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Geburtstag

15.01.2015

Mit 80 Jahren scheut sie keine Aufgabe

Waltraut Wellenhofer freut sich schon wieder auf die Arbeit im Garten. Dabei ist das nur eine ihrer vielen Tätigkeiten, die sie auch mit 80 Jahren noch gerne pflegt.
Bild: Anja Fischer

Waltraut Wellenhofer hat ein großes Herz für die Jugend, ihre Heimat und ihren Garten

Ans Aufhören hat Waltraut Wellenhofer eigentlich noch nie so richtig gedacht. Und an ihrem heutigen Ehrentag wird sie dazu erst recht keine Zeit haben. Zu viele Menschen schätzen sie und werden gratulieren. Und so ist sie eine der wenigen unter den Kommunalpolitikern der Region, die an ihrem 80. Geburtstag auch ihr politisches Amt im Stadtrat noch ausüben. „Ja, wenn es viel zu tun gibt und viele Sitzungen anstehen, merkt man schon, dass man nicht mehr die Jüngste ist“, schmunzelt sie. „Aber ich mache gerne weiter.“ Eine Altersgrenze für Stadträte gibt es ja nicht. Und überhaupt: „Konrad Adenauer war auch mit Mitte 80 noch Bundeskanzler“, sagt die vitale Jubilarin, die dem Stadtrat seit 1978 angehört. „Ebenso wie mein Kollege Hans-Peter Dangl.“

Bürgermeister Alois Häring hat sie als Stadträtin nicht mehr erlebt, dafür die Ära Gärtner und ebenfalls von Beginn an die Ära Müller mitgemacht.

Neben ihrer Tätigkeit als Stadträtin für die Freien Wähler ist Waltraut Wellenhofer in vielen Vereinen in ihrem Heimatort Straßberg tätig. Kraft tankt sie bei ihrer Familie. „Die Familie ist mein Zentrum, anders geht es auch gar nicht“, sagt sie bestimmt. „Was ich tue, muss mit meiner Familie im Konsens sein.“ Das habe sie schon immer hochgehalten und versucht, als sie noch als Studienrätin an der Realschule in Bobingen unterrichtete. „Diese Zeit ging so schnell vorbei“, meint Waltraut Wellenhofer nachdenklich und kommt gleich ins Erzählen. Sie zeigt dabei immer noch die große Leidenschaft für ihren Beruf, bei dem sie es liebte, dass „immer etwas Neues los war, es jeden Tag eine neue Herausforderung gab.“ Prüfungen, Projekte und immer wieder die Abschlussfahrten der zehnten Klassen. „Die waren bei uns Lehrern am meisten gefürchtet“, verrät die rüstige Rentnerin lachend. Es sei nicht immer einfach gewesen, alle Jugendlichen gesund wieder in die Heimat zu bringen. Eine schwierige Aufgabe für die Pädagogen. „Bei mir ist glücklicherweise nie etwas Ernstliches passiert. Aber es ist eine große Gnade, dass die anvertraute Jugend über die Jahre gut versorgt ist.“ Schon zu diesen Zeiten führten ihre Wege sie oftmals in den Westen. Dieser Leidenschaft ist sie treu geblieben. Mit dem Aniche-Verein sorgt sie dafür, dass die Freundschaft und der Austausch mit der Partnerstadt in Frankreich aktiv bleiben. Dafür wurde sie auch mit dem Kulturpreis der Stadt Bobingen ausgezeichnet, den sie 2009 zusammen mit Jocelyne Bizet erhielt. Immer wieder fährt Wellenhofer nach Frankreich. Oft besucht sie auch Familie und Verwandte. „Wir pendeln zwischen München, Wien, Berlin und Düsseldorf“, sagt sie und dass sie auch gerne nach Peißenberg fährt. „Die Landschaft dort ist so schön.“

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Kraft für ihre vielen Tätigkeiten tankt Waltraut Wellenhofer gerne in ihrem Garten. „Der ist mein ein und alles“, erzählt sie. „Es ist vielleicht kein schöner Garten, aber ein Naturgarten.“ Viele Kräuter, Apfel- und Zwetschgenbäume und Himbeersträucher, dazwischen Blumen. „Ich habe vieles, das immer wiederkommt“, freut sich die Jubilarin und erzählt stolz, dass sie diese Woche den letzten Endiviensalat aus dem Gemüsebeet ernten konnte.

Wenn es die Zeit erlaubt, liest die Rentnerin gerne und viel. „Nur Sitzungsvorlagen mag ich nicht so gerne“, schmunzelt sie. Die Schwabmünchner Allgemeine, die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel gehören zu ihrem Pflichtprogramm. Gerne kommt noch ein Buch dazu.

Doch für die Gartenarbeit lässt sie auch das Buch im Regal stehen und geht lieber nach draußen. Noch muss das ein bisschen warten, jetzt wird erst einmal gefeiert. Mit einem Empfang heute im Rathaus und einem großen Fest in der Singoldhalle am Samstag. Hier zeigt sich wieder, wie sehr Waltraut Wellenhofer ihre Mitmenschen und vor allem die Jugend am Herzen liegen. Die Einladung ist da eindeutig. Keine Geschenke und auch keine Blumen sollen die geladenen Gäste mitbringen. Für die örtliche Jugendarbeit und für die Unterstützung krebskranker Kinder stehen Sammelbüchsen bereit.

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