1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Miss Augsburg lehnt den Playboy ab

Graben

21.11.2019

Miss Augsburg lehnt den Playboy ab

Anne-Cathrine Kramer aus Graben wurde in der City Galerie zur Miss Augsburg gekürt. Die 23-Jährige spricht über diesen überraschenden Sieg und ihre beiden Vorbilder Niki Lauda und Panagiota Petridou.
Bild: Kramer

Anne-Cathrine Kramer aus Graben bezeichnet sich als ein etwas anderes Model. Die Autoverkäuferin spricht über Vorurteile im Beruf, ihre Wünsche und den Playboy.

Anne-Cathrine Kramer liebt ihre Kurven und zeigt diese gerne. Mit dem 90-60-90-Maß und extrem schlanken Frauen kann die 23-Jährige allerdings nichts anfangen. Die junge Frau aus Graben bezeichnet sich gerne als „ein etwas anderes Model“, das keine Idealmaße habe. Mit ihren knapp 1,70 Meter ist sie für Modelagenturen zu klein. Eine Bewerbung habe deshalb keine Aussicht auf Erfolg, ist sich Kramer sicher. Aufgeben kommt für die Blondine aber nicht infrage.

Sie habe Spaß am Modeln, deswegen würde die Automobilverkäuferin gerne in diesem Bereich arbeiten. Ihr größter Erfolg gelang ihr vor wenigen Tagen, als sie in der City Galerie zur neuen Miss Augsburg gekürt wurde. Für Kramer kam der Sieg völlig überraschend. „Ich dachte, mein Herz springt aus meinem Körper, als ich meinen Namen gehört habe“, erinnert sich die Gräbingerin und lacht. Dabei habe sie nur aus Spaß an dem Wettbewerb, der von Trendyone und der Miss Germany Corporation veranstaltet wurde, teilgenommen. Im Jahr zuvor trat sie in Nürnberg bei einem ähnlichen Wettbewerb an, kam allerdings nicht unter die ersten Drei.

Miss Augsburg überzeugt die Jury mit Ausstrahlung und Schlagfertigkeit

Das Gute an diesen Veranstaltungen sei, dass es keine Anforderungen wie eine bestimmte Körpergröße gebe und nicht nur das Aussehen im Vordergrund stehe. „Es geht um Ausstrahlung, Sympathie und Schlagfertigkeit bei den Interviews auf dem Laufsteg“, sagt Kramer. Und genau damit habe sie bei den Juroren punkten können. Als Gewinnerin darf sie Augsburg im kommenden Jahr bei der Wahl zur Miss Bayern und Süddeutschland vertreten. Zudem stehen mehrere Repräsentationstermine an, zuletzt war sie beim Augsburger Presseball.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Heidi Klums Fernsehshow „Germany’s next Topmodel“ ist für Kramer natürlich ein Muss – aber hauptsächlich, um sich den Zickenkrieg anzuschauen, sagt die 23-Jährige mit einem Lachen. Einige der Fotoshootings würde sie aber selbst gerne machen, gibt die junge Frau zu – obwohl sie sich auf dem Laufsteg wohler fühlt. Sich für den Playboy auszuziehen, käme für Kramer nicht infrage. „Das ist überhaupt nicht meins. Ich würde es auch nicht wollen, wie die Menschen dann vermutlich über mich reden würden.“

Die große Leidenschaft der gebürtigen Friedbergerin sind Autos. Einfach im Café sitzen, ist für sie deshalb kaum möglich. Wann immer sie ein lautes Dröhnen hört, blickt sie sich um; schicke Autos sind ihre „große Liebe“ und verdrehen ihr den Kopf. Kramer weiß aber auch ganz genau, was unter der Haube steckt.

Miss Augsburg machte ihre Ausbildung bei Porsche

Sie machte nach ihrem Realschulabschluss in Kaiserslautern bei Porsche eine Ausbildung zur Automobilkauffrau und arbeitet inzwischen als Autoverkäuferin bei einem Augsburger BMW- und Mini-Händler. Sie möchte sich in dieser Männerdomäne beweisen. Dass es kein einfaches Pflaster für eine Frau ist, erlebt sie Tag für Tag. „Fast alle Kunden erwarten einen Mann als Verkäufer. Es kommt sogar vor, dass man mich als Servicekraft hält“, sagt Kramer. Doch mit solchen Vorurteilen geht sie locker um. Sie liebt die Herausforderung. Ein Kunde sagte einmal zu ihr: „Das hätte ich nicht erwartet. Sie sehen nicht nur gut aus, sie kennen sich auch super aus.“ Eines der größten Ziele der jungen Frau: „Ich möchte eine der besten Autoverkäuferinnen Deutschlands werden“, sagt sie selbstbewusst. Ihr Traumauto – wie kann es anders sein – ein BMW, M8.

Bild: Kramer

Um Autos dreht es sich nicht nur in Kramers Beruf, sondern auch in ihrem Privatleben. Sie schaut gerne jegliche Art von Motorsport – egal ob Formel 1, DTM, Porsche-Cup oder ADAC GT Masters. Rennfahrer sind ihre Stars, statt Musikvideos guckt sie sich Youtube-Clips von Autorennen an. Da verwundert es nicht, dass einer ihrer größten Vorbilder ein Motorsportler ist – und zwar Niki Lauda. Den dieses Jahr gestorbenen österreichischen dreimaligen Formel-1-Weltmeister hätte sie gerne getroffen – wegen seiner unglaublichen Leistungen, seiner Lebensgeschichte. „Er ist ein toller Mensch gewesen. Was er alles durchgemacht hat, ist bewundernswert“, sagt Kramer.

Panagiota Petridou ist ein Vorbild der aktuellen Miss Augsburg aus Graben

Ein anderes Vorbild der 23-Jährigen ist Panagiota Petridou, bekannt aus der Vox-Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“. Die Moderatorin sei die einzige Frau, die sich im deutschen Fernsehen mit Autothemen durchgesetzt habe. „Außerdem fährt sie Männern auch mal schön über den Mund“, sagt Kramer und lacht. Ihr größter Wunsch wäre eine eigene TV-Show über Autos. „Als Model müsste ich aber auf jeden Fall den Weltfrieden nennen“, sagt die aktuelle Miss Augsburg mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Gut gelaunt geht die junge Frau mit ihrer offenen Art durchs Leben, schlechte Stimmung habe sie eigentlich nie. Nur wenn es um ein mögliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen geht, schüttelt sie kurz den Kopf und sagt. „Für wen Autos eine Leidenschaft sind, der kann ein Limit nicht gutheißen.“ Und schon spricht die redselige junge Frau freudestrahlend über ihre Hobbys: Sich mit Freunden treffen, mit ihrer Familie zusammensein oder eine Runde Golf spielen – vorausgesetzt sie ist nicht gerade beim Modeln oder schaut sich ein Autorennen an.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren