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Bobingen

08.04.2021

Mehr Verkehrskontrollen: Raser in Bobingen sollen zahlen

Die beiden CSU-Politiker Miriam Streit-Zach und Herwig Leiter wollen mehr Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen und Kindergärten.
Foto: Elmar Knöchel

Plus Mehrere Unfälle und Anwohnerbeschwerden - das will die CSU Bobingen aufgreifen: Der Verkehr in Bobingen soll durch die kommunale Verkehrsüberwachung kontrolliert werden.

Es ist noch nicht lange her, da hat ein Schulwegunfall in Bobingen für Aufsehen gesorgt. In der Krumbacher Straße hatte ein Autofahrer zwei rote Ampeln missachtet und ein Kind angefahren, das ordnungsgemäß die Straße überquerte. Als Reaktion auf diesen Unfall wurde an der betreffenden Stelle die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Nur kurze Zeit später kam es in der Gegenrichtung zu einem schweren Unfall, bei dem ein Fahrzeuglenker die Kontrolle verlor und gegen einen Laternenmast prallte.

Allein das zeige, so CSU-Fraktionschef Herwig Leiter, dass es nicht damit getan sei, eine Geschwindigkeitsregelung zu erlassen. Vielmehr müsse diese dann auch durchgesetzt, sprich die Einhaltung kontrolliert werden. Speziell an besonders gefährdeten Stellen, wie vor Schulen und Kindergärten, aber auch den Schulwegen und den Straßen in den Wohngebieten, sei das wichtig.

 

Miriam Streit-Zach, Ortsvorsitzende der Bobinger CSU, fügt an, dass anscheinend bei manchen Fahrzeuglenkern die Meinung vorherrsche, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h nur dazu da sei, dass letztlich nicht schneller als 50 km/h gefahren werde. "Das kann nicht sein", sagt die CSU-Chefin. Wo ein 30er-Schild stehe, gelte das auch.

Immer wieder Beschwerden über Raser in Bobingen

Doch immer wieder gebe es Beschwerden von Anwohnern, dass sich viele Fahrzeugführer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hielten. Da die Polizei nur in sehr geringem Umfang solche Geschwindigkeitskontrollen durchführen könne, wolle man prüfen, ob man in Bobingen diese in Zukunft von der kommunalen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte durchführen lassen könne.

Stadtratsmitglied Herwig Leiter betont dabei, dass es nicht um Gewinnmaximierung gehe. Man wolle hauptsächlich an Stellen kontrollieren, die ein hohes Maß an Gefährdungspotenzial aufweisen. Neuralgische Punkte wie zum Beispiel die Frieda-Forster-Straße in Straßberg oder die Winterstraße in der Bobinger Siedlung seien schließlich bekannt dafür, dass dort gerne etwas schneller gefahren werde. Hier könnten Kontrollen durchaus zu einem höheren Gefahrenbewusstsein bei den Fahrzeuglenkern führen, hoffen die beiden CSU-Politiker.

Erschreckende Zahlen: In Straßberg waren 42 Prozent der Autofahrer zu schnell

Dass es nötig sei, vorhandene Geschwindigkeitsregelungen auch zu überwachen, habe die Auswertung der Daten der städtischen Geschwindigkeitsmessungen gezeigt, erklärt Herwig Leiter. Die Zahlen, die die Verkehrsbehörde der Stadt Bobingen bei Messungen im Laufe des letzten Jahres ermittelt hat, bestätigen die Aussagen des Straßberger CSU-Mannes.

 

So waren in der Herbststraße in der Siedlung im Beobachtungszeitraum rund 40 Prozent der Fahrzeuge zu schnell unterwegs. In der Frieda-Forster-Straße in Straßberg, direkt im Bereich von Kindergarten und Grundschule, waren es erschreckende 42 Prozent. Die Hattenbergstraße in Reinhartshausen brachte es auf ähnliche Werte. 38 Prozent der Autofahrer hatten hier das Gaspedal zu kräftig gedrückt.

Man müsse die Beschwerden der Anwohner also ernst nehmen, ist sich CSU-Vorsitzende Miriam Streit-Zach sicher. Zusätzlich, so Stadtrat Leiter, könnte im Bereich Hochstraße und Rathausstraße eine Überwachung des ruhenden Verkehrs erfolgen. Denn gerade hier sei die Parkdisziplin, in Ermangelung effizienter Kontrollen, in der letzten Zeit doch erheblich gesunken. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, vor allem der schwächsten, in Bobingen gewährleisten zu können, werde man in Zukunft um Kontrollen wohl nicht herumkommen, erklärt Leiter. Deshalb hoffe er, dass über den Antrag der CSU baldmöglichst im Bobinger Stadtrat beraten wird.

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