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Schwabmünchen/Augsburg

13.11.2019

Mann begrapscht bei einer Poolparty drei junge Frauen

In einem Whirlpool hat ein 33-Jähriger drei junge Frauen gegen deren Willen begrapscht.
Bild: Matthias Wild (Archiv/Symbolbild)

Griffe an den Oberschenkel, die Taille und die Brust werfen die drei Frauen dem Angeklagten vor. Der beteuert seine Unschuld. Teuer wird es trotzdem für ihn.

Einen großen Whirlpool hatte sich ein 23-Jähriger aus Schwabmünchen zu seinem Geburtstag in den Garten stellen lassen. Bei der Feier war das Becken zwar ein echter Renner, führte jetzt aber auch zu einem Prozess am Augsburger Amtsgericht. Denn der Mann, der den Pool aufgebaut und betrieben hat, soll bei der Feier drei junge Frauen gegen deren Willen betatscht haben.

Der 33-Jährige beteuerte vor Gericht seine Unschuld. Er war auch als Gast bei der Party und habe sich gut mit einigen Gästen unterhalten zu späterer Stunde habe sich die Feier zunehmend in den Pool verlagert. „Ich habe nachgezählt: Es saßen bis zu zwölf Leute gleichzeitig in einem Becken mit etwa zwei Metern Durchmesser. Natürlich ist es da eng.“ Dass er dabei mal jemanden berührt habe, könne er natürlich nicht ausschließen. Aber er habe niemanden absichtlich betatscht. Gegen einen Strafbefehl über 8100 Euro hatte der Mann, der im Hauptberuf als Polizist in München arbeitet, daher Einspruch eingelegt.

Genau das sagten aber zwei heute 19-jährige Schülerinnen bei der Polizei aus und zeigten den Mann an. Bei Zeugenvernehmungen beschuldigte auch eine dritte junge Frau den Mann, mit der Hand unter ihr Bikinioberteil gepackt zu haben. Sie hatte die Tat aber nicht angezeigt.

Mann begrapscht bei einer Poolparty drei junge Frauen

Frau beschreibt Griff unter das Bikini-Oberteil

Der Angeklagte sagte im Prozess, die junge Frau sei gegen sechs Uhr morgens alleine im Pool eingeschlafen. Er sei schon wieder in normaler Kleidung gewesen und habe sich nochmals umgezogen, um sie aus dem Wasser holen zu können. Die 19-Jährige bestätigte, dass sie eingedöst sei. Sie habe zwar einiges getrunken, doch eingeschlafen sei sie, weil die Party an einem Freitagabend außerhalb der Ferien stattgefunden hatte: „Es war einfach ein langer Tag.“ Sie erinnerte sich aber genau, dass der Täter seitlich unter ihr Bikini-Oberteil gegriffen hatte. Sie habe die Hand sofort weggeschoben. Als sie die Augen öffnete, war nur der Angeklagte mit ihr im Becken: „Er sagte, er habe nur mein Bestes gewollt.“

Sie sei sehr geschockt gewesen und mit einer Person mitgegangen, die am Beckenrand auftauchte. Der Partygastgeber berichtete in seiner Zeugenaussage, die junge Frau sei ihm sichtlich aufgewühlt und mit Tränen in den Augen entgegen gekommen. Eine konkrete Aussage, was passiert sei, habe er aber nicht bekommen und erst im Nachhinein erfahren, was los war. Die 19-Jährige bestätigte, dass ihr der Übergriff heute noch nachhänge. Sie habe niemanden gehabt, mit dem sie wirklich über das Geschehene habe reden können.

Opfer möchte nicht, dass der Täter bestraft wird

Richterin Susanne Scheiwiller fragte sie, ob sie wolle, dass der Mann bestraft wird. Die junge Frau verneinte das: „Er war nicht gewalttätig und hat sofort aufgehört, als ich seine Hand weggeschoben habe. Ich glaube, er wollte keinem wehtun.“ Für sie hätte es gereicht, wenn man das Geschehene mit einem gemeinsamen Gespräch bereinigt hätte. Mit den beiden anderen Frauen, die den Angeklagten angezeigt hatten, habe sie nur per Chat Kontakt gehabt und ihnen von dem Erlebnis erzählt. Sie waren zur Tatzeit bereits nach Hause gegangen.

In ihrer Zeugenaussage schilderten beide, dass ihnen der Angeklagte mehrfach unerwünscht nahe gekommen sei. Eine der jungen Frauen berichtete von sechs bis acht Berührungen am Oberschenkel und an der Taille. Sie habe die Hand immer wieder weggeschoben, aber nichts gesagt. Zwischenzeitlich ging sie zur Toilette, setzte sich danach aber wieder neben den Angeklagten. Einen Grund dafür konnte sie weder bei der Polizei noch auf Nachfragen von Verteidiger Walter Rubach nennen. Ihre Freundin berichtete von mehrfachem Streicheln am Oberschenkel. Auch sie hatte keine Antwort auf die Frage, warum sie abgesehen vom Wegschieben der Hand nichts gegen die Übergriffe getan habe.

Angeklagter muss 5000 Euro Geldauflage bezahlen

Nach einem Rechtsgespräch zwischen Richterin, Verteidiger und Staatsanwältin stellte Susanne Scheiwiller das Verfahren ein. Der Angeklagte muss eine Geldauflage von 5000 Euro bezahlen.

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