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Kabarett

16.04.2015

Maulquappen statt Pizza und Burger

Beim Odel-Jodler besingen die Maulquappen die Nöte der heimischen Landwirtschaft.
Bild: Hieronymus Schneider

Germar’s Restaurant in Schwabmünchen entwickelt sich immer mehr zur Kleinkunstbühne

Das Germar’s im Ivo-Moll-Stadion ist weit mehr als nur ein Sportheim. Bereits weithin bekannt für seine Pizzas und Burger, entwickelt es sich mehr und mehr zu einer weiteren Kleinkunstbühne in Schwabmünchen. Mit dem Musikkabarett „Maulquappen“ lockte Germar Thiele eine treue Fangemeinde gesetzteren Alters an, sodass kein Platz im Lokal frei blieb.

„Ja, des isch koi Teenie-Party mehr“, meinte auch Franz Lachenmair, der Vorsänger und Texter der drei Herren, die als „Maulquappen“ für jede Menge Spaß mit Musik sorgten. Selbst im Rentenalter angekommen ist ihr Gitarrist und Rhythmusmacher Andy Schlarnhaufer, ein Schwabmünchner Urgestein, der schon seit 45 Jahren mit dem Buchloer Lachenmair gemeinsam Musik macht. Das Trio komplettiert der Jüngste, Hermann Hintner, genannt „Olli“, aus Türkheim. Er ist nach Aussage Lachenmairs ihr einziger wirklicher Musiker, der Noten schreiben, lesen und spielen kann.

Vollblutmusiker mit einem bemerkenswerten Repertoire an Instrumenten und Improvisationstalenten sind aber alle drei. Mit Tuba, Quetschen und Gitarre zaubern sie vielfältige Melodien hervor, beherrschen aber auch Blasinstrumente wie beim „Großen Tusch mit kleinen Trompeten“. Dass man mit fast allen Gegenständen Musik machen kann, zeigt das Trio beim „Viertelquadratmeter-Landler“ mit einem Flohmarktspfeiferl oder beim Steinzeitlied mit Röhrenknochen aus Plastik. Die „Maulquappen“ sind auf Kleinkunstbühnen zu Hause, denn ihre Stärke ist der Kontakt zum Publikum.

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Typischer schwäbisch- bayerischer Humor

Mit typisch schwäbisch-bayerischem Humor und Wortwitz nehmen sie die Menschen und Ereignisse aufs Korn, manchmal deftig, aber nie verletzend oder belehrend. Köstlich ist ihre Persiflage auf Uli Hoeneß mit einem Benefizspiel seines FC Bayern gegen eine Gefängnisauswahl mit dem selbst gebauten „Knast-Brillophon“ oder der „Odel-Jodler“ eines Allgäuer Bauern, eine Parodie des Königsjodlers. Bekannte griechische Lieder werden mit Texten zur Finanzkrise versehen, wie „Ein Schirm wird kommen“ oder „Unsere Gelder für Athen, sehen wir bestimmt nicht wieder“. Alltagsprobleme von Rentnern, wie „Wenn d’r Ma in d’ Rente kommt, isch des as Ende der Freiheit für die Frau“, und Kleingärtnern, wie beim „Nacktschreckenschneck von Buchloe-Süd“, werden originell witzig besungen, und dazwischen streut Franz Lachenmaier eigene unterhaltsame Gedichte ein.

Mit „Gute Nacht Freunde“ und dem Klamauk „Der Jäger aus Kurpfalz“ in verschiedensten internationalen Versionen schickten die Maulquappen ihr Publikum heiter und beschwingt auf den Heimweg. „Dieser Abend schreit nach einer Wiederholung“, sagten einige beim Abschied.

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