalt in der Region Augsburg auf direkte weise, wo sonst Gerste, Kartoffel, Zuckerrüben oder Mais anbauen würden. Ähnliche Modelle erproben nun laut Brem Landwirte in Donauwörth sowie im Nürnberger Raum.

Anmeldeschluss ist der 1. Mai

Allzu lange dürfen Interessenten allerdings nicht warten. Der Anmeldeschluss am 1. Mai sei von der Natur einerseits, von der staatlichen Bürokratie anderseits fix vorgegeben, sagt Fridolin Mayr: „Zum 15. Mai eines Jahres müssen wir den Einsatz der Böden und die angebauten Feldfrüchte an das Landwirtschaftsamt melden.“

Für den Fall, dass sich Gruppen oder Schulklassen an dem Projekt beteiligen, ist Familie Mayr bereit, nach Absprache Führungen an den dann blühenden Wiesen zu veranstalten. „Eine weitere Idee, die derzeit im Raum schwebt, ist das Angebot an Imker, nahe der Blühwiese ihre Bienenstöcke aufzustellen“, so Johannes Mayr.

Einige Regeln wären zu beachten, erläutert der junge Landwirt: „Je gezahlten Euro verpflichten wir uns, im Umkreis von zehn Kilometern um die Betriebsstätte die Blühfläche anzubauen. Wenn alle Flächen umgewandelt sind, wird das Spendenkonto geschlossen. Die Blühflächen bleiben so lange erhalten, bis für die Folgefrucht notwendige Maßnahmen getätigt werden müssen. Weitere Informationen sind beim Geflügelhof Mayr an der Lindauer Straße 28 erhältlich.

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