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05.07.2010

Macht, Moral und Käuflichkeit

Mering Die Bühne ist noch nicht ganz fertig, einige Kabel fehlen hier und dort, Frisuren werden ausprobiert, Gesichter zur Probe geschminkt und Texte weiter geübt. Die Spannung unter den Mitwirkenden und Mitarbeitenden im Neuen Theater Mering steigt, denn bis zur Aufführung des neuen Stücks ist es nicht mehr weit: Am Freitag, 9. Juli, gibt es im Innenhof des Meringer Schlosses die Premiere von "Emilia Galotti".

Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti", in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geschrieben, ist ein Stück der Aufklärung. Der Herrschaftsstil der Adeligen und die Moral des erstarkenden Bürgertums prallten in dieser Zeit hart aufeinander. Scharfsinnig zeigt Lessing die Willkür der einen Seite auf und ebenso die zwanghafte Pflichterfüllung der anderen. "Es geht um Moral, Macht, Einfluss und Geld", fasst Markus Schwab, der Leiter des Neuen Theaters Mering, den Stoff zusammen und genau diese Themen "machen das Stück bis heute aktuell".

Heuer wird das 20-jährige Bestehen gefeiert

Mit der Freilicht-Inszenierung feiert das Neue Theater Mering in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen (wir berichteten). 32 Stücke der unterschiedlichsten Art wurden über die Jahre hinweg aufgeführt, von den Erwachsenen ebenso wie vom Kindertheater.

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In diese Liste der gespielten Stücke passe ein Klassiker wie "Emilia Galotti" gut hinein, meint Markus Schwab; auch eigne sich das Stück bestens für den Innenhof des Meringer Schlosses. Das letzte Freilichttheater mit den Räubern von Schiller wurde bereits vor sechs Jahren geboten. Ansonsten wird im Dachtheater in der Schlossmühle nebenan gespielt.

Hängematte für den Prinzen hängt schon

Seit März studieren die 13 Schauspielerinnen und Schauspieler das Stück ein. Um das Kostüm für die eigene Rolle kümmert sich zunächst jeder selbst, manchmal hilft der Fundus weiter, manches wird neu gekauft, man stimmt sich ab und berät sich gegenseitig.

Gern hätten die Theaterleute schon früher draußen geprobt, aber der Regen hat dies verhindert. Vielleicht, so hoffen die Beteiligten, macht das Wetter bei den Aufführungen nun umso besser mit. Dann entfaltet der Innenhof im Meringer Schloss seinen Charme und dann kann das Neue Theater sein Können unter Beweis stellen. Die Hängematte für den Prinzen und damit für eine der Hauptfiguren hängt schon. Aber nicht zum entspannten Ausruhen: Machtspiele und Intrigen warten.

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