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07.03.2009

Leere Dosen lassen Container überquellen

Landkreis Augsburg Die Container für Weißblechdosen quellen über - immer öfter beschweren sich Bürger, dass sie die Dosen nicht mehr ordnungsgemäß entsorgen können. Also werden die leeren Fisch-, Wurst-, Gemüse- und Obstdosen neben die Container gestellt. Die Folge: Rundum schaut es manchmal aus wie in einer Räuberhöhle, denn Müll lockt bekanntlich immer noch mehr Müll an.

So richtig begonnen hat der Ärger vor den Weihnachtsfeiertagen, berichtet der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, Günther Prestele, auf Nachfrage. Mit dem Transportunternehmen, das seit Jahresbeginn 2007 die Leerung der Dosencontainer übernommen hatte, sei es zwar noch nie richtig rund gelaufen, doch in den letzten Wochen habe sich das Problem ziemlich verschärft. Und so häuften sich die Anrufe erboster Bürger. Der Vertrag mit dem Unternehmen läuft nach Angaben von Prestele zum Jahresende aus. Eine Neuausschreibung wird wohl in diesem Frühjahr stattfinden. Federführend ist hier das Duale System Deutschland (DSD). Und damit beginnt für den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises auch das Problem, vergleichbar mit dem beim Gelben Sack. "Die Bürger attackieren uns, aber dabei haben wir nur ganz eingeschränkte Möglichkeiten, für Abhilfe zu sorgen", erklärte Prestele.

Proteste der Bürger werden weiter gegeben

Man gebe die Proteste der Bürger über wieder einmal überquellende Container an die Firma weiter. Diese sorge schnell für Abhilfe. "Da unterbricht dann ein Fahrer seine normale Tour und leert den vollen Dosencontainer." Was allerdings auch zur Folge hat, dass andere an diesem Tag nicht mehr geschafft werden.

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Das Problem, das vor den Weihnachtsferien begann, ist noch nicht gelöst. Zunächst waren technische Defekte, dann die Erkrankung von Personal als Gründe vonseiten der Firma genannt worden. Prestele: "Das hat sich dann aufgeschaukelt", weshalb dann auch der Normalbetrieb litt.

Die Schrottpreise sind ins Bodenlose gestürzt

Wo die Weißblechdosen derzeit wiederverwertet werden, kann Prestele nicht sagen. Auf alle Fälle werden sie zu Ballen gepresst und an Stahlwerke geliefert. Als der Landkreis noch selbst Regie führte, wurden sie auch zu den Lech-Stahlwerken (LSW) nach Meitingen gefahren.

Die ins Bodenlose gestürzten Schrottpreise sind nach Einschätzung von Prestele nicht Ursache für die Probleme mit den übervollen Containern. Allerdings: Lag der Preis für eine Tonne Schrott nach Angaben der LSW im Juni 2008 noch bei 426 Euro, ist er inzwischen auf 220 Euro abgestürzt. Ein Einbruch, der auch den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Augsburg selbst sehr hart trifft. So spülten die Erlöse aus Schrott (also gesammelte Eisenteile auf den Wertstoffhöfen) im Jahr 2007 noch rund 415 000 Euro in die Kasse und für 2008 waren sogar 542 000 Euro einkalkuliert worden. Im Wirtschaftsplan 2009 dagegen wurden nur noch 39 000 (!) Euro einkalkuliert.

Dosencontainer stehen im Landkreis bei den 270 Wertstoffinseln, aber auch auf den Wertstoffhöfen selbst oder frei zugänglich vor den Eingangstoren.

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