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Kommentar

24.10.2019

Marihuana: Gefahr vom Kiffen nicht unterschätzen

In einigen Ländern ist der Besitz von Marihuana legal, auch in Deutschland gibt es immer wieder solche Forderungen. Doch vor Gericht zeigen sich die Gefahren.
Bild: Friso Gentsch (Symbolbild)

In einigen Ländern ist der Besitz von Marihuana legal, auch in Deutschland gibt es immer wieder solche Forderungen. Doch vor Gericht zeigen sich die Gefahren.

Während in einigen wenigen Ländern der Welt, beispielsweise in Kanada, der Besitz von Marihuana legal ist, steht in Deutschland „Kiffen“ unter Strafe. Nicht wenige Menschen sind der Meinung, dass diese weiche Droge relativ harmlos sei und deshalb legalisiert gehöre. Doch ein Blick in die deutschen Gerichte zeigt: Ganz so harmlos ist Marihuana eben doch nicht.

Marihuana-Konsum kann zu einer schlimmen Abwärtsspirale führen

Eine Verallgemeinerung greift zu kurz, aber nicht selten kommt es vor, dass Cannabis-Konsumenten immer tiefer in die Kriminalität abrutschen: vom gelegentlichen Kiffen werden sie abhängig, nehmen härtere Drogen, verlieren ihren Job, zunehmende Geldprobleme führen zu weiteren Straftaten wie beispielsweise Diebstahl oder Betrug. Und irgendwann davor oder danach wendet sich die Familie von ihnen ab. Die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter und endet schlimmstenfalls im Gefängnis.

Ganz so weit ist es im vorliegenden Fall zum Glück nicht gekommen. Zwar hat der Mann wegen seiner Drogensucht seinen damaligen Job verloren, doch inzwischen hat er eine neue Stelle gefunden. Aber nur mit professioneller Hilfe – und einem neuen Freundeskreis – lässt sich ein drogenfreies Leben realisieren.

Lesen Sie hier den Artikel über einen langjährigen Marihuana-Konsumenten, der vor dem Augsburger Amtsgericht verurteilt wurde: Marihuana selbst angebaut: Wenn Drogen das Leben bestimmen

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25.10.2019

Normalerweise kommentiere ich nie unter Zeitungsartikeln, aber hier ist es dringend nötig, damit andere Personen die diesen Kommentar lesen nicht mit falsch platzierten Informationen gefüttert werden und weiter tragen.

Es werden Ursache und Wirkung komplett durcheinander gebracht. Sowie würde diese Argumentation keiner tiefergehenden wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. Es ist in diesen Fall nicht Cannabis, was zu dieser "Abwärtsspirale" führt. Es ist schlicht und ergreifend die Prohibition selbst. Denn Cannabis weist bei weitem nicht ein so hohes Abhängigkeits- sowie Schadenspotenzial wie andere Drogen auf, um das hier dargestellte "Verhalten" rechtfertigen zu können (siehe https://www.economist.com/graphic-detail/2019/06/25/what-is-the-most-dangerous-drug). Um es ganz genau zu nehmen, hat Cannabis mit 7-8% ein weitaus niedrigeres Suchtpotenzial als Alkohol mit 14-15%.

Des weiteren kommen die Menschen doch nur mit härteren Drogen in Kontakt, weil sie das Cannabis bei einen Dealer erstehen, der mehr am Profit als an der Gesundheit seiner Kunden orientiert ist und ihnen andere Sachen anbietet. Hätten wir einen legalen Markt, könnte man in ein Cannabis Fachgeschäft gehen und nur mit Cannabis in Kontakt kommen. Aber nicht mit härteren Drogen, wie es derzeit der Fall ist. Ganz zu schweigen davon, dass wir mit einer regulierten Freigabe endlich einen effektiven Jugendschutz hätten.

"Und irgendwann davor oder danach wendet sich die Familie von ihnen ab" - Welch ein gedankenloser Satz... Wenn sich die Familie von einen abwendet, dann liegt es entweder an der über Jahrzehnte indoktrinierten Stigmatisierung, dass Cannabis ja ach so schlimm wäre. Oder zum anderen weil man für eine Pflanze kriminalisiert wird. In beiden Fällen liegt es auch hier nicht an der Substanz, sondern an der Drogenpolitik. Und das ist das, was die Menschen endlich verstehen müssen. Wir benötigen eine Drogenpolitik, die an der Wissenschaft und Prävention ansetzt und nicht an Ideologien, unbegründeten Ängsten und Repression.

Ich möchte Cannabis definitiv nicht als harmlos darstellen. Es ist weiterhin eine Droge und muss mit Bedacht konsumiert werden. Jedoch ist diese Teufelsdarstellung, wie es der Text suggeriert, einfach nicht korrekt. Es zeugt eher von ideologischer Einseitigkeit sowie immenser Unwissenheit des vorliegenden Autors.

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