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Neuvorstellung

01.04.2015

Lehrer veröffentlicht seine Kindheitserinnerungen

Willi Czekalla unterrichtete 38 Jahre an der Leonhard-Wagner-Mittelschule in Schwabmünchen und hat sich jetzt im Ruhestand seinen Lebenstraum verwirklicht. Der Leser findet auch erschütternde Details

38 Jahre unterrichtete Willi Czekalla an der Leonhard-Wagner-Mittelschule in Schwabmünchen. Deutsch, Mathematik, Geschichte/Sozial- und Erdkunde sowie katholische Religionslehre waren seine Fächer. Nun hat sich Czekalla im Ruhestand seinen Lebenstraum verwirklicht: ein eigenes Buch. „Kreuzberg – Kindheitserinnerungen an eine bayerische Idylle“ heißt sein Werk und handelt von Lausbubengeschichten, Brauchtum und Tradition. Auf 96 Seiten beschreibt Czekalla seine Kindheit im Bayerischen Wald. Humorvoll, pointiert und teilweise auch erschütternd sind die 20 in sich geschlossenen Kapitel, die gleichzeitig auch die große Zeitgeschichte der späten 1950er-Jahre nachlesbar machen. Czekalla nimmt seine Leser mit auf eine Reise in die Zeit, als Kinder noch keine Computerspiele kannten und das Freizeitvergnügen etwa darin bestand, eine Geldbörse an einem Faden zu befestigen und dem Finder diese kurz vorm Zupacken wieder zu entziehen.

Czekalla erzählt aber auch von einem Ausflug mit seinem Vater in der Dampflok zur Oma, die in der damaligen DDR lebte. Fast wäre es dabei zu einem handfesten Klassenkampf zwischen Ost und West gekommen. Der Leser erlebt, wie Czekalla als Bub seine beiden Backenzähne gezogen bekommt oder ihm der Arzt nach einem Hundebiss die erste Tetanusspritze verpassen muss. Doch Czekallas Kindheit hatte auch tragische Momente.

Im Kapitel „Das Ende meiner Kindheit“ erinnert er sich an seinen Eintritt ins Bischöfliche Knabenseminar St. Max in Passau. „Dieses Kapitel zu schreiben, fiel mir am schwersten“, sagt er. „Streckenweise könnte man die Internatszeit mit dem Filmtitel ,Barfuß durch die Hölle’ umschreiben“, heißt es an einer Stelle im Buch. Denn die Zeit war geprägt von „Backenkniffen, Schlägen ins Gesicht, Haarausreißen oder Holzscheitknien“. Viele seiner Mitschüler hätten durch die massiven Missstände ihren Glauben an Gott verloren, Czekalla nicht. Er habe rechtzeitig erkannt, dass es falsch sei, seinen Gottesglauben an Menschen, in dem Fall die schlechten „Glaubensvorbilder im Talar“, festzumachen.

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Drei bis vier Stunden hat Czekalla über mehrere Wochen an seinem Buch gearbeitet. Durch Zufall hat er bei einer Bahnfahrt in einer Zeitschrift die Annonce „Verlag sucht Autoren“ entdeckt und sich beworben. Bereits nach drei Tagen sei er aufgefordert worden, sein Manuskript im R. G. Fischer Verlag in Frankfurt/Main einzureichen. Und so ist ein Buch entstanden, das die Kindheit in einer überschaubaren Heimat und Geborgenheit beschreibt. Doch dass er in später aus der Heimat und dieser geschlossenen Harmonie ausgebrochen ist und seit nun fast vier Jahrzehnten in Schwabmünchen lebt, das hat er nie bereut.

ist das broschierte Buch „Kreuzberg – Kindheitserinnerungen an eine bayerische Idylle“ unter anderem in der Buchhandlung Schmid in Schwabmünchen. Unter der ISBN-Nummer 978-3-8301-1679-0 kann es auch in jeder anderen Buchhandlung sowie im Internet geordert werden. Der Preis beträgt 10,95 Euro.

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