Schwabmünchen

28.02.2013

„Mei Maschi is hi“

SMÜ am Moped: Xaver (Rupert Seidl, rechts) und der Außerirdische Loisl (Carlos Pavlidis) gönnen sich nach der Flucht eine Pause.
Bild: Calypso Entertainment

Auch wenn die Fahrzeuge kaputt sind, eines haben sie gemeinsam: Im „Xaver“ tragen alle SMÜ – außer das UFO.

Der Stadtrat will es, der Kreisausschuss nicht: das alte SMÜ-Kennzeichen. Bis zur bayerischen Gebietsreform im Jahr 1972 bekamen neuangemeldete Fahrzeuge das Kennzeichen SMÜ für den Landkreis Schwabmünchen.

Am 1. Juli 1972 wurde aus dem Kreis Schwabmünchen und Teilen der umliegenden alten Landkreise erst Augsburg-West, ein Jahr später Augsburg und das Nummernschild verschwand zusehends mit jedem abgemeldeten Fahrzeug.

Bis ins Jahr 1985: Werner Possardt verwendete für seine Mischung aus Komödie, Heimat- und Science-Fiction-Film, „Xaver und sein außerirdischer Freund“, die alten SMÜ-Nummerschilder. Ob Xavers Moped oder der BMW der Brandstifter um den bösartigen Eberhard: In jeder Verfolgungsjagd erinnert der gebürtige Schwabmünchner Regisseur und Drehbuchautor Possardt an den Altlandkreis. Auch wenn im Film Gefährt um Gefährt in der Scheune, im Graben oder Wald landen, was der Außerirdische Loisl regelmäßig mit dem Satz „Mei Maschi is hi“ quittiert, das SMÜ taucht ständig auf.

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Als er zum 20. Jubiläum des Kultfilms „Xaver“ auf einer DVD-Sonderedition seinen Film kommentiert, erklärt Possardt: „Dieses SMÜ, dieses Nummernschild gibt’s schon lange nicht mehr. Heute haben alle das A, das Augsburg-West, deswegen wollte ich das Nummernschild im Film verewigen, weil ich das halt aus meiner Kindheit, aus meiner Jugend kenne.“ Außerdem wurde jede Szene an den Erinnerungsorten des Regisseurs gedreht, größtenteils in den Stauden, aber auch in Untermeitingen und Siebnach. Werner Possardt wird den Tag der Rückkehr des SMÜ nicht mehr erleben, sollte dieser jemals eintreten. Der Regisseur kam 2004 bei der Flutkatastrophe auf der thailändischen Insel Phuket im Alter von 53 Jahren ums Leben.

Der Film ist der Wirklichkeit jedoch einen Schritt voraus: Während Menschen sterben und Zeichen der Vergangenheit verschwinden, leben das Andenken Possardts und auch das alte Kennzeichen in Xaver weiter.

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