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Entsorgung

21.02.2018

Metalldetektor soll Müllsünder aufspüren

Essensreste, Kaffeefilter und Rasenschnitt – all das darf und soll in die Biotonne. Wenn allerdings zu viele Metallteile in dem braunen Behältnis verschwinden, droht dem Besitzer künftig Ärger bei der Abholung.

Ab der zweiten Jahreshälfte werden die braunen Biotonnen im Augsburger Land in Stichproben überprüft. Das ist nicht die einzige Neuerung, die auf die Landkreisbürger zukommt. Eine davon ist bequem. Eine andere kostet

Ab der zweiten Jahreshälfte wird der Inhalt der Biotonnen im Landkreis stichprobenartig überprüft. Einzelne Müllfahrzeuge werden mit Metalldetektoren ausgestattet und schlagen Alarm, falls sich zwischen Rasenschnitt, Bananenschalen und faulem Obst Gegenstände aus Metall verbergen. Die Tonne wird dann nicht geleert, ihre Besitzer mit gelben beziehungsweise roten Karten verwarnt.

Das sagte der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Günther Prestele, am Montag im Kreistag auf eine entsprechende Anfrage aus dem Gremium. Laut Prestele verbergen sich im Biomüll, aus dem in Lechhausen Gas und Komposterde gewonnen wird, immer wieder Stoffe, die dort nicht hinein gehören. Gerade „in großen Wohnanlagen ist die Sortenreinheit verbesserungsfähig,“ sagte Prestele. Von den neuen Müllfahrzeugen, die ab Sommer im Einsatz sind, würden deshalb einige mit den Detektoren ausgestattet. Diese würden nur bei größeren Mengen anschlagen: „Wenn zum Beispiel eine Gulaschdose drin liegt.“ Wenig abgewinnen kann dem Einsatz der Detektoren die ÖDP-Kreisrätin Gabriele Olbrich Krakowitzer: „Es kann doch nicht sein, dass einem die Tonne nicht abgeholt wird, wenn ein Schräubchen drin liegt.“ Außerdem sei viel eher Plastik das Problem, das mit in den braunen Müllbehälter geworfen werde.

Die Fahndung nach den Müllsündern per Detektor ist nur eine von mehreren Neuerungen, mit denen die Landkreisbürger in den kommenden Wochen und Monaten konfrontiert werden – eine davon ist ausgesprochen bequem: Weil ab 1. Juli wieder ausschließlich Hecklader als Müllfahrzeuge eingesetzt werden, müssen die Bürger die Tonnen nicht mehr auf der richtigen Straßenseite bereitstellen. Das erforderten die Seitenlader, die in einigen Gemeinden im Einsatz waren.

Ebenfalls ab 1. Juli entfällt die bislang mögliche wöchentliche Leerung der 80- und 120-Liter-Restmülltonnen. Sie werden dann nur noch alle zwei Wochen im Wechsel mit der Biotonne entleert. Das spart Geld. Zudem steigen erstmals seit Mitte der 1990er Jahre die Müllgebühren wieder. Ab 1. Juli geht die monatliche Grundgebühr um 50 Cent auf 4,65 Euro je Wohnung nach oben. Die monatlichen Tonnenpreise steigen um durchschnittlich 16 Prozent. Eine 80-Liter-Tonne kostet dann 3,84 Euro im Monat.

Innerhalb der Region Augsburg seien die Müllgebühren weiter unschlagbar, sagte Sabine Schneider-Dempf vom Abfallwirtschaftsbetrieb. Erhöhen müsse man nicht zuletzt, weil aus der inzwischen geschlossenen Deponie Hegnenbach keine Erträge mehr erwirtschaftet werden. Auf diesen Punkt legt auch Altenmünsters Bürgermeister Bernhard Walter großen Wert. Er betonte, dass die Bewohner der Nachbarorte der Deponie unter dieser gelitten hätten: „Der Gebührenzahler hat gespart, weil der Landkreis bei uns viel Geld verdient hat.“ Wesentlich umstrittener als die höheren Müllgebühren scheinen allerdings die Chips zu sein, die derzeit an jeder der rund 180000 Mülltonnen im Landkreis angebracht werden. Mithilfe der Transponder kann ein Computer am Müllfahrzeug Daten erfassen: wann die Tonne zuletzt geleert wurde oder ob die Gebühren bezahlt wurden. Damit soll das bisherige System der Müllmarken abgelöst werden. Die Transponder, die dem Abfallwirtschaftsbetrieb offenbar schon einige böse Anrufe beschert haben, dienten nur der Verwaltungsvereinfachung, betonte der CSU-Fraktionschef Lorenz Müller. „Wir wollen nichts wiegen und keine Daten speichern.“ Letztendlich handle es sich um eine Investition, mit der auf Dauer Geld der Gebührenzahler gespart werde. "Aufgefallen

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