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Bobingen

26.02.2017

Leidenschaft für Photovoltaik

Photovoltaik auf Hausdächern lohnt sich nach Ansicht von Raimund Kamm.
Bild: Alexander Kaya

Worum es bei der Stromversorgung auf dem Hausdach geht. Gelderlöse sind dabei nur eines der Themen.

Man könnte Raimund Kamm durchaus als einen sehr ausdauernden Kämpfer für Natur- und Umweltschutz bezeichnen. Doch er wirkt dabei weniger als kämpferischer Streiter. Seine Leidenschaft lässt ihn vielmehr sehr menschlich und damit umso überzeugender wirken. Das hat er nun in Bobingen bei einer Veranstaltung des Bund Naturschutzes erneut unter Beweis gestellt. In vielen Institutionen wirbt Kamm auch für die Energiewende. Als bayerischer Landesvorsitzenden des Bundesverbandes Windenergie wirbt er auch für eine andere Technik: Photovoltaik. Mit dieser könne jeder Teil der Energiewende sein. Kamms Botschaft in Bobingen: „Damit die Energiewende gelingt, ist nicht nur die Politik in der Pflicht, sondern auch die Gesellschaft, also wir alle.“

Hinweis auf Russland

„Energiewende selber machen. Photovoltaik auf dem Dach lohnt sich!“ war das Thema der Veranstaltung im gut gefüllten Gemeindesaal der evangelischen Kirche. Auf deutschen Dächern sei noch viel Platz, so Kamm, nicht nur auf privaten, sondern auch auf öffentlichen und kirchlichen Gebäuden. Die Risiken von Atomkraft und Klimawandel, aber auch außenpolitische Gründe sprächen für den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung, denn gegenwärtig sei Russland mit Abstand Deutschlands größter Lieferant von fossilen Brennstoffen.

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Das größte Kernkraftwerk der Republik liege nur 41 Kilometer von Bobingen entfernt in Gundremmingen, erläuterte Kamm. Selbst nach einer Abschaltung seien Risiken dort nicht gebannt, denn der Atommüll müsse noch sehr lange sicher gelagert werden. Ein Endlager, das für solch einen Zeitraum als sicher gilt, sei noch nicht gefunden. Wind- und Sonnenenergie in Bayern auszubauen sei daher sinnvoll, obschon der Strompreis an der Börse momentan sehr niedrig ist. Dies werde sich ändern, wenn alte, abgeschriebene Kraftwerke, die jetzt noch billig produzieren, abgeschaltet werden, so Kamm.

Praktische Möglichkeiten

Über die praktischen Möglichkeiten informierten Florian Steber, Geschäftsführer und Teilhaber der Firma „Ökohaus“ in Eppishausen, und Kai-Ulrich Fetzer, Technischer Leiter der Firma „Solarpower“ in Augsburg-Bergheim. Bisher wurden in erster Linie Dächer mit Südneigung mit PV-Anlagen bestückt, inzwischen werde der Nutzen von Anlagen mit Neigung nach Osten und Westen erkannt, vor allem in Verbindung mit Solarmodulen auf der Südfassade. Damit könne der Selbstversorgungsgrad eines Gebäudes stark erhöht werden, so Steber.

Die Vergütung von Strom, der ins Netz eingespeist wird, sinke zwar seit Jahren, doch eine Solaranlage auf dem Eigenheim könne weiterhin wirtschaftlich rentabel sein, wenn sie für den Eigenverbrauch genutzt wird, erläuterte Fetzer. Das außerordentlich fachkundige Publikum zeigte sich sehr interessiert an den technischen Möglichkeiten, nicht sofort benötigte elektrische Energie in Batterieanlagen zu speichern.

Doch es ging auch Menschen im Publikum nicht nur um Gelderlöse und Selbstversorgung. Ein Zuhörer bekundete, für ihn sei das wichtigste Motiv für die Anschaffung einer Solaranlage der Wunsch gewesen, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, und er erhielt dafür viel Applaus. (SZ, pit)

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