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Langenneufnach

05.06.2019

Manege frei für kleine Stars

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3 Bilder
Konzentration erforderten die Proben zum Programmpunkt mit den Tauben.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Beim Mitmachzirkus Flip Flop sind Grundschüler aus Langenneufnach und Fischach mit Feuereifer bei der Sache. Wie jedes Kind seinen großen Auftritt bekommt.

Antonia seufzte. Nicht genervt oder vor Anstrengung, sondern vor Freude. Die Achtjährige aus der Klasse 3a der Grundschule Fischach hatte gerade mit anderen Schülern kleine Kunststücke mit Tauben geprobt. „Das war schön und beeindruckend“, meinte sie mit leuchtenden Augen. Nein, Angst habe sie nicht gehabt. Das sei alles wie von selbst gelaufen.

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An dieser Selbstverständlichkeit hatte Daniel Spindler großen Anteil. Der Direktor des Zirkus Flip Flop verstand es mit seinem Team eindrucksvoll, den Kindern die Mixtur aus Spiel, Spaß, Unterhaltung und Spannung beizubringen. Vier Tage gaben professionell ausgebildete Artisten den Schülern der Grundschule Langenneufnach und Fischach einen Einblick in die geheimnisvolle Zirkuswelt. Dabei vermittelten sie auf spielerische Weise ihr Können in den Bereichen Artistik, Tierdressur und Clownerie.

Jeder entscheidet, bei welcher Nummer er auftreten will

In einem kleinen Zirkus auf der Wiese gegenüber des Langenneufnacher Rathauses erarbeiteten die teilnehmenden Schüler an zwei Vormittagen einzeln und in jahrgangsübergreifenden Gruppen eine Zirkusdarbietung. Diese wurde an zwei Nachmittagen vor Eltern, Omas und Opas, Geschwistern, Freunden und Nachbarn aufgeführt. Zu diesen Vorstellungen liefen die Schüler geschminkt und in Kostümen aus dem Zirkusfundus in die Manege ein.

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Bis dahin hatte jedes Kind längst seine Rolle gefunden. Nichts geschah unter Zwang. Jeder konnte für sich entscheiden, welche Nummer er proben und einstudieren wollte. „Wer gut turnen kann, der wählt eine artistische Nummer, wer stürmischer ist, geht zu den Piraten oder Cowboys“, resümierte der Zirkuschef.

Die achtjährige Kimberly entschied sich für einen Auftritt mit bunten Tüchern. „Es ist toll, sich mit ihnen tänzerisch zu bewegen“, erzählt sie. Das mache ihr unheimlich Spaß. Spaß hatte auch Jonas aus der Klasse 3c der Grundschule Langenneufnach. Er absolvierte die Ziegennummer. Dabei dirigierte er seine Ziege Pepe über Stufen und Balken und brachte sie mithilfe einer Semmel dazu, auf nur zwei Beinen zu laufen. „Lustig war, dass die Ziegen nicht immer das machten, was wir von ihnen wollten“, sagte er.

Mit den Tauben wird es nie langweilig

Die Tauben waren dagegen Hannas Favoriten. Ihr hatte es vor allem Browni angetan. „Mit ihr war es nie langweilig“, berichtete die Zehnjährige aus der Klasse 4a in Fischach. Mit den Eigenheiten der Tiere sei sie von ihren Katzen zu Hause bestens vertraut. Ihr gefiel vor allem, dass der Programmablauf, aber auch die Präsentation gegenüber dem Publikum in der Gruppe geübt wurde. Dieses Miteinander sei toll gewesen, sagte sie.

Das gemeinsame Handeln, voneinander und miteinander zu lernen, sei auch ein Teil des pädagogischen Konzepts des Mitmachzirkus, verdeutlichte Daniel Spindler: „Hier lernen die Kinder nicht nur kleine Kunststücke, sondern in erster Linie auch die respektvolle Zusammenarbeit sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.“ Um gemeinsam einen Erfolg zu erzielen, sei es wichtig, sich anzustrengen, durchzuhalten, rücksichtsvoll zu agieren und andere zu unterstützen.

Und so tobte mit viel Selbstvertrauen ein buntes Völkchen durch die Manege. Cowboys ritten auf Steckenpferden und schossen Luftballons ab, Turner zeigten eine Menschenpyramide, Tellerdreher hüpften auf einem Bein und drehten sich um die eigene Achse, ohne dass die rotierenden Gegenstände zu Boden fielen, und bei der Hula-Hoop-Darbietung schwangen Mädchen gleich bis zu acht Reifen um die Taille. Gut kam bei den restlos ausverkauften Vorstellungen mit den kleinen Stars auch die Piratennummer an. Hier malträtierten die Seeräuber mit ihren Schwertern eine Kiste. Zur Überraschung entstieg daraus das Opfer unversehrt.

Lustige Clowns stellen sich gegen das Krachmach-Verbot

Eine Augenweide war der starke Samson, der locker ein 100 Kilogramm schweres Gewicht stemmte und eine Eisenkette mit einem Ruck auseinanderriss. Fehlen durften natürlich auch nicht die bunt gekleideten Clowns. Sie hatten mit ihrem Ungehorsam gegen ein Musizier- und Krachmach-Verbot die Lacher auf ihrer Seite und erinnerten damit vielleicht ein bisschen wieder an den schulischen Alltag.

Der Mitmachzirkus sei ein runder Erfolg gewesen, urteilten die Rektorin der Grund- und Mittelschule Fischach, Elisabeth Kick, und die Koordinatorin in Langenneufnach, Petra Fischer. So manches Kind hätte sie von einer ganz anderen aufblühenden Seite kennengelernt, sagte Kick. Ihr sei es vor allem darum gegangen, dass die Schüler eigene Grenzen erfahren und sie mit Spaß erweitern: „Damit haben sie die eigene Persönlichkeit entdeckt und eine Portion Selbstvertrauen aufgebaut.“

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