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Programm

05.03.2020

Mit Klassikern und Neuheiten ins Frühjahr

Sie freuen sich auf den Bücherfrühling: (von links) Elisabeth Zeller vom Gymnasium, Kulturbüroleiterin Rebecca Ribarek und Stadtbüchereileiterin Kathrin Jörg.
Bild: Adrian Bauer

In zwei Wochen beginnt der Königsbrunner Bücherfrühling. Bis Ende Mai haben die Verantwortlichen ein buntes Programm mit interessantem Lesestoff auf die Beine gestellt. Ein Abend ist sogar schon ausverkauft

Das Frühjahr wird in Königsbrunn traditionell literarisch eingeläutet: Beim Bücherfrühling stellen Stadtbücherei, Kulturbüro, Gymnasium und Literaturkreis gemeinsam zahlreiche Veranstaltungen zusammen, die den Bürgern Appetit auf neuen Lesestoff machen sollen. In diesem Jahr fällt die Veranstaltungsreihe etwas länger aus als in den Vorjahren. Zum Anfang und am Ende des Bücherfrühlings stehen eigentlich immer zwei Veranstaltungen, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben.

Los geht es mit der „Chance, ein Buch zu loben“, am 18. März. In der Stadtbücherei bekommen zum mittlerweile 13. Mal Persönlichkeiten aus der Stadtgesellschaft acht Minuten Zeit, dem Publikum ihr Lieblingsbuch zu präsentieren. Bei Zeitüberschreitungen greifen die Moderatoren humorvoll ein und bremsen die Lobeshymnen.

In den vergangenen Jahren füllte das Duo Liberator und Libella diese Rolle aus. Die beiden Schauspieler konnten das Engagement aus Zeitgründen nicht fortsetzen. Stadtbüchereileiterin Kathrin Jörg hat gemeinsam mit der ehemaligen Kulturbüroleiterin aber einen würdigen Ersatz gefunden. Außer, dass es sich um einen Mann handelt, verrät sie aber nichts. Auch die Buchlober und die Bücher werden geheim gehalten. Die Karten für die Veranstaltung sind trotzdem seit zwei Wochen restlos ausverkauft.

Den Abschluss der Reihe bildeten in früheren Jahren die Lesetipps mit dem Augsburger Buchhändler Kurt Idrizovic. Er stellt dabei lesenswerte Neuerscheinungen vor, sagt aber auch, welche hochgelobten Werke er für überschätzt hält. Im Anschluss gibt es ein gemütliches Beisammensein und die Möglichkeit, über Literatur zu fachsimpeln. Diese Veranstaltung findet am 11. Mai statt. „Früher fand der Abend immer in der mittlerweile aufgelösten Bibliothek im Pfarrzentrum Zur Göttlichen Vorsehung statt. Seit drei Jahren sind wir in der Stadtbücherei“, sagt Kathrin Jörg.

Die Verlängerung des Bücherfrühlings bis zum 27. Mai ergab sich durch eine besondere Veranstaltung. Dann kommen die Autorinnen Andrea Ritter und Marion Schilcher in die Stadtbücherei und sprechen darüber, wie Schicksalsschläge und beendete Beziehungen plötzlich zu einem enormen Armutsrisiko auswachsen können. Ihr Buch „Ernteausfall. Renteausfall. Rausfall. Ein Titel, drei Interpretationen und jede stimmt“, wirbt dafür, dass Frauen auch selbst für das Alter vorsorgen und sich nicht darauf verlassen, dass man über den Mann abgesichert ist. „Eine der beiden Autorinnen hat selbst solch eine schmerzhafte Erfahrung gemacht“, sagt Kathrin Jörg.

Zwischen diesen Eckpunkten gibt es vier Autorenlesungen und weitere Diskussionsrunden. Drei Schriftsteller kommen dabei aus der Region, eine sogar aus der Nachbarschaft der Stadtbücherei: Brigitte Diefenthalers Buch „Ins Dunkel geboren“ stellte ihr Mann im vergangenen Jahr beim Buchloben vor. Jetzt präsentiert sie ihr Buch, das die Geschichte eines Buben in der Zeit der Hitler-Diktatur. „Sie hat eine tolle Recherche zu dem schwierigen Thema gemacht und sich beeindruckend in die Hauptfigur eingefühlt“, sagt Kathrin Jörg.

Die bekannteste Autorin ist die Augsburger Historikerin Martha Schad, die in ihrem Buch „Die Päpste liebten sie“ königliche Frauen im Vatikan vorstellt. „Sie ist eine renommierte Historikerin, die historische Stoffe sehr unterhaltsam vermittelt“, sagt Kulturbüroleiterin Rebecca Ribarek. Historisch wird es auch bei der Lesung von Kiara Lameika alias Lars Stursberg, der in „Das Mahnmal“ einen Historienkrimi vorstellt, das zur Zeit der Fugger in Augsburg spielt.

Autorin Emma Braslavsky befasst sich in dem Buch „Die Nacht war bleich, die Lichter blinken“ mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Diese Lesung ist eine Kooperation mit dem Königsbrunner Gymnasium, die Elftklässer und weitere Schüler werden auch an der Lesung teilnehmen. „Sie nähert sich dem Thema aus der Krimiperspektive und schreibt sehr verständlich“, sagt Lehrerin Elisabeth Zeller, die den Abend vonseiten der Schule organisiert hat. Neben der Krimihandlung rege das Buch aber auch dazu an, über das Menschsein und Werte nachzudenken.

Sehr aktiv ist der Literaturkreis im Programm des Bücherfrühlings. Zweimal sind die Besucher zu Schnupperabenden eingeladen, dazu gibt es drei Literarische Matinees, bei denen die Mitglieder persönliche Lieblingsbücher vorstellen. Los geht es mit dem Thema Neueste deutsche Geschichte mit dem Buch „Unsere wunderbaren Jahre“.

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