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Schwabmünchen

15.07.2020

Lebendiges Wasser für das Schwabmünchner Schwimmbad?

Wasserqualität ist ein sensibles Thema. Ob eine Belebung des Wassers im geplanten Hallenbad sinnvoll ist, ist strittig.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Grüne schlagen vor, das Wasser im geplanten Hallenbad in Schwabmünchen aufbereiten zu lassen. Das stößt aber nicht bei allen auf Begeisterung.

Der Fraktionssprecher der Grünen, Hans Pfänder, hatte die Schwabmünchner Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob es möglich und sinnvoll ist, das Wasser im geplanten Hallenbad zwischen Turn- und Stadthalle nach Grander-Art zu beleben. Die Firma wirbt: „Die Grander-Wasserbelebung basiert auf dem Prinzip der Informationsübertragung und bringt Wasser auf natürliche Weise in eine sehr hohe, stabile und biologisch wertvolle Qualität.“ Das Wasser läuft dabei durch eine spezielle Apparatur, die direkt an der Wasserleitung angebracht ist. In diesem Gerät sollen die Informationsübertragung und die Belebung des Wassers stattfinden.

Lebendiges Wasser: Wissenschaftlich gibt es keine Beweise für die Wirksamkeit

Rainer Krajewski vom Hochbauamt der Stadt und weitere Fachleute prüften Pfänders Anliegen. Sie sprachen mit Vertretern der Firma und mit Bademeistern aus Schwimmbädern, die diese Form der Wasseraufbereitung nutzen. Allerdings kam Krajewski in der aktuellen Sitzung des Bauausschusses zu dem Ergebnis, dass es keinerlei Beweise für die Wirksamkeit gebe, obwohl einige Einrichtungen positiv vom Einsatz der Geräte berichtet hätten und Einsparungen bei Entkalkungs- und Reinigungsmitteln erwähnten.

Pfänder ist von der Prozedur überzeugt: „Ich weiß, das Thema ist schwer zu verstehen, aber es gibt Sachen, die kann man nicht sehen, aber empfinden.“ Doch Fabian Wamser (SPD) steht der Wasseraufbereitung skeptisch gegenüber: „Ich habe Bauchschmerzen, öffentliche Gelder für etwas auszugeben, dass manche Menschen fühlen und andere nicht.“

Lebendiges Wasser für das Schwabmünchner Schwimmbad?

Eventuell werden die Geräte im Schwabmünchner Freibad getestet

Pfänder schlug vor, die Wasseraufbereitung zunächst im Freibad zu testen, denn die Firma machte Krajewski das Angebot, dass die Geräte nach drei Monaten kostenlos zurückgegeben werden können. Lediglich für den Einbau müsste die Stadt aufkommen, was pro Gerät etwa 2500 Euro kostet. Vorstellbar wären ein Trinkbrunnen und die Wasseraufbereitung für das kleinere Familienbecken. Bevor eine Entscheidung fällt, sollen nun die Vetragsinhalte für die kostenlose dreimonatige Nutzung genau geprüft werden.

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Stadthalle: Ein Feuchteschaden in der Sammelgrube unter der Kegelbahn macht der Stadt zu schaffen. Das Wasser befindet sich ober- und unterhalb der Feuchtedämmung, was ungewöhnlich ist. Niemand weiß, wo es her kommt.

Tankstelle: Die bei V-Markt im Bau befindliche Tankstelle und die Waschanlage werden etwas größer als geplant. Die Tankstelle wird direkt an die A30 verlagert. Neu entstehen auf dem Gelände vier Selbstbedienungswaschboxen und eine automatische Waschanlage.

Friedhof: Die Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof kann nach den abgeschlossenen Steinmetzarbeiten bepflanzt werden. Roland Schiller, Leiter des Grünamtes der Stadt, stellte die Pläne vor. Da es sich um einen trockenen Standort in voller Sonne handelt, müssen die Pflanzen sehr widerstandsfähig sein. Die Fläche muss zudem für Bestattungen immer zugänglich sein. „Eines ist klar: Das wird kein Geranienbeet. Alle Pflanzen müssen Stress vertagen können und zeitweise mit wenig Wasser auskommen“, so Schiller. Den größten Anteil werden niedrige, polsterbildende Stauden bilden, ergänzt durch etwas höhere Stauden wie Lavendel und Edelweiß und Gräser.

