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Landkreis Augsburg

06.09.2019

Lieben Steckmücken wirklich süßes Blut?

Stechmücken brauchen Proteine aus dem Blut für ihre Eiablage.
Bild: Uwe Anspach, dpa (Symbolfoto)

Einige Menschen sind für Stechmücken attraktiver als andere. Ein Experte erklärt, ob den Plagegeistern manches Blut tatsächlich besser schmeckt.

In unserer Serie gehen wir bekannten Sommermythen auf den Grund. Experten erklären, was an den Geschichten wirklich dran ist. Der vierte Teil widmet sich der Behauptung, dass Stechmücken manches Blut besonders gut schmeckt.

Manche Menschen werden von Stechmücken häufig gestochen, andere wiederum gar nicht. Der Volksmund hat für Ersteres eine einfache Erklärung: Steckmücken lieben „süßes Blut“. Doch ist diese These aus biologischer Sicht haltbar? Der Vorsitzende der Ortsgruppe Bobingen des Bund Naturschutz, Ottmar Vellinger, geht für uns auf Spurensuche.

„Wissenschaftler haben herausgefunden, dass etwa ein Fünftel aller Menschen perfekte Mückenopfer sind“, informiert Vellinger. „Mücken brauchen zur Eiablage bestimmte Proteine, die sie nicht selbst bilden können. Diese holen sie aus dem Blut von Mensch und Tier. Dabei reagieren die Stechmücken vor allem auf das ausgeatmete Kohlendioxid.“ Auffälligkeiten seien bei der Blutgruppe 0 festgestellt worden, so Vellingers Recherchen. Diese werde von den Mücken doppelt so oft ausgewählt wie andere. Für Stechmücken sei dies durch ein chemisches Signal auf der Haut sichtbar. „Weiter wird über die Haut Milch- und Harnsäure sowie Ammoniak ausgeschieden.“ Auch dies diene der Findung möglicher Opfer.

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Auch Wärme finden Stechmücken anziehend

Anziehend fänden die Stechmücken ebenso Wärme, so Vellinger. Dies treffe Menschen besonders, die im Freien arbeiten, Sport treiben und Schwangere, die eine höhere Körpertemperatur aufweisen.

Auch die Zusammensetzung von Schweiß ist maßgebend. „Sie ist neben der genetischen Veranlagung abhängig davon, was gegessen und getrunken wird“, hat der Naturschützer herausgefunden. Auch Alkoholgenuss zieht Insekten eher an. Biertrinker haben sie besonders gern. Sein Fazit: Menschen, mit einer geringen Auswahl dieser Komponenten auf der Haut werden von Insekten eher gemieden.

Manche Stoffe vertreiben die Plagegeister

Vellinger weiß auch, was die Insekten nicht lieben: „Dies sind einige ätherische Öle wie Teebaumöl, Lemongras, Pfefferminz, Citronella, Zeder, Nelken, Eukalyptus, Geranium und Rosmarin.“ Und was hilft gegen Stiche? „Am Einfachsten ist es, mehrere Blätter von Spitzwegerich so zu zerknautschen bis der Saft entweicht“, erklärt Vellinger. Die damit eingeriebene Stichwunde verhindere Schwellungen, mindere das Brennen und ziehe angeblich sogar das Gift aus der Wunde. „Das habe ich selbst schon oft probiert“, teilt der Naturschützer mit. „Es hat bei mir immer geholfen.“

Lieben die Stechmücken nun wirklich süßes Blut? Ottmar Vellinger gibt sich diplomatisch: „Um diese Frage zu beantworten, müsste man wissen, wie die Insekten süßes Blut definieren. Ich glaube, sie haben gelernt auszuwählen, was zur erfolgreichen Vermehrung ihrer Art für sie nützlich ist.“ Wenn die Allgemeinheit das als süß definiere, dann ja, meint er.

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Sommermythen-Serie:

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