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Mickhausen

26.05.2020

Mickhausens neuer Bürgermeister: Das Ehrenamt kommt vor dem Job

Der neue Bürgermeister von Mickhausen hat viel zu tun.
Bild: Walter Kleber (Symbolbild)

Plus Mirko Kujath will Mickhausen transparenter machen. Dafür will er die Bürger mit ins Boot holen. Als Neueinsteiger hat er einen Vorteil.

Die ersten Wochen im Amt sind nicht spurlos an Mickhausens neuem Bürgermeister Mirko Kujath vorübergegangen. Sie seien schon anstrengend gewesen, meint er. Als kompletter Neuling im Politgeschäft sei es für ihn jetzt wichtig, sich so schnell wie möglich in seine Aufgaben einzuarbeiten. Das fange bereits damit an, die Angelegenheiten nach wichtigen und aufschiebbaren Terminen zu unterscheiden.

Dabei haben Mirko Kujath und die Freien Wähler Mickhausen einen Traumstart hingelegt. Erst im vergangenen Dezember formierten sich vor Ort Interessierte zu dieser Wählergruppe. Ziel war es, die Gemeinde bürgernäher als bisher zu machen. Zum Vorsitzenden wurde Mirko Kujath gewählt. Er sollte zudem als Bürgermeisterkandidat gegen Amtsinhaber Hans Biechele antreten.

Klarer Erfolg als Neueinsteiger

„Wir haben gemerkt, dass viele Bürger in Mickhausen und den Ortsteilen mit der alten Gemeindepolitik unzufrieden waren“, sagt Kujath im Rückblick. Das spiegelte sich dann auch im Wahlergebnis wider. Mirko Kujath erhielt als Neueinsteiger nicht nur auf der Gemeinderatsliste mit Abstand die meisten Stimmen, er gewann auch souverän das Rennen um das Bürgermeisteramt. Mehr noch: Seine neue Wählergruppe erreichte gleich die meisten Sitze im Gemeinderat.

 

Ein Erfolg, der in dieser Größenordnung auch Mirko Kujath letztlich überrascht habe, wie er gesteht. Gleichzeitig ergänzt er, dass er vom neuen Gemeinderat keine Parteipolitik wünsche. Wichtig sei ausschließlich das Wohl von Mickhausen.

Kujath ist hauptberuflich Projektmanager

In zwei, drei Monaten hofft der 55-Jährige, seinen neuen Job voll im Griff zu haben. Solange muss sein Hauptberuf – der Bürgermeisterposten in Mickhausen ist nur ein Ehrenamt – hintenanstehen. Da er selbstständig und im Projektmanagement tätig sei, lasse sich das vereinbaren, erklärt der Unternehmer. Noch seien viele Termine wahrzunehmen, um Handlungsabläufe und Prioritäten zu erkunden und die richtigen Ansprechpartner kennenzulernen.

 

Das Bürgermeisteramt sei für ihn zwar ein Sprung ins kalte Wasser gewesen, doch er habe von Anfang an viel Unterstützung erhalten. Er nennt in diesem Zusammenhang vor allem den Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Stauden, Bernhard Schalk, und Gemeindesekretärin Cornelia Hafner. „Ohne sie wäre ich in den ersten Tagen aufgeschmissen gewesen“, sagt Kujath, der ledig ist. Verlassen könne er sich darüber hinaus auf seine Bürgermeisterstellvertreter Michael Miller und Georg Reiter. Seine fehlenden Vorkenntnisse betrachtet er übrigens als Vorteil: „So kann ich unbefangen an die Themen herangehen und ohne Zwänge Entscheidungen treffen.“

Kujath möchte offene Kommunikation

Geblieben ist seine Intention, die Bürger Mickhausens und der Ortsteile Münster und Grimoldsried in eine offenere Kommunikation einzubinden. Es gelte, die Menschen mit ins Boot zu holen, Vorgehensweisen zu erklären, Infos bereitzustellen und Alternativen zu bieten, damit sich Bürger an der Kommunalpolitik beteiligen können. Als Beispiel führt Kujath das historische Schloss an. Dort werde sich bald viel tun. Das müsse ebenso intensiv kommuniziert werden wie der wichtige DSL-Ausbau und die Frage, wie man coronabedingt mit der 750-Jahr-Feier des Ortes umgehe. „Wichtig ist mir auch, den Rechtsstreit um das neue Baugebiet ‚Viehweidestraße‘ schnell zu beenden“, sagt er.

Mirko Kujath ist Mickhausens neuer Bürgermeister.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Festgestellt hat das in Löcknitz (Mecklenburg-Vorpommern) geborene Mickhauser Gemeindeoberhaupt ebenso eine Reihe von zu erledigenden Projekten. Er verweist unter anderem auf Straßen- und Wegeverbesserungen oder die Aufstellung von Straßenleuchten. Ebenso sind da Großprojekte wie der Erweiterungsbau des Kindergartens und das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Münster. „Bei der Betreuungseinrichtung sind wir auf einem guten Weg“, betont er. „Hier wird noch ein eventueller Heizungsverbund abgeklärt.“ Beim Gemeinschaftshaus wolle er den Startbeginn nach Möglichkeit auf 2021 verschieben.

Nicht bange ist Mirko Kujath vor dem von Experten prognostizierten kommunalen Steuereinbruch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Das trifft auch unsere Gemeinde“, ist er sich sicher. Doch der Gewerbesteueranteil sei relativ gering. Er hofft, mit einem blauen Auge davonzukommen. Noch sei die Gemeinde Mickhausen, wenn auch zeitlich nur sehr begrenzt, schuldenfrei.

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