Kindergarten: Die Übergangsgruppe des Kindergartens St. Anna im Untergeschoss der Grundschule möchte einige neue Anschaffungen tätigen. Darunter sind neue Spielgeräte, ein Verdunkelungsvorhang, eine Verkleidung für die Heizkörper und Klemmschutz an den Türen. Der Ausschuss stimmte zu.

Gewerbeobjekt: In der Siemensstraße 20a und b entsteht eine neue Gewerbehalle mit Bürogebäude und Betriebsleiterhaus samt Doppelgarage.

Ritter: Wie nach der jüngsten Stadtratssitzung erwartet, gab nun auch der Bauausschuss seine Zustimmung zur geplanten neuen Produktionshalle der Firma Ritter in der Kaufbeurer Straße. Bürgermeister Lorenz Müller betonte, dass das Naturdenkmal Dreizehnlinde“ erhalten bliebe, um das sich offenbar viele Schwabmünchner sorgen. Nur der Alpenzeiger wird wohl einen Platz bekommen, von dem aus die Besucher die Alpen auch tatsächlich wieder sehen können. Momentan verhindern Bäume und das genehmigte Langerringer Gewerbegebiet, das recht hoch gelegen ist, einen freien Bergblick.

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16.07.2020

Haben denn Schwabmünchens Stadtratsgrüne kein anderes Problem, als zweifelhaftes aufbereitetes "lebendiges" Wasser für ein Lehrschwimm- bzw. Hallenbad zu fordern? Es gäbe hier wirklich Wichtigeres anzugehen. Zum Beispiel die Kosten für diesen überdimensionierten Bau und anderes mehr. Der Wahlerfolg der Grünen sollte ihnen hierfür Auftrag und Ansporn genug sein.
Sie sollten diesen Erfolg nicht wieder für "Showeffekte" aufs Spiel setzen. Aufbereites Wasser, dass dann in einem Hallenbad
sowieso auf die eine oder andere Art wieder verschmutzt wird, kanns doch wirklich nicht sein. Ich bin sehr enttäuscht.

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16.07.2020

Ja, gibt es denn für die Schwabmünchner Stadtratsgrünen nicht wichtigeres, als eine zweifelhafte Wasseraufbereitung in einem Hallenbad zu fordern? Die Kosten und der doch etwas ungewohnte Baukörper des Bades scheinen da nicht so zu interessieren. Wenn hier
schon aufbereitetes Wasser in unserer Stadt gefordert wird, dann sollte dieses als Trink- und nicht als Badewasser, das dann sowieso
verschmutzt wird, verwendet werden. Auch ein Test im Schwabmünchner Freibad macht da wenig Sinn. Die Grünen sollten sich
doch mehr auf die "wirklichen Probleme" in unserer Stadt konzentrieren als hier auf "Showeffekte" zu schielen. Der Erfolg bei den letzten Kommunalwahlen sollte ihnen dafür eigentlich Auftrag und Ansporn sein. Und nicht für zweifelhafte Forderungen, die ja auch
Geld kosdten.

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16.07.2020

Die Wasserbelebung in einem Schulschwimmbecken und einem Familienbecken scheint mir eher ein Luxusproblem zu sein. Ich möchte die Wasserbelebung nicht schlechtreden, ich würde einen für alle zugänglichen Trinkwasserbrunnen (z. B. an der neuen Mitte) für toll halten, das wäre ein echter Mehrwert. Aber ein Schwimmbecken, das am Ende des Tages nicht nur Wasser, sondern auch die eine oder andere, nun sagen wir mal – gelbe Flüssigkeit – enthält, da finde ich das ziemlich "overdressed".

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