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06.11.2009

Lidl macht sich neben Aldi breit

Zweimal schon hat die Gemeinde Graben von großen Wirtschaftsunternehmen bittere Absagen kassiert. Nun hat es mit der Ansiedlung eines "Riesen" geklappt. Der Lebensmittel-Discounter Lidl wird in Graben 35 Millionen Euro investieren und im Norden des Ortes ein großes Logistikzentrum bauen.

Die Gemeinde weist dafür eigens ein neues Gewerbegebiet aus - ganz in der Nähe des großen Konkurrenten Aldi. Der betreibt nur wenige hundert Meter vom geplanten Lidl-Standort entfernt auf Kleinaitinger Flur ebenfalls ein Logistikzentrum. Von dort aus werden Filialen in der ganzen Region mit Waren beliefert. Gleiches hat Lidl vor: Rund 100 Filialen sollen von Graben aus angefahren werden.

Dazu baut das Unternehmen auf einem rund zehn Hektar großen Areal Lagerräume und Büros. Bereits im Frühjahr will Lidl mit dem Bau beginnen. Ein Jahr später soll alles fertig sein. Im neuen Logistikzentrum will Lidl nach Angaben einer Sprecherin 150 Mitarbeiter beschäftigen: Kommissionierer sowie Fachkräfte für Lagerlogistik. Graben darf zudem auf zusätzliche Gewerbesteuer-Einnahmen hoffen.

Für die Gemeinde geht damit eine lange Durststrecke zu Ende. "Graben wird jetzt endlich belohnt für all die Vorinvestitionen", sagt der Bürgermeister Andreas Scharf. In den vergangenen Jahren waren nicht nur die Großprojekte von BMW und einem Mineralwasser-Produzenten geplatzt. Zuletzt hatte auch der Anhängerhersteller Humbaur aus Gersthofen die Gemeinde "ganz brutal hängen lassen", so Scharf (wir berichteten).

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Humbaur hatte sich für ein neues Werk ein großes Areal im Grabener Industriegebiet direkt an der B 17 reserviert - allerdings ohne sein Vorhaben bislang in die Tat umzusetzen. Als Lidl Interesse an dem Grundstück gezeigt hatte, war Humbaur nicht zur Rückgabe der Option bereit.

Kreisstraße wird um zwei Abbiegespuren verbreitert

Lidl bekommt nun weiter westlich des ursprünglich gewünschten Standorts ein eigenes Gewerbegebiet, das - wegen seiner Lage an der historischen Straße - den Titel "Via Claudia" trägt. Wie Bürgermeister Scharf berichtet, sind die Grundstücksverhandlungen mit den landwirtschaftlichen Eigentümern bis auf eine Ausnahme erfolgreich abgeschlossen. Der Gemeinderat hat bereits das Planverfahren in die Wege geleitet. Erschlossen wird das Gewerbegebiet über die Kreisstraße im Norden, die um zwei Abbiegespuren verbreitert werden soll.

Was mit dem noch freien Humbaur-Areal passiert, ist laut Scharf "reine Spekulation". Der Anhängerspezialist hat kürzlich das Werk der insolventen Firma Kögel in Burtenbach (Kreis Günzburg) übernommen. Ob Humbaur trotzdem seine Pläne in Graben aufrechterhält, ist unklar.

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