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Königsbrunn

28.04.2019

Lisa Fitz bringt das Publikum zum Lachen und zum Nachdenken

Gesungenes und gesprochenes Kabarett wechselten sich bei Lisa Fitz ebenso schnell ab, wie Humor und Ernsthaftigkeit.
Bild: Michael Ermark

„Flüsterwitz“ heißt das Programm der Kabarettistin, das sie in Königsbrunn vorstellte

Über den Auftritt eines Mitgliedes einer der deutschen Künstlerdynastien freute sich der Königsbrunner Verein Klik (Kultur lebt in Königsbrunn). Dieser hatte nämlich den Auftritt von Lisa Fitz im Gemeindezentrum St. Johannes am vergangenen Samstag organisiert. Zwischen der Silhouette einer Friedenstaube und eines Soldaten präsentierte sich eine Künstlerin, deren Programm ebenso kontrastreich wie das Bühnenbild war. Insgesamt kreiste das Programm „Flüsterwitz“ allezeit über das – hin und wieder klischeehaft ausgearbeitete – Thema Politik.

Das ist jedoch kein Zufall: Der Flüsterwitz könne nämlich, so erklärte Fitz gleich zu Beginn, auf zwei Weisen verstanden werden. Entweder ein „Herrenwitz“, der vor vorgehaltener Hand erzählt wird, um Frauen nicht in Ohnmacht zu stürzen, oder eben als politischer Witz. Der politische Witz wird nämlich dann zum Flüsterwitz, wenn die Regierung autoritär wird und mit einem Repressionsapparat gegen das Volk arbeitet.

Lisa Fitz stellte sich in ihrem Programm – entgegen dem Titel – klar positioniert gegen den politischen Flüsterwitz.

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Lisa Fitz steht im Ruf, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Diesem Ruf wurde sie gerecht. Claudia Roth, Angststörungen, Nationalsozialismus, Privatfernsehen oder Populismus – vor Fitz’ Programm bleibt kein Thema verschont.

Das Lachen war herzlich, der Applaus ehrlich

Beim Publikum kam das gut an, vermutlich wegen der harmlosen und pointenreichen Aufmachung sowie der auflockernden Abwechslung zwischen gesprochenem Kabarett und Musik. Das Lachen im Publikum war herzlich und der Applaus ehrlich, doch kurz vor der Pause warnte Fitz, dass das Programm hier einen Themenwechsel hätte. Und das hatte es.

In gerappter Form packte die Künstlerin das Publikum sprichwörtlich an den Schultern und rüttelte es wach. Man solle schauen, was in der Gesellschaft passiere und sagen, welche Betrügereien man sehe. Diese Einlage beeindruckte. So sehr, dass in der Zeit, in der der Rap aufgeführt wurde, das Publikum mucksmäuschenstill wurde.

Verglichen mit dem Rest des Programmes wurde dieser Rap eine Art Fremdkörper auf der Bühne, er schien gar nicht richtig in die Aufführung zu passen – und war wohl auch gerade deswegen so gut.

„Sowas darf man ja nicht mehr sagen“, diesen Satz kritisierte Lisa Fitz häufig im Programm. Man solle sagen, was man denkt, schließlich lebe man in einer Demokratie und nicht in einer Zeit, in der der Flüsterwitz noch notwendig wäre.

Diese Ernsthaftigkeit mit Aktualitätsbezug und unbefangener Spaß wechselten sich im Programm hin und wieder während eines Augenschlages ab, denn Fitz will zum Nachdenken und vor allem selbstständigen Denken anregen. Dem Abend treu blieb auch das Motto einer hawaiianischen Glaubensgemeinschaft, welches dem Publikum zum Schluss des Abends mit auf den Heimweg gab: „Lebe so, dass du keinen Menschen verletzt. Nicht mit Worten, nicht mit Taten und nicht mit Gedanken.“

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