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Schwabmünchen

05.11.2019

Leipziger Autorin liest in Schwabmünchen

Kathleen Weise präsentierte Teile ihres neuen Romans und gab den Zuhörern Einblicke in die Entstehung und Aussagen des Werkes.
Bild: Uwe Bolten

Zum Start der „Woche der unabhängigen Buchhandlungen“ liest Kathleen Weise aus ihrem neuen Roman. Welche Berührungspunkte zur Region bestehen.

Emotionen in der Literatur neigen dazu, kitschig zu wirken. Gerade dann, wenn sich die Geschichte um Besonderheiten in einer Familie dreht. Ganz anders kommt der Roman „Wenn wir nach den Sternen greifen“ daher, den die Autorin Kathleen Weise in der Buchhandlung Schmid im Rahmen ihrer Lesung vorstellte.

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Fesselnd versetzte sie die Zuhörer, mit leicht rauchiger Stimme lesend, in das Jahr 2039, in dem die 17-jährige Ianthe mit der Familie den geplanten Urlaub auf einem NASA-Gelände erlebt, bevor ihr Vater zur ersten bemannten Mars-Mission aufbricht. In der Ichform geschrieben, gewährte sie Einblicke in die Gefühlswelt des Teenagers, die hin- und hergerissen zwischen Abschiedsschmerz und Wut pendelte, weil ihr Vater für seinen Traum die Familie verlässt.

Auch Ianthe, Protagonistin des Romans, könnte nach den Sternen greifen, indem sie ihren Traum, als Musikerin zu arbeiten, umsetzt. Der dafür notwendige Umzug könnte die Familie jedoch zusätzlich belasten.

Leipziger Autorin liest in Schwabmünchen

Die Einblicke, welche die Autorin in ihr Werk gewährte, berührten neben der in Ichform geschriebenen Geschichte ebenso durch die leicht rauchige, in den wörtlichen Reden mal trotzig, mal berührend verwendete Intonation ihrer Stimme. „Es wird immer erzählt, man könne alles erreichen, wenn man nur wolle. Dabei wird verschwiegen, dass Träume etwas kosten“, kommentierte sie.

„The Barn Poets“ machten Musik

Intensiviert wurde die Lesung durch die musikalische Interpretation von Liedern, die, ebenso im Buch abgedruckt, von der Protagonistin des Romans verfasst wurden. Martin Kraemer am Piano und Sängerin Christina McAllister brachten Stimmung der Geschichte als „The Barn Poets“ auf den Punkt. Kraemer tauchte mit seiner Spielweise förmlich in sein Tasteninstrument ein, die Finger bewegten sich nahezu schwerelos, um dann zielgerichtet die tonale Basis für die Sängerin zu bereiten.

McAllister hatte sich dem Thema der Raumfahrt angepasst: Mit dem Votum „I need space“ auf ihrem Pullover und silbrigen, wie von Sternenstaub bedeckten, Schuhen, verlieh sie durch ihre zurückhaltende, natürliche Art und der klaren Stimme den Texten emotionalen Nachdruck.

Die Erläuterungen der Autorin zum Bandnamen ließen deutlich die Wurzeln der Formation erkennen. Weise, die zusammen mit dem Autor Boris Koch und der gemeinsamen Tochter in Leipzig lebt, hatte intensive Zeiten mit den Künstlern in der Scheune bei Kochs Eltern in Langerringen. „Wir haben dort gefeiert, geredet, Pläne geschmiedet“, erzählte sie freimütig.

So sei dann der Name der Scheunenpoeten, auf Englisch „Barn Poets“, entstanden. Die Ehrenurkunde für Kochs Eltern als „Ehrenmitglieder im Club der Scheunenpoeten“ drückte die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit auf besondere Weise aus.

Die Gäste in der voll besetzten Buchhandlung dankten den Akteuren ihre Reise in das Universum der Gefühle mit herzlichem Beifall. Spätestens dabei wurde deutlich, dass sich der Roman nicht nur an Jugendliche richtet, sondern auch den Erwachsenen bei der Betrachtung ihrer Träume hinsichtlich derer Konsequenzen weitere Aspekte mit auf den Weg gibt.

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